1.3 Neubeginn und neuer Mainstream nach Punk – eine kommentierte Playliste

THE LAST POETS: E PLURIBUS UNUM (1972)
Die Last Poets gründeten sich 1969 in Harlem, nachdem sie sich im Gefängnis kennen gelernt hatten. Dort erfanden sie einen Sprechgesang, der sich über die Jahre immer gesellschafts- und konsumkritischer entwickelte. Dadurch, dass der Text der Kern der Musik der Last Poets bildete, sind sie weder mit Soul, Funk oder Disco vergleichbar.1 (mwa)

TALKING HEADS: PSYCHO KILLER (1977)
Erschienen im Jahr 1977 auf dem Album „Talking Heads: 77“ ist „Psycho Killer“ einer der herausragenden Song des No-Wave. Eine markante Basslinie wird musikalisch recht nüchtern bespielt, ein einerseits geradezu funkyesker Beat läuft einen so eigenartigen, zerhackten Rhythmus, welcher durch den nervös bis verwirrt wirkendem Gesang David Byrnes eine all zu sehr harmonische Stimmung zu verhindern weiss. „Psycho Killer“ kann aufgrund der Dekonstruktion des tanzbaren Rhythmus und Versen wie: „We are vain and we are blind/I hate people when they’re not polite“ als Abgesang auf die New Yorker Yuppies der damaligen Zeit interpretiert werden, welche in Nobelclubs zur angesagten Discomusik einem hedonistischen Lebensstil nachhingen. (the)

RAMONES: CALIFORNIA SUN (1977)
Indem sich die Ramones wieder an gewissen Strukturelementen des Rock ‘n’ Rolls der 1950er Jahre orientierten, schufen sie im Punk eine neue Musikrichtung. Die Songs sind zweiminütige Energieausbrüche, welche auf die einfache Strophe-Refrain Form des Rock ‘n’ Roll zurückgreifen. Auch die Besetzung ähnelt der des Rock ‘n’ Roll stark, doch stand im Punk ein rauher, fast schreiender Gesang Vordergrund. California Sun, aus dem ersten Album der Band Ramones, repräsentiert ebendiese Züge des frühen Punks. (ys)

RUBEN BLADES: PEDRO NAVAJA (1977)
Während der Entstehung des New Wave und des Punk, welche als Reaktion auf den bisweilen durchstrukturierten und kommerziellen Rock als eine Rückkehr zum Ursprünglichen angesehen werden können2, wendeten sich nach einigen Mischformen auch die kubanischen Immigranten in den USA musikalisch nach und nach wiederum ihren Wurzeln zu. In einer ständigen Spannung zwischen Tradition und modernem Experimentalismus entstand in einem Konglomerat von lateinamerikanischer Tanzmusik, afrokubanischer Rumba und modernem Jazz schliesslich der Salsa3. Die Instrumentalisierung in Pedro Navaja ist dementsprechend sehr klassisch: Zunächst wird mit Kongas,Timbales und dem Bongo die Clave vorgegeben, anschliessend setzen das Piano, der Kontrabass und vier Posaunen ein4. Einzig der aussergewöhnliche Text weist auf die Entstehung ausserhalb Lateinamerikas hin, da er von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper von Berthold Brecht und Kurt Weill und dessen Thematik der Kriminalität an Prostituierten inspiriert ist. (jo)

DONNA SUMMER: I FEEL LOVE (1977)
Am 1. Juni 1977 gelang den Produzenten Giorgio Moroder und Peter Bellotte ein Durchbruch in der Discomusik der 70er-Jahre, denn sie erfanden deren Klang neu. Der Hit (US #6, UK #1) der Disco-Queen Donna Summer erinnert an jüngere Technotracks und nicht an die pompösen, melodischen Disconummern der Zeit. Der Song I Feel Love kombiniert Summers erotische Stimme mit klaren futuristisch wirkenden Klängen und lässt somit eine Sphäre entstehen zwischen Erotik und steril-technischer Distanz.5678910. (sak)

SEX PISTOLS: GOD SAVE THE QUEEN (1977)
„God Save The Queen“ wurde zu jener Zeit veröffentlicht, als Queen Elizabeth II gerade ihr silbernes Jubiläum feierte. Laut dem Schlagzeuger Paul Cook war der Song jedoch nicht in Hinsicht auf dieses Ereignis geschrieben worden. Das Lied erreichte seltsamerweise bloss Platz 2 bei den offiziellen UK Singles Charts, obwohl es sich besser verkaufte als der Track, der den 1. Platz besetzte.
„God Save The Queen“ ist mit seinen aggressiven, konfrontativen Lyrics ein typischer Vertreter des Punk-Rocks. Die Sex Pistols thematisieren darin die politische Situation in England und malen eine düstere Zukunft. Typisch für dieses Genre ist auch die raue, unmodulierte Stimme des Sängers, in diesem Fall Johnny Rotten.1112(dm)

