Die Geschichte der Populären Musik in 4 Phasen. Eine kommentierte Playlist.

1. 1945-1965: Von Traditionalpop, Rhythm ,n‘ Blues und Country zu Rock ‚n‘ Roll und Beat

Elvis Presley – Baby Let’s Play House (1955)

Wie viele andere Rock n’ Roll Songs ist Baby Let’s Play House von Elvis Presley eine Coverversion und vereint sowohl Einflüsse der Countrymusik als auch des Rhythm-and-Blues. Die Vorlage für den Song lieferte Rhythm-and-Blues Sänger Arthur Gunther, dessen Idee auf Eddy Arnold’s Countrysong I Want to Play House with You basierte. Baby Let’s Play House funktionierte hervorragend für den Rockabilly-Stil von Elvis Presley und stellt einen seiner ersten grossen Hits dar. Um den Song noch besser an seinen Stil anzupassen, änderte Elvis Teile der Lyrics. Der Ausdruck „You may have Religion“ wurde beispielsweise zu „You may drive a pink Cadillac“, eine humorvolle Voraussage über jenes Auto, welches später zu einem Markenzeichen von Elvis werden sollte. (gi)

Elvis Presley – Baby Let’s Play House

Elvis Presley – That’s All Right (Mama) (1946)

Von Anfang an war der Rock’n’Roll von der Musik wie auch von der visuellen Erscheinung geprägt. Elvis gefiel dem weissen Publikum mit seinem guten Aussehen und seinem Sexappeal sehr. That’s All Right (Mama) verfügt über eine typische Besetzung des Rock’n’Roll, wobei der Gesang im Vordergrund steht. Begleitet wird dieser von einer elektrischen Gitarre, einer akustischen Gitarre und einem akustischem Bass. Dieser wird hier geslappt, wodurch eine perkussive Wirkung erzeugt wird und ein Schlagzeug somit nicht notwendig ist. (ys)

Elvis Presley – That’s All Right (Mama)

Fats Domino – The Fat Man (1950)

Entdeckt wurde der Rhythm and BluesSänger Fats Domino Ende November 1949 durch Dave Bartholomew ,Talentsucher, Komponist und Produzent, in einem Club in New Orleans.The Fat Man ist der Titel seiner ersten Single, erschien 1950 und ist einer der Titel, die regelmässig als Kandidat für den ersten Rock ’n’ Roll-Song genannt werden.

Antoine “Fats“ Domino war zudem einer unter den ersten Rocker, der beständigen Crossover-Erfolg geniessen durfte (sein erster Crossover-Hit war Ain’t That a Shame aus dem Jahre 1955). (bw)

Fats Domino – The Fat Man

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Fat_Man (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://entertainment.howstuffworks.com/elvis-presley-songs3.htm (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://www.allmusic.com/artist/fats-domino-mn0000137494/biography (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://www.musikzimmer.ch/db_genres.php?Genre=Rock%27n%27Roll (Aufgerufen 21.10.13)
John Covach & Andrew Flory (2012): What’s That Sound? An Introduction To Rock And Its History. W. W. Norton & Co.; S. 71f., 96ff.

2. 1965-1977: Rock und  Pop bis Punk

Rolling Stones – Gimme Shelter (1969)

Gimme Shelter von den Rolling Stones widerspiegelt auf dramatische Weise die Angst vor einer Apokalypse und ist aufgrund der misslichen Weltlage typisch für seine Erscheinungszeit. Die Gesellschaft wird durch die Massenmedien tagtäglich mit Bildern des Vietnamkrieges, der Rassenunruhen oder der Studentenproteste konfrontiert. Die drastische Stimmung des Songs äussert sich nicht nur in den Lyrics, sondern auch in der Musik selbst. Der typisch rockige Delta-Blues-Sound der Band wird angereichert durch düster-dramatische Elemente, welche sich im Refrain steigern und dadurch noch wuchtiger und kraftvoller wirken. Zudem verleiht die Gastsängerin Merry Clayton mit ihrer lauten, kräftigen Stimme dem Refrain eine zusätzliche dramatische Steigerung. (gi)

