Prof. Dr. Elvira Glaser


«Es ist wichtig, Gelegenheiten zur Weiterentwicklung zu ergreifen.»

Professorin | Germanische Philologie | Sprachwissenschaftlerin

Laufbahn

1972 – 1978 Studium der Slavistik, Geschichte, Germanistik und Albanologie in München und Konstanz
1983 Dissertation an der Universität Augsburg am Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters: «Graphische Studien zum Schreibsprachwandel vom 13. bis 16. Jh. Vergleich verschiedener Handschriften des Augsburger Stadtbuches»
1985 – 1991 Assistentin an der Universität Bamberg, Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft
1990Cosenza, Università della Calabria (Supplenza)
1991 Habilitation mit dem Thema: «Frühe Griffelglossierung aus Freising»
1991 – 1992 Vertretung an der Universität Regensburg
1993 – 1995 Professorin für Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Augsburg
seit 1995Ordentliche Professorin für Germanische Philologie an der UZH

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Mir gefällt generell an der Forschung, dass man immer neue Fragen stellen kann, dass man Beobachtungen macht, die noch niemand zuvor gemacht hat, oder neue Zusammenhänge erkennt. In meinen linguistischen Forschungen ist das dann zum Beispiel die Entdeckung neuer Sprachzeugnisse in alten Handschriften oder das konzentrierte Grübeln über komplexe Sprachstrukturen der Dialekte, was die Freude an der Arbeit wach hält. Dass man einiges davon ziemlich direkt dann auch den jungen Studierenden weitergeben kann, ist ein weiterer positiver Aspekt.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Durststrecken im eigentlichen Sinne nicht. Aber es gab natürlich Momente der Unsicherheit, etwa nach der Promotion: geht es weiter oder nicht und wenn ja, in welche Richtung? In solchen Momenten gab es immer plötzlich unerwartete Perspektiven und Angebote, die ich dann angenommen habe, auch wenn ich nicht genau wusste, wohin diese führen würden.

Welche Massnahmen ergreifen Sie als Professorin, um den wissenschaftlichen Nachwuchs an Ihrem Institut zu fördern?

Ich versuche meine Mitarbeiter (Frauen und Männer) in meine aktuellen Forschungen einzubeziehen, um sie an der Faszination des Forschens teilnehmen zu lassen. Gerade junge Frauen zweifeln angesichts der grossen Konkurrenz oft an ihrer Eignung, so dass man ihnen vor allem beibringen muss, das Umfeld richtig einzuschätzen. Ich biete dazu und etwa auch bei Bewerbungen, meine kritische Unterstützung an. Ausserdem befürworte ich immer Aufenthalte an anderen Institutionen (Erasmus, Stipendien etc.).