Prof. Dr. Margrit Tröhler


«Auslandaufenthalte sind immer bereichernd.»

Professorin | Filmwissenschaft | Filmwissenschaftlerin

Laufbahn

1980 – 198 Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte an der Universität Basel
1886 – 1988 Studium von Sprach- und Kunsttheorie mit Schwerpunkt Filmwissenschaft an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris
1996Dissertation in Filmwissenschaft, Université de Paris X – Nanterre, Thema: „Le produit anthropomorphe ou les figurations du corps humain dans le film publicitaire“
1995 – 2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen Forschungsprojekten des Schweizerischen Nationalfonds und des Bundesamtes für Gesundheitswesen; Forschungsaufenthalte, Gastprofessuren und Lehraufträge in Berlin, Rom und Lausanne
2002 Habilitation in Filmwissenschaft an der UZH zum Thema: „Plurale Figurenkonstellationen im Film“
seit 200 Ausserordentliche Professorin für Filmwissenschaft an der UZH

Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Wissenschaftlich zu arbeiten, bedeutet eine ständige Herausforderung: Gerade in den Geistes- und Kulturwissenschaften verändern sich die Gegenstände konstant, aber auch die theoretischen Modelle, historischen Perspektiven und Fragen, mit denen man einen zu analysierenden Gegenstand konfrontieren kann, sind einem steten Wandel unterworfen.
Der Bereich der Filmwissenschaft, in dem ich forsche und lehre, ist noch eine relativ junge Disziplin, und sie ist von vornherein mit anderen Disziplinen verbunden (Kunst-, Theater- oder Literaturwissenschaft, Geschichte etc.). Gleichzeitig verlangt die Erforschung der bewegten Bilder und der (audio-) visuellen Kultur, die für unsere heutigen Gesellschaften von enormer Bedeutung sind, eine andere Sicht- und Denkweise. Dies erfordert intellektuelle Flexibilität. Die spezifisch filmwissenschaftliche Perspektive, die zugleich eine Offenheit über disziplinäre Grenzen hinaus anstrebt, hat mich fasziniert. Die Universität war und ist für mich der Freiraum zum Denken, der es zulässt, immer wieder neuen Fragen nachzugehen und neue Interessen zu entwickeln.

Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin auf den Weg, die eine akademische Karriere ins Auge fasst?

Da die Forschungstätigkeit manchmal eine einsame Angelegenheit ist (was mir auch richtig und wichtig erscheint), rate ich allen meinen Doktorierenden, sich in Peer-Gruppen auszutauschen und nach Möglichkeit gemeinsam Projekte zu realisieren. Auch darüber hinaus ist eine frühzeitige Vernetzung sinnvoll, ebenso wie die Präsentation von Forschungsresultaten an internationalen Tagungen. Zudem sind Auslandaufenthalte immer bereichernd: Sie ermöglichen es, über das Fachliche hinaus, wissenschaftspolitische und kulturelle Erfahrungen zu machen, die sehr nützlich sind.