The Rolling Stones – Gimme Shelter

Bob Dylan – Visions of Johanna (1966)

Im frühen Rock fingen die Musiker an ihre Musik selber zu schreiben und aufzuführen, denn dadurch konnten sie authentisch sein. Das Vorbild dieser Zeit war Bob Dylan. Er sah den Popsong als Medium für die Verarbeitung und Mitteilung individueller Erfahrungen, und begann Texte mit hohem literarischen Rang zu schreiben. Visions of Johanna (1966) ist ein vielschichtiger Text, der von der Diskrepanz zwischen Realismus und Idealismus handelt, wobei der Idealismus in Johanna verkörpert wird. Am Ende des Songs erkennt der Sänger die Vergänglichkeit des Idealismus. (ys)

Bob Dylan – Visions Of Johanna

The Velvet Underground – Heroin (1967)

Heroin stammt von The Velvet Undergrounds Debütalbum The Velvet Underground & Nico, das aufgrund des Covers auch als ‚Bananenalbum‘ bekannt ist und als ein Klassiker der Rockmusik gilt.

Zu seiner Zeit wurde das Album jedoch kaum beachtet –  The Velvet Underground hatten ja auch so gar nichts mit der Love & Peace-Haltung der Hippies gemeinsam und waren zudem vom damaligen Rockideal weit entfernt.Vielmehr waren sie ihrer Zeit voraus, gelten, nicht zuletzt wegen ihrer desillusionierenden und provokanten Texte über Themen wie Drogenabhängigkeit (u.a. Heroin) und Sadomasochismus, als wichtiger Vorreiter der Punks der siebzieger sowie vieler Indiebands der achtziger Jahre.(bw)

The Velvet Underground – Heroin

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bob_Dylan (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://de.wikipedia.org/wiki/The_Velvet_Underground (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://de.wikipedia.org/wiki/Visions_of_Johanna (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://www.songlexikon.de/songs/gimmeshelter (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
John Covach & Andrew Flory (2012): What’s That Sound? An Introduction To Rock And Its History. W. W. Norton & Co.; S. 424
Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Ventil Verlag, 2013. S. 34ff.

 3. 1977-2000: Punk, Postpunk, Newpop, Alternativerock, Noise

U2 – Even Better Than the Real Thing (1991)

Even Better Than the Real Thing ist exemplarisch für den alternativen Rockstil, welchem sich Bands wie U2 oder Depeche Mode in den 90er Jahren widmen. Der Song orientiert sich nicht ausschliesslich an der Struktur und dem Sound von klassischen Rocksongs, sondern zusätzlich an moderneren Musikrichtungen wie dem Krautrock oder der europäischen elektronischen Musik. Der Song beinhaltet neben elektronischen und industriellen Einflüssen auch Dance-Elemente und bedient sich moderner Soundeffekte. (gi)
U2 – Even Better Than The Real Thing

Ramones – California Sun (1977)

Indem sich die Ramones wieder an gewisse Strukturelemente des Rock’n’Roll der 1950er Jahre orientierten, schufen sie im Punk eine neue Musikrichtung. Die Songs sind zweiminütige Energieausbrüche, welche auf die einfache Strophe-Refrain Form des Rock’n’Roll zurückgreifen. Auch die Besetzung ähnelt der des Rock’n’Roll stark, doch stand im Punk ein rauher fast schreiender Gesang Vordergrund. California Sun, aus dem ersten Album der Band Ramones, repräsentiert ebendiese Züge des frühen Punks. (ys)

Ramones – California Sun

Nirvana – Smells Like Teen Spirit (1991)

Smells Like Teen Spirit erschien 1991 und war Nirvanas erste Singleauskopplung aus dem Erfolgsalbum Nevermind. Der Song gilt als der Titel, der den Grunge, eine Bewegung, die Ende der achtziger Jahre in Seattle entstand, gesellschaftsfähig machte und allgemein auch als eines der wichtigsten Lieder der neunziger Jahre überhaupt.Unter anderem wählte ihn das Musikmagazin Rolling Stone zum neuntwichtigsten Song aller Zeiten, das Q Magazine sogar als drittbesten und das Video wurde mit zwei MTV Video Music Awards ausgezeichnet (Best Alternative Music Video und Best New Artist Video). (bw)

