Prof. Dr. Katharina Michaelowa


«Ich hatte immer einen Faible für die Wissenschaft.»

Professorin | Entwicklungspolitk, Politische Ökonomie | Politikwissenschaftlerin

Laufbahn

1987 – 1993Studium der Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Mannheim und Delhi (Delhi School of Economics)
1998Dissertation an der Universität Hamburg: «Die Neue Politische Ökonomie liefergebundener Entwicklungshilfe»
1997 – 2000Tätigkeit bei der OECD in den Bereichen Entwicklungspolitik, Geberkoordination, Bildungspolitik und Bildungsindikatoren
2000 – 2006Mitarbeiterin des HWWA (später auch HWWI, Hamburgisches Welt-Wirtschafts Institut)
2006Habilitation an der Universität Siegen
seit 2006Ausserordentliche Professorin am Institut für Politikwissenschaft der UZH
seit 2009Direktorin des Centers for International and Comparative Studies (CIS)

Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Ich hatte immer Lust dazu, arbeite gern autonom, unabhängig von Hierarchien. Ausserdem mag ich die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Konzepten und entwickle auch selbst gerne neue Ideen. Eine klare Entscheidung für die Wissenschaft und gegen andere Alternativen ist aber eigentlich nie gefallen, letztlich haben sich die Dinge irgendwie von sich aus so ergeben. Ich hätte mir durchaus auch eine andere Berufstätigkeit, in internationalen Organisationen, vorstellen können. Was ich bei der OECD von der Arbeit in internationalen Organisationen selbst erlebt habe, war mir jedoch in vielen Bereichen zu wenig kreativ, zu administrativ und zu hierarchisch.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Das Kreative, der Umgang mit Menschen. Insbesondere, dass man relativ frei Ideen entwickeln kann, mit anderen diskutieren und auch Erfahrungen und Erkenntnisse an andere weitervermitteln. Bis zu einem gewissen Grad mag ich auch die mit der Arbeit verbundenen Managementfunktionen. Der Beruf als Professorin ist eben sehr vielseitig und abwechslungsreich. Hinzu kommen für mich im Bereich der Entwicklungsländerforschung auch die ständige Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Menschen und Kulturen sowie interessante Feldstudien in verschiedenen Ländern.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Die Promotionszeit habe ich eher als Überlebenstraining und als Test meines Durchhaltevermögens erfahren, denn als wissenschaftliche Herausforderung. Das lag zum einen an der mangelnden Akzeptanz meines unmittelbaren Vorgesetzten für mein Kind und zum anderen an inhaltlichen Auseinandersetzungen mit meinem Doktorvater.