Prof. Dr. Bettina Dennerlein


«Ein Fach mit gelebter Internationalität und praktizierter Vielsprachigkeit.»

Professorin | Gender Studies und Islamwissenschaft | Islamwissenschaftlerin

Laufbahn

1984 – 1991 Studium der Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin
1997Promotion an der Freien Universität Berlin
1996 – 1999 Forschungsaufenthalte am Wissenschaftskolleg zu Berlin, an Van Leer Jerusalem Institute und an der Maison des Sciences de l'Homme, Paris
2000 – 2007Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Moderner Orient in Berlin und am Sonderforschungsbereich 640 «Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel» an der Humboldt-Universität zu Berlin
2007 – 2009Professorin für Kultur und Geschichte der modernen arabischen Welt (Islamwissenschaft) am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg
seit 2009Ordentliche Professorin für Gender Studies und Islamwissenschaft am Orientalischen Seminar der UZH

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Mir gefallen die Abwechslung und die Vielfalt der Aufgaben, die Möglichkeit, Dinge zu gestalten und eigene Projekte in Forschung und Lehre weiter zu entwickeln. Zudem ist eine wissenschaftliche Tätigkeit zumindest in meinem Fach mit gelebter Internationalität und praktizierter Vielsprachigkeit verbunden. Im – wenn ich das so sagen darf – postorientalistischen bzw. postkolonialen akademischen Zeitalter steigert das die Notwendigkeit von Perspektivwechseln und kritischer Selbstreflexion. Daraus ergeben sich intensive Formen der Zusammenarbeit und intellektuelle Auseinandersetzungen, die ich als äusserst produktiv und persönlich bereichernd erlebe.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Meinem Werdegang lag und liegt nicht wirklich eine «Karriereplanung» zugrunde. Negative Erfahrungen, die selbstverständlich nicht ausbleiben, waren dabei eher strukturell bedingt. Drittmittel- bzw. Projektstellen bieten gerade neben bestimmten Unsicherheiten aber auch enorme Freiräume und Entwicklungsmöglichkeiten. Andauernde Herausforderungen in der Wissenschaft sind sicher der Umgang mit der knappen Ressource Zeit und, damit verbunden, die Notwendigkeit, klare Prioritäten zu setzen.

Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?

Work-Life-Balance ist für mich kein unproblematischer Begriff. Er hat die Tendenz, Fragen der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und gesellschaftlichem Engagement allein in den Bereich persönlicher Verantwortung und Gestaltbarkeit zu verschieben. Aus meiner Sicht besteht nach wie vor die Notwendigkeit vereinbarkeitspolitischer Massnahmen, um strukturelle Probleme zu lösen. Aus der individuellen Perspektive scheint mir wichtig, die genaue Aufteilung von Zeit und Priorisierungen immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu justieren.

Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin auf den Weg, die eine akademische Karriere ins Auge fasst?

In erster Linie sollte der eingeschlagene Weg für die eigene Persönlichkeit, die eigenen Wünsche und Erwartungen der richtige sein. Das erfordert den Mut, immer wieder Fragen zu stellen, Entscheidungen zu treffen – und in bestimmten Situationen auch der Intuition zu folgen. Darüber hinaus kann nach meiner Beobachtung die Gestaltung eines wissenschaftlichen Werdegangs durch eine gelungene Mischung aus Beharrlichkeit und intellektueller Offenheit erleichtert werden.