THE POLICE: CAN’T STAND LOSING YOU (1978)
Sowohl das Cover wie auch die Lyrics der Single „Can’t Stand Losing You“ von The Police demonstrieren Radikalität, vielleicht gar Wut, den Ausdruck, dem sich der Punk verschrieben hatte. Musikalische aber bewegt sich der Song im Postpunk: mit schlichterer, von Reggae und Funk inspiriertem Gebrauch der Gitarre; ein schlichtes Arrangement, schmaler Bass, Rock-’n‘-Roll-Refrain. Diese Struktur lässt sich bei einigen (früheren) Stücken von The Police erkennen, Reggae geprägter Rock, doch nahe am Punk. Anders als bei Punk streckt Postpunk die Fühler vor zu anderen Musikgenres (aus Afrika, Jamaika), verneint diese und vorgängige nicht so radikal wie Punk (Jazz Rock, Folk Rock).131415. (li)

GANG OF FOUR: AT HOME HE’S A TOURIST (1979)
Postpunk wurde in Grossbritannien geboren. Eine der ersten Bands, die diese Zeit hervorgebracht hat, ist: Gang of Four. Sie lösen sich vom Punk mit einem weniger düsteren Musikstil ab. „At home he’s a Tourist“, war ihre erfolgreichste Single. Die Musik enthielt nun mehr politische und sozialkritische Inhalte, als zur Zeit des Punks, so wird in „At home he’s a Tourist“ darüber gesungen, wie man sich im eigenen Zuhause fremd fühlt. Es gibt synthetische Elemente, was im Postpunk das erste Mal aufkam.1617 (jl)

THE CLASH: DEATH OR GLORY (1979)
The Clash war wohl eine der erfolg- und einflussreichsten Punkbands aller Zeiten. Death or Glory ist ein Lied des Albums „London Calling“, welches 1979 veröffentlicht wurde und zahlreiche Stile wie z.B. Punkrock, Rockabilly, Reggae in sich vereint. Die musikalischen Fertigkeiten von The Clash sind für die eigentliche Punk-Bewegung zwar fast schon zu hoch, ihre Texte (so auch „Death or Glory“) jedoch sehr repräsentativ für diese Zeit. Es wird Rebellion ausgedrückt und eine Abgrenzung zu vorherigen Musikstilen vorgenommen, was „Death or Glory“ auf eine fast schon satirische Art und Weise tut. Die Akkordfolgen und die Melodie sind einprägsam und zeigen, dass Punk nicht nur für Krach, sondern eben auch für musikalisch ausdifferenzierte Sounds steht.1819.

SUGARHILL GANG: RAPPER’S DELIGHT (1979)
Der erste international-kommerziell erfolgreiche Hip Hop Song welcher der noch jungen Stilrichtung die Türen zur Musikindustrie öffnete. Fällt die Singleversion mit knapp über 4 Minuten normal lang aus, dauert die Albumversion beinahe eine Viertelstunde20. Beat und Basslinie des Songs basieren auf Good Times von Chic aus demselben Jahr21. Der Song wurde unzählige Male gecovert oder auf andere Weise verwendet, unter anderem von Falco 1986. (MR)

JOY DIVISION: LOVE WILL TEAR US APART (1980)
Das berühmteste Lied von Joy Division, die zu den typischen Vertretern des Post-Punk zählen, ist „Love will tear us apart“. Das Lied wurde kurz vor Sänger Ian Curtis’ Suizid veröffentlicht, konnte aber keinen grossen Erfolg feiern. Erst nach der zweiten Veröffentlichung wurde das Lied als das bekannteste Beispiel für die musikalische Ausdruckskraft von dem Sänger anerkannt. Love will tear us apart zählt zu den besten Singles aller Zeiten und findet ihren Platz in der Liste der 500 grössten Songs aller Zeiten des Rolling Stone Magazines. (ma)
In den Lyrics zu „Love Will Tear Us Apart“ verarbeitete der Sänger Ian Curtis seine Eheprobleme.22 Joy Division waren dem Postpunk verschrieben, doch „Love Will Tear Us Apart“ war ihr Pop-Song. Das Wiedererkennen des Songs liegt an den Synthesizern, dem mechanischen Schlagzeug und an der einzigartigen Stimme des Sängers.23 (sf)

