Prof. Dr. Carmen Cardelle de Hartmann


«Ausdauer lohnt sich.»

Professorin | Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit | Philologin

Laufbahn

1981 – 1986 Universität Santiago de Compostela (Spanien), Lizenziat in Klassischer Philologie
1988 – 1993Dissertation an der Universität des Saarlandes (Saarbrücken) zum Thema: «Philologische Studien zur Chronik des Hydatius von Chaves»
1996 – 1998 Graduiertenkolleg Textkritik an der Ludwig- Maximilians-Universität München, Fachgebiet Lateinische Philologie
1999 – 2006Habilitation an der Universität München zum Thema: «Lateinische Dialoge 1200 – 1400. Literaturhistorische Studie und Repertorium»
2007– 2008Akademische Rätin in Heidelberg
seit 2008Ausserordentliche Professorin für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit an der UZH

Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Mir fiel es schwer, eine Entscheidung für die Wissenschaft zu treffen, denn ich hatte Zweifel, ob ich mit Familie die verschiedenen Qualifikationsphasen in angemessener Zeit überhaupt bewältigen kann. Ich hatte aber das Glück, immer bei Professorinnen und Professoren zu arbeiten, die mir Mut machten, mich geradezu in die Wissenschaft drängten.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Dass man Zeiten der Einsamkeit und der Versenkung mit Zeiten der Diskussion und des Austausches mit Kolleginnen und Kollegen und den Studierenden kombinieren kann.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Wenn eine Forschungsarbeit zur Hälfte geschafft ist, kommt immer eine Durststrecke: Der anfängliche Schwung ist vorbei, aber das Ende ist noch nicht greifbar. Jede Einführung von Fristen, jedes Drängen auf schnelle Karrieren hat mir Angst gemacht. Wenn man Kinder hat, bestimmen sie den Rhythmus, man kann nicht einfach länger arbeiten. Andererseits lernte ich dadurch, die zur Verfügung stehende Zeit gut auszunutzen.

Welche Massnahmen ergreifen Sie als Professorin, um den wissenschaftlichen Nachwuchs an Ihrem Institut zu fördern?

Richtig zuhören, als Gesprächs- und Diskussionspartnerin zur Verfügung stehen, ermutigende Worte bei Zweifeln und Schwierigkeiten sprechen. Vielen von uns fehlt es an Zuversicht. Man merkt bereits an vielen Studentinnen, dass sie sich kaum trauen zu reden, obwohl sie viel Interessantes zu sagen hätten. Ich versuche ihnen zu helfen, eine Atmosphäre in den Veranstaltungen zu schaffen, in der jede sich zu reden traut.