Prof. Dr. Barbara Naumann


«Mit Mut und Neugier den Blick über die Grenzen des eigenen Fachgebietes hinaus richten.»

Professorin | Neue deutsche Literatur, Ästhetik und Poetik | Germanistin

Laufbahn

1975 – 1981 Studium in Tübingen, Chicago (USA) und an der Freien Universität Berlin
1988Dissertation an der Freien Universität Berlin: «Musikalisches Ideen-Instrument: Das Musikalische in Poetik und Sprachphilosophie der Frühromantik»
1989 – 1996 Hochschulassistentin am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin
1996Habilitation zum Thema: «Cassirer und Goethe – Philosophie und Poetik des Symbols»
1998 – 2000Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Kulturwissenschaft an der Universität Hamburg
seit 2000Ordentliche Professorin für Neuere deutsche Literatur an der UZH

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Für mich ist die Arbeit mit den hoch motivierten und engagierten Studierenden das Reizvollste an meiner Tätigkeit. Die Lehre und das individuelle Gespräch machen mir grosse Freude. Dazu kommen die wissenschaftlich wie menschlich bereichernde Kontakte zu Forschenden im In- und Ausland, die Stimulation durch Menschen mit ähnlichen Interessen, die den Beruf der Hochschullehrerin attraktiv machen. Zudem spielt für mich die Sensibilität für Spracharbeit eine Hauptrolle: Die Beobachtung der feinen Nuancen, in denen schriftlicher oder mündlicher Ausdruck stattfindet: Ironie oder Ernst, Verve oder Skepsis, Distanz oder Empathie, etc. Solche Aspekte im Umgang mit Literatur und Sprache erzeugen nicht nur «positive Forschungsergebnisse», sondern zeigen, dass Kulturwissenschaften sich durch Differenzierung, Kreativität, Spielfreude, historisches wie gegenwartsbezogenes Wissen und feine Beobachtungsgabe auszeichnen.

Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin auf den Weg, die eine akademische Karriere ins Auge fasst?

Man sollte seinen eigenen Interessen und seinem ästhetischen Gespür trauen. Man sollte spannenden Fragen nachgehen, auch wenn sie einmal nicht im Mainstream gerade gängiger Turns, Terminologien und Methoden liegen.

Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?

Ich muss zugeben, dass ich immer noch auf der Suche nach einem guten Modell bin – die Waage schlägt doch deutlich mehr auf der Seite «Work» als auf der Seite «Life» aus. Allerdings machen mir Sport, Ausstellungs- und Konzertbesuche, gelegentlich das Graben und Hantieren in Garten und Küche grosse Freude, vor allem, wenn dies zusammen mit meinem Partner geschieht.