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Persönliche Lern- und Forschungsumgebungen

November 14th, 2015 | cschorno | Keine Kommentare

von Christian Schorno

Unter dem Thema «Persönliche Lern- und Forschungsumgebungen» behandelt die DLF das Mashup digitaler Instrumente, die das wissenschaftliche Arbeiten von Forschenden und Studierenden unterstützen.

Zu den typischen wissenschaftlichen Arbeitsprozessen gehören

  • recherchieren,
  • aggregieren und
  • organisieren von Wissen,
  • ablegen von Dateien/Daten,
  • die Wissensrepräsentation,
  • die Wissensreflexion,
  • die Wissenskommunikation und
  • das Netzwerken.

Als Mashup werden in unserem Feld Medieninhalte bezeichnet, die automatisch oder softwaregestützt aus schon bestehenden Inhalten zusammen montiert werden.

 

Das Feld der Persönlichen Lern- und Forschungsumgebung

Abbildung 1: Das Feld der Persönlichen Lern- und Forschungsumgebung (Christian Schorno, DLF)

 

Kurze Erläuterungen

In der Fachwelt hat sich seit einigen Jahren der Begriff der «Personal Learning Environments» etabliert. Die DLF erweiter diesen Begriff und dehnt ihn auf die Forschung aus. Genau so wichtig wie «Personal Learning Environments» (PLE) sind «Personal Research Environments» (PRE), wobei der zweite Begriff in der von E-Learning und PädagogInnen geprägten Fachwelt nicht etabliert ist. Die Grenzen zwischen PLE und PRE sind fliessend, so fliessend, dass Unterschiede verschwinden.

Im Gegensatz zu bisherigen Konzeptionen von PLEs soll hier keine Applikation gebaut werden. Statt die Technologie stellen wir die Forschenden, Lehrenden und Studierenden ins Zentrum und empfehlen bestehende webbasierte Tools, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Zu den Anforderungen an die einzelnen Applikationen, die in das Mashup eingehen, zählen, dass die Applikationen gut miteinander zusammenarbeiten (Interoparabilität), dass sie webbasiert funktionieren [1] und dass sie Cloudapplikationen sind. Für Poweruser ist zudem wichtig, dass die Applikationen über offene Programmierschnittstellen (APIs) verfügen.

Das Mashup besteht in der persönlichen Auswahl digitaler Mittel für die oben genannten Funktionen/Arbeitsprozesse. Wir sprechen dezidiert von «Persönlichen Lern- und Forschungsumgebungen» im Plural, weil jede dieser Umgebungen hochgradig an die einzelne Person angepasst sein soll.

Ein Blick zurück

Annotationen und Quellen wurden früher auf Karteikarten geschrieben und in Zettelkästen verwaltet (siehe Abb. 2). In der digitalen Welt von heute gibt es eine Reihe digitaler Alternativen zum alten Zettelkasten, zu (physischen) Ordnern und zum Bücherregal, mit denen

a) Literatur gesammelt, verwaltet, annotiert und abgelegt werden kann
b) Ideen aufgeschrieben, systematisch abgelegt und natürlich wiedergefunden werden können.

 


Abbildung 2: Zettelkasten (Quelle: Wikimedia Commons, Autor: Kai Schreiber. Upload: 2007).

 

Digitalisierung – vom analogen zum digitalen Mashup

Ein solcher Zettelkasten, mit den verschiedenen Funktionen, die er erfüllte, war im Prinzip schon ein analoges Mashup einer persönlichen Lern- und Forschungsumgebung. Durch die Digitalisierung haben sich diese Arbeitsumgebungen von Forschenden und Studierenden sehr verwandelt (siehe Abb. 3 und 4). Analoge Zettelkästen wie auf dem Bild sind heute durch digitale Werkzeuge ersetzt.

Wissensumgebung vor der Digitalisierung

Abbildung 3: Wissensumgebung vor der Digitalisierung (Christian Schorno, DLF)

 

Wissensumgebung in der digitalisierten Welt

Abbildung 4: Wissensumgebung in der digitalisierten Welt (Christian Schorno, DLF)

 

Dienstleistungen der DLF

Die DLF

  • bloggt hier auf dem DLF-Blog zum Thema «Persönliche Lern- und Forschungsumgebungen» (abonnieren Sie den RSS-Feed)
  • bietet regelmässig Workshops zum Literaturverwaltungsprogramm Zotero und zum Bloggen an.
  • führt Workshops zu «Persönlichen Lernumgebungen» für Ihre Studierenden auf BA, MA oder Doktoratsstufe durch. Diese sind jeweils an eine der genannten Curriculumsstufen gerichtet und beinhalten die Themen aus Abbildung 1. Auf der untersten BA-Stufe beginnen wir mit den grundlagen der Literaturverwaltung und der Dateiablage. Auf den höheren Stufen kommen die anderen Themen dazu. Gerne benutzen wir dazu Seminarsitzungen, die wegen Absenz der Dozierenden ausfallen würden. Wir versuchen auch sehr kurzfristig  einzuspringen.
  • Selbstverständlich beraten wir Sie gerne persönlich oder führen an Ihrem Institut einen Workshop à la carte über «Persönliche Lern- und Forschungsumgebungen» durch.

Nehmen Sie Kontakt mit Christian Schorno auf.


[1] Das Kriterium, dass die Applikationen des Mashups webbasiert funktionieren sollen, setzt eigentlich den Webbrowser als die Mashup-Applikation ein.

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