Prof. Dr. Katia Saporiti


«Denken braucht Übung!»

Professorin | Philosophie mit Berücksichtigung der Geschichte der Philosophie | Philosophin

Laufbahn

1988Magister Artium in Philosophie an der Universität München
1993Dissertation zum Dr. phil. an der Universität München
1994 – 2002 Wissenschaftliche Assistentin in Bielefeld
2002 Habilitation an der Universität Bielefeld
2002 – 2004Hochschuldozentin in Bielefeld
seit 2004Ausserordentliche Professorin für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte der Philosophie an der UZH
seit 2008Forschungsrätin beim Schweizerischen Nationalfonds

Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Ich konnte mir nie vorstellen, nicht mehr zu lesen, zu studieren, zu forschen und mich in mir bisher Unbekanntes einzuarbeiten.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Die Philosophie ist das Besondere! Der Kontakt zu den Studierenden: An Tagen, an denen mich Studierende zum Nachdenken bringen oder es mir gelingt, Studierende zum Nachdenken zu bewegen, bin ich glücklich.

Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben?

Leider hatte ich während meiner Studienzeit keine einzige Professorin. Es gab in der Philosophie beinahe nur Männer. Ich habe mich vor allem an Kommilitoninnen und Kommilitonen orientiert, die mir besonders klug erschienen.

Welche Massnahmen ergreifen Sie als Professorin, um den wissenschaftlichen Nachwuchs an Ihrem Institut zu fördern?

Ich spreche begabte und gute Studentinnen und Studenten gezielt an und ermutige und unterstützte sie in ihren Vorhaben. Ich spreche mit ihnen über die Schwierigkeiten, denen sie sich gegenüberstehen sehen, und darüber, wie sie diese Schwierigkeiten vielleicht überwinden können.

Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?

Als ob Tote arbeiten könnten! Die Frage impliziert einen Gegensatz zwischen Arbeit und Leben. Wollen wir der Freizeitindustrie und anderen Interessengruppen Recht geben, die uns gelegentlich weis zu machen versuchen, dass wir nur dann leben, wenn wir gerade nicht arbeiten? Oder findet das wirkliche Leben einer Frau nicht bei der Arbeit, sondern am Ende doch daheim, am Herd und bei den Kindern statt? Der Gebrauch des Schlagwortes «Work-Life-Balance» ist in mehr als einer Hinsicht gesellschaftspolitisch heikel und sollte überdacht werden.