Nirvana – Smells Like Teen Spirit

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Punk_(Musik) (Aufgerufen am 21. 10.2013)
http://de.wikipedia.org/wiki/Ramones#Singles (Aufgerufen am 21.10.2013)
http://de.wikipedia.org/wiki/Smells_Like_Teen_Spirit (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://www.rollingstone.com/music/albumreviews/achtung-baby-19920109
Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Ventil Verlag, 2013. S. 170

4. 1991-2005: Hip-Hop, House, Techno, Electronica

Fatboy Slim – Right Here Right Now (1999)

Mit Songs wie Right Here Right Now war Norman Cook, alias Fatboy Slim, massgeblich daran beteiligt, dass das elektronische Musik-Genre Big Beat Ende der 90er Jahre grosse Popularität erreichte. Typisch für das Big Beat-Genre wird der Song von einem schweren Breakbeat getragen und enthält Synthesizer-Elemente. Mit der dramatischen Melodie des Samples entsteht dadurch ein kraftvoller und temporeicher Song. (gi)

Fatboy Slim – Right Here Right Now

Arman Van Helden – Witchdoctor (1995)

Arman Van Helden veröffentlichte im Jahr 1995 fast ausschliesslich Relief inspierierten Sound. Songs wie Witchdoctor, mit seinen schmetternden Sirenenklängen, rauhen Trommeln und brüllenden vocals sind Zeugnisse der neuen Aggression in der Housemusik. (ys)

Armin Van Helden – Witchdoctor

Dr. Dre, Snoop Dogg – Nuthin‘ But A ‘G’ Thang (1992)

Der Song Nuthin’ But A ‘G’ Thang stammt vom US-amerikanischen Rapper Dr. Dre (feat. Snoop Dogg), erschien auf dessen Debütalbum The Chronic (1992) und  wird als erstklassiges Beispiel für das Album angesehen.

Dr. Dre gilt als Begründer des G-Funk, ein Stil des Hip-Hop, der in den frühen Neunzigern an der Westküste der Vereinigten Staaten entstand.In Nuthin’ But A ‘G’ Thang wurden zudem die beiden Lieder Uphill (Peace of Mind) von Kid Dynamite sowie  I Wanna Do Something Freaky to You von Leon Haywood gesampelt. (bw)

Dr. Dre, Snoop Dogg – Nuthin‘ But A ‘G’ Thang

Quellen :
http://de.wikipedia.org/wiki/G-Funk (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://en.wikipedia.org/wiki/Norman_Cook (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://en.wikipedia.org/wiki/Nuthin%27_but_a_%27G%27_Thang (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
http://www.allmusic.com/artist/dr-dre-mn0000805274/biography (zuletzt aufgerufen 21.10.2013)
John Covach & Andrew Flory (2012): What’s That Sound? An Introduction To Rock And Its History. W. W. Norton & Co.; S. 552
Peter Shapiro (Ed.) (2000): Modulations. A History Of Electronic Music: Throbbing Words On Sounds. Caipirinha Productions in Assoc. with Distributed Art Publishers. S. 78.

 

Eine Reise durch die Popmusik von 1955 bis heute: Kommentierte Playlist

 Rock’n’Roll: Elvis Presley – Heartbreak Hotel (1955)

Das Lied “Haertbreak Hotel” war der erste Pop-Hit von Elvis Presley. Diese Art von Musik wurde zu Elvis Markenzeichen und gilt als der typische Rock `n Roll Song  überhaupt.  Elvis war einer der ersten Musiker, der Rock`n Roll- Songs veröffentlichte. Sein Song „Heartbreak Hotel“ setzt sich genau aus Kernelementen des Rock`n Roll zusammen und zwar aus der „weissen“ Country-Musik und dem „schwarzen“ Rhythm & Blues.12. (jl)