AFRIKA BAMBAATAA: PLANET ROCK (1982)
„Planet Rock“, erschienen 1982, ist wohl einer der einflussreichsten Songs für die Musikstile des HipHop und des Elektrofunk. Afrika Bambaataa verwendet in seinem Song verschiedenen Samples, u.a. von Liedern der Band Kraftwerk (Trans-Europe Express und Numbers). Durch die Verwendung eines Synthesizers, sowie des Breakbeats wirkt Planet Rock elektrisch, jedoch auch sehr funkig. Der Text wird gerapt, wodurch auch ein klarer Bezug zum HipHop hergestellt werden kann. Afrika Bambaataa schafft es, in einem Song sehr viele Stilrichtungen zu vereinen und leistet somit Pionierarbeit für die weitere Entwicklung der Elektro-, sowie HipHopmusik.242526 (Lh)

GRANDMASTER FLASH & THE FURIOUS FIVE: THE MESSAGE (1982)
„The Message“ ist die 1982 veröffentlichte Single von Grandmaster Flash & the Furious Five. Als sozio-politischer Katalyst bewirkte der Song, dass sich der politische Hiphop als Sub-Kategorie der Hiphop-Musik, entwickelte. Obwohl The Message nicht der erste Rap Song war, der vom Frust des Lebens im Ghetto handelt, war er der erste, der sich vom schnellen Disco-Rhythmus abwandte und sich auf einen langsameren Beat sowie auf Lyrik konzentrierte. Das Gerüst des Songs, „don’t push me cause I’m close to the edge / it’s like a jungle sometimes / it makes me wonder how I keep from goin’ under“, umklammert die einzelnen Strophen, die über Prostitution, Diebstahl innerhalb der Familie, niederen Bildungsstand, Gewalt und Arbeitslosigkeit erzählen. So befanden sich auf dem Album „The Message“ bereits sämtliche Themen, die in den kommenden Jahrzehnten für Hiphop prägend sein werden.27 (el)
„The Message“ ist einer der bekanntesten Hiphop-Songs. Grandmaster Flash & The Furious Five schufen aber einen der innovativsten Songs: „The Message“ bewegte sich weg von den üblichen Disco-Rhythmen, wie sie beispielsweise in „Rapper’s Delight“ von der Sugarhill Gang zu hören sind. Grandmaster Flash setzte die Lyrics in den Mittelpunkt und unterlegte diese mit einem langsamen Beat. The Message propagierte die wachsende Wichtigkeit der Rapper als gesellschaftskritische und politische Stimme.28 (sf)

MICHAEL JACKSON: BILLIE JEAN (1982)
Anfang der 1980er-Jahre wurde MTV populär und revolutionierte die Vermarktung von Künstlern. Musikvideos wurden zum beliebtesten Instrument um Singles zu promoten, MTV aber verwehrte schwarzen Musikern diese Möglichkeit. Erst durch den gigantischen Erfolg von Michael Jacksons „Thriller“ LP gelang es Columbia Records MTV so unter Druck zu setzen, dass ihnen mit den drei Musikvideos zu „Billie Jean“, „Beat it“ und „Thriller“ der Durchbruch in die weisse Musikwelt von MTV gelang.29 (lc)

PRINCE: PURPLE RAIN (1984)
Das Multitalent Prince zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass er sowohl Gitarre, Klavier, Keyboard als auch Schlagzeug30 spielt, sondern auch viele Genres wie Jazz, Funk, Pop, Rock und Blues, in seine Musik einfliessen, und zusätzlich seine Texte selber schreibt. Seinen grossen Durchbruch gelang ihm 1984 mit „Purple Rain“, welches ebenfalls der Titel seiner im selben Jahr verfilmten Autobiographie ist. Seine vielseitigen Songs hatten grossen Einfluss auf eine Vielzahl von Musikrichtungen. (mw)

KILLING JOKE: EIGHTIES (1984)
Killing Joke beschreiben ihre Musik als „Klang der Erde, wenn sie kotzt“31. Obwohl ihnen der grosse Durchbruch bis heute verwehrt blieb, wäre die Rock- und Metalszene in ihrer heutigen Form vermutlich undenkbar, berufen sich doch Grössen wie Nirvana, Metallica, Korn, Rammstein oder auch Marilyn Manson auf den grossen Einfluss der Band: Man vergleiche die beiden Bassriffs von „Eighties“ und „Come as you are“. „Eighties“ enthält einerseits die sozialkritischen Texte welche für Punk und New Wave typisch sind, besticht aber auch durch eine gewisse Tanzbarkeit32. (MR)

