Prof. Dr. Angelika Malinar


«Anderes denken bedeutet anders zu denken.»

Professorin | Sanskrit Epos und Purana-Literatur, Hinduismus, Ind. Philosophie | Indologin

Laufbahn

1980 – 1981 Studium der Medizin und Philosophie an der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz
1981 – 1987Studium der Indologie und Philosophie an der Eberhard Karls Universität, Tübingen
1983 – 1984Studienaufenthalt in Indien und Sri Lanka
1991Dissertation in Tübingen: «Rājavidyā: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgītā»
1991– 1998Wissenschaftliche Assistentin am Seminar für Indologie und Vergleichende Religionswissenschaft, Universität Tübingen
1998Habilitation in Tübingen «Natur-Beweise: Funktion und Interpretation des prakrti- Begriffs im Sāmkhya»
2001 – 2005Hochschuldozentur am Institut für Indische Philologie und Kunstgeschichte der Freien Universität Berlin
2005 – 2009Senior Lecturer in Hinduism, Dep. of the Study of Religions, School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London
seit 2009Ausserordentliche Professorin für Indologie an der UZH

Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Da das wissenschaftliche Arbeiten eine eigentümliche Eigendynamik entwickelt, war die Berufsoption «Wissenschaft» eine eher mitlaufende Option. Das liegt zum einen daran, dass eben überhaupt erst im Studium deutlich wird, was «Wissenschaft» und «Forschung» bedeuten. Zum anderen ist es im deutschsprachigen Raum immer noch in vielen Fällen so, dass Wissenschaft keinen gesicherten Karriererahmen impliziert. Über weite Strecken ist das wissenschaftliche Arbeiten eine befristete Tätigkeit. Deshalb fiel die Entscheidung für die Wissenschaft eher schrittweise, sie entwickelte sich dadurch, dass ich immer weitere Qualifikationen erwarb und dabei von den Institutionen der Wissenschaft gefördert wurde.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Bei allen Unwägbarkeiten, die die Entscheidung für die Wissenschaft mit sich bringen mögen, sind Interesse und Faszination nie geschwunden. Das ist bei einem Fach wie Indologie auch kaum möglich. Der Facettenreichtum meines Gebiets und das Entstehen immer neuer Fragestellungen erzeugen eine Eigendynamik und Selbstevidenz des Arbeitens, die sich im Freiraum und der Freiheit des Forschens einstellen. Anderes denken bedeutet anders zu denken. Meine Forschung beinhaltet auch die Frage nach dem Ort der Texte und ihrer Inhalte in Indien selbst. Dann eröffnen sich wieder andere Aspekte und Zugänge etwa durch Interviews vor Ort, die Dokumentation von Textrezitationen und Ritualen usw.