Prof. Dr. Andrea Riemenschnitter


«隨行列而止,委蛇 而處。。。 先聖不 一其能,不同其事。» 莊子,十八, 至樂

Professorin | Moderne chinesische Sprache und Literatur | Sinologin

Laufbahn

1977 – 1990 Studium in den Fächern Musik, Sinologie, Germanistik und Soziologie in München, Bonn und Taipei
1998Dissertation an der Universität Göttingen: «China zwischen Himmel und Erde: Literarische Kosmographie und nationale Krise im 17. Jahrhundert»
1998 – 2002Universität Heidelberg, UC Berkeley, Qinghua University Beijing
2002Habilitation an der Universität Heidelberg: «Nationale Mythen und Konfigurationen kulturellen Wandels in der chinesischen Literatur des 20. Jahrhunderts»
seit 2002Professorin für Moderne Chinesische Sprache und Literatur am Ostasiatischen Seminar der UZH

Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Die Wissenschaft hat sich für mich entschieden. Eine akademische Karriere ist in einem kleinen Fach wie der Sinologie fast nicht planbar.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Die Auseinandersetzung mit chinesischen Texten und Denkfiguren, das Nachdenken, Schreiben und sich Mitteilen in der Arbeit mit Studierenden und unter Kolleginnen und Kollegen; ein Leben im Möglichkeitsraum der Gedanken und Ideen, die Suche nach Alternativen zu den Gegebenheiten und Setzungen unserer Lebenswelt.

Welche Person/welche Institution hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt?

Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik damals Heidelberg, jetzt Wien. Ich hatte auch männliche Mentoren. Meinen ersten Studenten-Job hat mir der Bonner Soziologe Justin Stagl in seinem Institut angeboten, später war ich beim Göttinger Germanisten Horst Turk angestellt.

Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben?

Mich haben immer Menschen beeindruckt, die für ihre Überzeugungen leben, ohne sich von widrigen Umständen beirren zu lassen. Immanuel Kants Werdegang ist der Inbegriff eines solchen Lebenswegs. Oder die Lyrikerin Li Qingzhao: sie teilte die bibliophilen und antiquarischen Interessen ihres Ehemannes. Nach dessen Tod im Jahr 1127 macht Li es sich zur Aufgabe, die Sammlung in grosser Not zu erhalten. Ihr lyrisches Werk reflektiert das wechselhafte Schicksal dieser bemerkenswerten Persönlichkeit. Übersetzung chinesisches Zitat von der Vorderseite: «Niemand sollte [den Vogel] daran hindern, mit seinem Schwarm in Reihen zu fliegen und Ruhe zu finden, wo immer er will. [...] Die Weisen der alten Zeit verlangten nicht, dass alle die gleichen Fähigkeiten haben oder das gleiche tun.» Zhuangzi 18, Höchste Erfüllung.