Philosophische Fakultät – Blog Digitale Lehre und Forschung

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Freiwillige Lehrevaluationen im Aufwind

von Christian Schorno

Die DLF freut sich sehr über den Erfolg mit Eva – dem Projekt für freiwillige Lehrevaluationen, das wir zusammen mit der Hochschuldidaktik durchführen. In Zukunft wollen wir nun wissen, wie weit sich die Evaluationskultur an unserer Fakultät verbreiten lässt.

Ich habe meinen Augen kaum getraut, als ich die grosse Zahl der Bestellungen sah. Am ersten Tag waren es schon beinahe so viele wie im Vorsemester! Ich schaute zweimal hin und dann habe ich gejubelt, wie andere jubeln, wenn ihre Mannschaft wieder ein Tor geschossen hat. Eine gelungene Beratung mag mich zuweilen beglücken, aber ein Projekt zu leiten, das exponentielle Wachstumsraten aufweist, macht mich überglücklich.

Das Projekt für freiwillige Lehrevaluationen der DLF und der Hochschuldidaktik geht auf die Initiative von Anita Holdener zurück und wird seit diesem Jahr von mir und dem Supportteam der DLF durchgeführt. Dozierende unserer Fakultät können bei der DLF freiwillige Evaluationen Ihrer Lehrveranstaltungen bestellen. Wir stellen die nötigen Daten zusammen und übermitteln sie an die Hochschuldidaktik. Wurden im FS15 noch 110 Evaluationen bestellt, waren es im HS nun 202 – 179 per Onlineumfrage und 23 auf Papier (siehe Abbildung)!

Abbildung: Eva Bestellstatistik 12HS bis 15HS – im 14FS boten wir eine beschränkte Zahl von Evaluationen an
Abbildung: Eva Bestellstatistik 12HS bis 15HS – im 14FS boten wir eine beschränkte Zahl von Evaluationen an

Lehrveranstaltungsevaluation an der UZH

Evaluationen dienen der Qualitätssicherung der universitären Lehre (siehe Evaluationsstelle). Deshalb sind verschiedene Evaluationstypen in der Universitätsordnung der UZH festgeschrieben und im Lehrbetrieb institutionalisiert: Die Lehrveranstaltungsbeurteilung (LVB) findet in jeder Fakultät im Turnus von drei Semestern statt. In den beiden Semestern zwischen den systematischen Befragungen der LVB ist eine Lehrveranstaltungsevaluation freiwillig. Und für diese freiwilligen Lehrevaluationen ist die Hochschuldidaktik zuständig.

Entstehungsgeschichte

Vor etwa vier Jahren entwickelten Hochschuldidaktik und DLF (damals noch E-Learning-Koordination) ein gemeinsames Angebot für freiwillige Lehrveranstaltungsevaluationen. Der Trick der Zusammenarbeit bestand darin, dass man gemeinsam ein Angebot mit vorbestimmtem Zeitplan schnürte, dass die DLF dieses aktiv bewarb und den Dozierenden die administrativen Vorarbeiten abnahm (vor allem das Zusammenstellen der Mailadressen der Studierenden aus OLAT-Campuskursen). Bestell- und Studierendendaten sollten so aufgearbeitet werden, dass die Hochschuldidaktik sie weitgehend automatisch ins EvaSys importieren kann.

Eva LogoIm Prinzip funktioniert das bis heute so, nur dass wir die anfallende manuelle Arbeit reduziert und das Projekt noch sichtbarer gemacht haben. Neu war im HS15, dass das Projekt den Namen «Eva» erhielt, Eva ein Logo und eine Webseite inklusive benutzerfreundlichem Bestellformular – für «Techies»: Das Formular ist mit JQuery-Steps gemacht.

Was hinter den Zahlen steht

Insgesamt gingen im Herbstsemester 15 also 202 Bestellungen ein, beinahe hundert mehr als im Vorsemester! Ein solcher rasanter Anstieg des Bestellvolumens dürfte ein Indikator dafür sein, dass immer mehr Dozierende es als selbstverständlich anschauen, ihre Lehrveranstaltung evaluieren zu lassen, sei es, weil sie ein Feedback zu ihrer Praxis als Lehrperson wünschen oder weil sie die dadurch geschaffene Gelegenheit schätzen, mit ihren Studierenden über die Lehrveranstaltung auf der Basis empirisch erhobener Kennzahlen zu sprechen.

Standardisierung als Entlastung

Ein weiterer Faktor, der zum Erfolg beiträgt, ist die Standardisierung des Angebots. Die Daten, der Fahrplan der Evaluation ist vorgegeben, ebenso die Varianten (Papier vs. Online, Sprachen, Lehrveranstaltungstypen). Früher mussten Dozierende bilateral mit der Hochschuldidaktik alle Optionen durchsprechen, bevor sie sich für eine der Varianten entschieden. Heute springen sie einfach auf den nach Taktfahrplan fahrenden Zug auf und wählen aus den gegebenen Optionen das passende Angebot. Das Bestellformular ist in einer Minute pro Veranstaltung ausgefüllt und die Daten der Studierenden kann man jetzt auch selbst in zwei Minuten hochladen.

Für die Zukunft gewappnet

Die DLF freut sich sehr über diesen Erfolg. Wir denken, dass die Zahlen weiter steigen werden und dass wir die Abläufe noch verbessern können. Technisch sind wir jedenfalls gewappnet, künftig den gesamten Lehrbetrieb unserer Fakultät evaluieren zu können und wollen nun wissen, wie weit sich die Evaluationskultur an unserer Fakultät verbreiten lässt.

Ich möchte an dieser Stelle meinen beiden studentischen Mitarbeitern Stephanie Habicht und Simon Hodel sowie Frau Jessica Wohlgenannt von der Hochschuldidaktik für ihren grossen Einsatz beim Programmieren der technischen Infrastruktur, der Datenaufbereitung und nicht zuletzt beim Betreuen der Dozierenden herzlich danken.

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