THE JESUS AND MARY CHAIN: JUST LIKE HONEY (1985)
„Just Like Honey“: Anti-Pop und Pop schlechthin zugleich. Geht das? The Jesus And Mary Chain beweisen mit ihrem Song, dass solch eine Widersprüchlichkeit durchaus funktionieren kann. Das Schlagzeug-Intro ist auf den Song „Be My Baby“ von The Ronettes zurückzuführen und macht deutlich, dass The Jesus And Mary Chain einerseits mit neuen formalen Mitteln experimentieren, gleichzeitig aber auch an Altes anknüpfen. Einflüsse von The Velvet Underground und The Stooges sind ausmachbar und führen dem Hörenden die Historizität vor Augen. Die Musik von The Jesus And Mary Chain nimmt Elemente des bestehenden Punks auf, wandelt diese aber auf eine eigene, ironische Art und Weise um und zählt somit klar als Repräsentant des Postpunk/Newpop Genres.33 (pl)

RUN-D.M.C.: WALK THIS WAY (1986)
Run DMC waren Vorläufer des Gangsterraps und pflegten die typisch selbstbewusste schwarze Gangster- und Rebellen-Attitude des Hiphop, obwohl sie nicht aus der Bronx kamen. Sie schafften sich eine Street-Attitude um dem Image des Gangsta-Rap gerecht zu werden. Bezeichnend ist auch ihre Zusammenarbeit mit weissem Hardrock bei der Produktion der Single „Walk This Way“. Diese entstand in einer Kooperation mit der Metal-Band Aerosmith und verschaffte ihnen den Zugang zu einem weissen Publikum und kommerziellem Erfolg.34 (lc)

RUN-D.M.C.: IT’S TRICKY (1986)
„It’s Tricky“ erreichte Platz 57 bei Billboard Hot 100 und Platz 21 bei Hot R&B/Hiphop-Songs.
Im Jahr 2006 wurde Run–D.M.C. von The Knack, einer New Wave Band, verklagt, weil sie ohne Erlaubnis eine ihrer Singles in ihrem Lied „It’s Tricky“ gesampelt hatten. Dies war ein beliebter Trick von Run–D.M.C. Ihr Ziel war es, einen Wiedererkennungswert in ihren Liedern zu haben und sie einem breiten Publikum schmackhaft zu machen und dies zu einer Zeit, in der Hiphop noch als blosse Modeerscheinung angesehen wurde. Gleichzeitig ist das Sampling auch eine typische Eigenschaft des Hiphops, sowie Rap, der in „It’s Tricky“ auch nicht zu kurz kommt.3536. (dm)

SALT-N-PEPA: PUSH IT (1987)
„C’mon girls, let’s go show the guys that we know/ How to become number one in a hot body show“ – Salt-n-Pepa waren die erste „all-female rap crew“ in der bisher von Männern dominierten Hip-Hop-Welt. „Push It“ gehört zu ihren bekanntesten Songs, welche sich durch schwere Bässe und pro-feministisch angehauchte Lyrics auszeichnen37. Besonders im Hinblick auf den im Hip-Hop vertretenen Gangsta-Rap, welches den Mythos des omnipotenten (schwarzen) Mannes zelebriert, stellten Cheryl James (Salt), Sandy Denton (Pepa) und Deidre Roper mit ihrem energiegeladenen und vor weiblichem Selbstbewusstsein strotzenden Auftritt bereits in den 80er-Jahren einen wichtigen Gegenpol zum objektivierten Bild der Frau im Hip-Hop her.38 (nw)

ERIC B. AND RAKIM: PAID IN FULL (1987)
Mit seinem Flow, der ruhigen Art zu rappen und den komplexen Verweisen in seinen Lyrics beeinflusste Rakim den Eastcoast Rap wie kein anderer.49 Anders als die energiegeladenen Stimmen von Run DMC, war Rakims Stimme viel ruhiger und präziser.50 Viele der in „Paid in Full“ verwendeten Samples stammten aus dem Dunstkreis der funkigen Blackmusic, wie das zu dieser Zeit im Hip-Hop üblich war. Doch Eric B. griff auch zu arabischen Klängen, trockenen Beats, funkigen Einschüben, Stimmen von Fernsehsprechern und lüsternen Mädchen, wofür er bewundert wurde. Mit wahrer „Streetcredibility“, simpler Produktion und dem neuen Reimstil Rakims war der Track und das gleichnamige Album bahnbrechend für die Entwicklung der Rapmusik. „Paid in Full“ gilt bis heute als eines der einflussreichsten Rapalben aller Zeiten.51

