Prof. Dr. Gabriele Siegert


«Wissenschaftliche Neugier erlaubt den Blick hinter ‹die Kulissen›.»

Professorin | Publizistik- und Kommunikationswissenschaft | Publizistikwissenschaftlerin

Laufbahn

1982 – 1987Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg
1992Dissertation in Augsburg zum Thema: «Marktmacht Medienforschung. Die Bedeutung der empirischen Medien- und Publikumsforschung im Medienwettbewerbssystem »
1993 – 1995Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung, Universität Augsburg
1995 – 2001Universitätsassistentin am Institut für Kommunikationswissenschaft, Universität Salzburg
1999 – 2000Vertretungsprofessorin für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Jena und der Hochschule für Musik und Theater Hannover
2001Habilitation an der Universität Salzburg: «Medienmarken-Management. Relevanz, Spezifika und Implikationen einer medienökonomischen Profilierungsstrategie»
seit 2001Ordentliche Professorin für Publizistikwissenschaft mit Schwerpunkt Medienökonomie an der UZH
2009 – 2013Direktorin des IPMZ-Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der UZH

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Die Erforschung spannender Themen, deren Auswahl man weitgehend selbst bestimmen kann, befriedigt die eigene wissenschaftliche Neugier. Sie erlaubt einem hinter «die Kulissen» zu blicken und Erklärungen zu finden. Zudem sprechen das intellektuell anregende Umfeld und ein insgesamt vielseitiger Tätigkeitsbereich (Forschung, Lehre, Selbstverwaltung) für die Wissenschaft. Die weitgehende Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit war und ist trotz zunehmender Bürokratie für mich das absolute Plus der Wissenschaft und auch Motivation wissenschaftliche Karriere zu machen. Denn klar wachsen die Freiheitsgrade mit der Hierarchiestufe.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Zu Beginn meiner wissenschaftlichen Laufbahn war die Belastung in der Lehre und Studierendenbetreuung in völlig überfüllten Studiengängen extrem hoch. NeuanfängerInnen wurden einfach «ins kalte Wasser» geworfen und mussten ohne Unterstützung in Proseminaren mit 80 Studierenden unterrichten oder am Ende des Sommersemesters ca. 1000 Klausuren organisieren und korrigieren. Auch die Betreuung meiner Dissertation entsprach bei weitem nicht dem Standard, der mittlerweile üblich ist. In beiden Fällen half nur, sich nötige Kompetenzen anzueignen und sich gemeinsam mit anderen Betroffenen zu organisieren – eine frühe Form des selbstinitiierten Peer-Mentorings.