Prof. Dr. Nada Boškovska


«Es ist ein grosses Privileg, als Wissenschaftlerin selbstbestimmt an Themen arbeiten zu können, die einen interessieren.»

Professorin | Osteuropäische Geschichte | Historikerin

Laufbahn

1987 Lizentiat an der UZH
1996Dissertation an der UZH: «Die Lebenswelt der russischen Frauen im 17. Jahrhundert»
2002 Habilitation an der UZH: «Jugoslawisch- Makedonien 1918–1941. Eine Randregion zwischen Repression und Integration»
2003März – September SNF-Förderungsprofessur an der Universität Bern
2003 Berufung zur ausserordentliche Professorin
seit 2011Ordentliche Professorin für Osteuropäische Geschichte an der UZH

Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Entscheidungen werden häufig aufgrund von Chancen gefällt. Mir hat sich nach dem Studium die Möglichkeit eröffnet, eine Assistenz anzutreten und ein wirklich fesselndes Thema zu bearbeiten, nämlich die Rolle und Stellung der Frauen in Russland im 17. Jh. Ich habe damals unter schwierigen Bedingungen, aber mit Begeisterung, in sowjetischen Archiven alte Handschriften durchforstet. Sich mit Quellen befassen und ihnen Erkenntnisse über frühere Perioden entlocken – das ist faszinierend und hat etwas Detektivisches.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Die Freiheit in Forschung und Lehre, die wir geniessen, ist wunderbar. Ich empfinde es als Privileg, dass man sich als Wissenschaftlerin in grossem Mass selbstbestimmt mit Themen auseinandersetzten kann, die einen interessieren. Es ist auch schön, mit jungen Leuten zu arbeiten und ihnen das zu vermitteln, was man für wichtig hält.

Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben?

Ich bewundere Persönlichkeiten wie Peter Burke oder Maria Todorova, die unserem Fach wichtige Impulse verleihen und gleichzeitig gut lesbar schreiben und warmherzige Menschen sind.

Welche Massnahmen ergreifen Sie als Professorin, um den wissenschaftlichen Nachwuchs an Ihrem Institut zu fördern?

Ich reiche Forschungsprojekte ein und unterstütze Anträge, um so Stellen für den Nachwuchs zu schaffen.

Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin auf den Weg, die eine akademische Karriere ins Auge fasst?

Akademische Karrieren sind nur begrenzt planbar, ähnlich wie politische. Deswegen würde ich von einer allzu starren Zielsetzung abraten und Flexibilität empfehlen. Sehr wichtig scheint mir Zuversicht zu sein: ein inneres Vertrauen in die eigene Zukunft. Und noch etwas: Der perfekte Zeitpunkt für ein Kind kommt nie. Deswegen rate ich allen jungen Frauen, die einen Kinderwunsch haben, diesen nicht zu lange aufzuschieben.