Prof. Dr. Bettina Gockel


«Forschung in den Geisteswissenschaften ist das Überlebensmittel für eine demokratische, humane Gesellschaft.»

Professorin | Geschichte der bildenden Kunst, Theorie und Fotografie | Kunsthistorikerin

Laufbahn

1986 – 1992 Studium in den Fächern Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Neuere deutsche Literatur und Theaterwissenschaft an den Universitäten München und Hamburg
1996Dissertation an der Universität Hamburg: «Kunst und Politik der Farbe. Gainsboroughs Portraitmalerei»
1996 – 1998Wissenschaftliches Volontariat an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
1998 – 2006Wissenschaftliche Assistentin am Kunsthistorischen Institut der Universität Tübingen
2002 – 2003Research Scholar am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin
2005 – 2006Vertretungsprofessur für Kunstgeschichte an der Hochschule für Kunst und Design Halle
2006Habilitation an der Universität Tübingen: «Die Pathologisierung des Künstlers. Künstlerlegenden der Moderne»
2006 – 2007Member am Institute for Advanced Study, School of Historical Studies, Princeton, USA
seit 2008Ordentliche Professorin und Institutsvorsteherin am Kunsthistorischen Institut der UZH

Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Die intellektuelle Herausforderung, mit neuen Fragestellungen zur verantwortlichen und auf die Gegenwartserfahrung bezogenen Erforschung der Geschichte beizutragen, hat mich dazu veranlasst, die akademische Laufbahn einzuschlagen. Allerdings gehört für mich immer auch der Brückenschlag zum Museum bzw. zu Sammlungen sowohl zur Forschung wie zur Lehre. Ohne die Kenntnis der Originale lässt sich Kunstgeschichte als Forschungsgebiet nicht betreiben. Tatsächlich habe ich diesen Auftrag immer auch als Bestandteil der schieren Begeisterung für ein Gemälde, der Erschütterung, die eine Fotografie auslösen kann, der befreienden Bewunderung oder beklemmenden Verstörung, die ein Gang durch eine besondere Architektur bewirkt, und als integrales Element des mitreissenden Erlebnisses einer rasanten Theateraufführung empfunden.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Am Beginn meines Studiums in München habe ich jedes Mal, wenn ich das Hauptgebäude der Universität betrat, an die Flugblattaktion von Sophie Scholl denken müssen. So einen Mut zu haben, das hat mich beeindruckt und gemessen daran erschienen mir meine «Durststrecken» sehr marginal. Forschung in den Geisteswissenschaften ist das Überlebensmittel für eine demokratische, humane Gesellschaft. Ich kann mir keine wichtigere Aufgabe vorstellen, als am Erhalt und an der weiteren Entwicklung der Geisteswissenschaften mitzuwirken.