SONIC YOUTH: TEEN AGE RIOT (1988)
Der knapp 7-minütige Song „Teen Age Riot“ beginnt mit einem charakteristischen, ausufernden Soundgemisch, kurz darauf dröhnen Thurston Moores und Lee Ranaldos Gitarren mächtig auf, während Kim Gordon zu ihrem typischen nuschelnden Gesang ansetzt, und Satzfragmente wie „Spirit desire“, „We will fall“ und „Say it, don’t spray it“ dazwischen wirft. „Teen Age Riot“ – zusammen mit den durchs Band positiven Kritiken des Albums „Daydream Nation“ – bescherte Sonic Youth insbesondere an College-Radios einigen Erfolg. Nur kurze Zeit später unterschrieb die Band bei einem Major-Label und fand somit ihren Platz in der damals explodierenden Alternative-Rock-Szene.39 (kbr)

MC LYTE: PAPER THIN (1988)
„Paper Thin“ wurde am 17. September 1988 auf dem Album „Lyte As A Rock“ veröffentlicht, das Debütalbum der Rapperin MC Lyte; als erste Frau überhaupt gab sie ein gesamtes HipHop-Album heraus. Mit den Lyrics inspiriert MC Lyte Frauen ihren eigenen Mann zu stehen und nicht auf papierdünne Worte der Männer zu hören. Der Hiphop-Track kombiniert Lytes Rhymes mit Samples aus vergangen Hits – z.B. die Anfangs-Gitarrenriffs aus Princes 17 Days und abgewandelt Ray Charles Hit The Road Jack. MC Lyte und ihr Album prägten den HipHop der Achtzigerjahre und ebneten den Weg für weitere weibliche MCs und Rapartistinnen.40414243 (sak)

DE LA SOUL: ME, MYSELF & I (1989)
De La Souls Stil zeichnet sich durch das Integrieren von humorvollen und gesellschaftsrelevanten Texten in den Hip-Hop aus. Genau diese Merkmale der Hip-Hop-Formation De La Soul wurden durch den Song „Me, Myself and I“ gefestigt. Ein konstanter Beat wie auch Scratching (Hip Hop) zieht sich durch den Song, aber er hat einen für den „Native-Tongue“-Stil typischen weichen Flow, der auf Jazz- und Soul-Elementen basiert.4445 (li)

U2: EVEN BETTER THAN THE REAL THING (1991)
Even Better Than the Real Thing ist exemplarisch für den alternativen Rockstil, welchem sich Bands wie U2 oder Depeche Mode in den 90er Jahren widmen. Der Song orientiert sich nicht ausschliesslich an der Struktur und dem Sound von klassischen Rocksongs, sondern zusätzlich an moderneren Musikrichtungen wie dem Krautrock oder der europäischen elektronischen Musik. Der Song beinhaltet neben elektronischen und industriellen Einflüssen auch Dance-Elemente und bedient sich moderner Soundeffekte.46 (gi)

NIRVANA: SMELLS LIKE TEEN SPIRIT (1991)
„Smells Like Teen Spirit“ erschien 1991 und war Nirvanas erste Singleauskopplung aus dem Erfolgsalbum „Nevermind“. Der Song gilt als der Titel, der den Grunge, eine Bewegung, die Ende der achtziger Jahre in Seattle entstand, gesellschaftsfähig machte und allgemein auch als eines der wichtigsten Lieder der neunziger Jahre überhaupt.Unter anderem wählte ihn das Musikmagazin „Rolling Stone“ zum neuntwichtigsten Song aller Zeiten, das „Q Magazine“ sogar als drittbesten und das Video wurde mit zwei „MTV Video Music Awards“ ausgezeichnet („Best Alternative Music Video“ und „Best New Artist Video“).47 (bw)

GREEN DAY: BASKET CASE (1993)
1993 erschienen, erklingt am Anfang dieses Tracks nur die Stimme des Leadsängers Billie Joe Armstrong und seine Gitarre, was an die Anfänge des Punks und den sogenannten Garage-Rock und seinen Gebrauch von wenigen Instrumenten , sodass die Musik ‚nackt’ zu sein schein, erinnert. Der Song handelt von einer Person, die sich selbst für verrückt hält und sich mit einer Angststörung und emotionaler Instabilität auseinanderzusetzen versucht. Dies sind Merkmale dessen, dass im Punk ganz andere Themen wie im Rock angesprochen werden – anstatt um Liebe und das schöne Leben geht es um Rebellion, um das Aufreissen von alten, einengenden Strukturen und das Ansprechen von heikleren Themen.48 (nana)

Weiter zur nächsten Playliste 1.4 Digitale Sounds: Hip-Hop, House, Techno, Electronica


  1. Büsser 2013; S. 45-47.
  2. Büsser, Martin: On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt, S. 83.
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