 

Rock and Roll: The Everly Brothers – Wake Up Little Susie (1957)

Das Grundgerüst des Songs „Wake Up Little Susie“ der Everly Brothers sind eingängige Akkorde einer akustischen Gitarre. Die verwendeten Rock’n‘Roll-Akkorde sind unverkennbar3. Typisch für die Everly Brothers sind auch die Strukturen und Einsätze der Refrains, Close-Harmony-Gesang und bluesige Akzente4. In abgeänderter Form ist die I-IV-V-Akkordfolge des Blues herauszuhören. Auch der Inhalt des Textes – Susie wird zur unchristlichen Zeit um 4 Uhr morgens im Autokino vom Freund aufgeweckt, nach einer wohl erlebnisreichen Nacht mit dem Film als Nebensache – kann stellvertretend stehen für eine Musikepoche, in der sich die Musik erstmals der ausschliesslich der Jugend widmet5. (lci)

 

Rock’n’Roll: Jerry Lee Lewis – Whole Lotta Shakin Goin‘ On (1957)

Whole Lotta Shakin’ Goin’ On wurde durch die Interpretation von Jerry Lee Lewis 1957 berühmt. Mit stampfenden Boogie Rhythmen hat er die ursprüngliche Liedversion von Country-Pianist Roy Hall und Dave Williams radikal geändert6. Sein temporeiches Pianospiel im (für den Blues typischen) Shuffle-Rhythmus wird durch eine rollende Basslinie und ein treibendes Schlagzeugspiel unterstützt. Jerry Lee Lewis hat damit seinen bekanntestes Rock’n’Roll Hit kreiert, der über drei Millionen mal verkauft wurde7. (fe)

 

Rock’n’Roll : Frankie Avalon – Venus (1959)

Frankie Avalon kann als Antwort der Musikindustrie auf die „first wave of rock’n’roll“ gesehen werden. Während das Image vieler Rock’n’Roll Künstler wie Elvis oder Pat Boone vielen Teenagern (und deren Eltern) zu anstössig war, reagierten Musikproduzenten auf diese neue Zielgruppe, indem sie attraktive aber gleichzeitig brav und anständig aussehende Sänger ins Studio holten, um vor allem den Geschmack von weiblichen Zuschauerinnen zu treffen. Fernsehsendungen, welche speziell auf Teenager zugeschnitten waren, so wie Dick Clark’s Saturday Night Beechnut Show boten eine ideale Plattform, um Künstler wie Frankie Avalon zu vermarkten. Das angefügte Musikvideo zeigt den adrett angezogenen, sich etwas unsicher bewegenden und zaghaft singenden Avalon, wie er – typisch für die „bubblegum music“ – in unschuldiger Manier über seine Sehnsucht nach einem netten Mädchen singt („Please send me a girl who wants my kisses and my arms“)8. (nw)

 

 Rock: The Who – My Generation (1965)

The Who veröffentlichen im Sommer 1965 ihre Single „My Generation“ und katapultieren sich damit auf den zweiten Platz der Singlecharts. Der Song wurde dank seinem unverblümten Liedtext zur Hymne der damaligen Jugendkultur der ModsDen Einfluss des Rhythm and Blues wird durch das „Call and Response“ Muster deutlich, mit dem das Lied gesungen wird: Auf den Call des Sängers antwortet die Band als Chor. Mit elektrischen Gitarren, Bass und Schlagzeug zelebrierten die vier Briten zudem einen viel härteren Rockbeat, als er noch von den Beatles geprägt wurde.910 (fe)

 

Rock/ Folkrock: Simon & Garfunkel – The Sound of Silence (1966)

Die Originalversion von „The Sound of Silence“ bestand nur aus den Stimmen von Simon und Garfunkel, begleitet von akustischer Gitarre; bei der späteren, überarbeiteten und somit Folk-Rock-Version kam E-Gitarre, Bass und Schlagzeug dazu11.12(Überarbeitung durch den Produzenten Wilson, der auch mit Bob Dylan gearbeitet hatte). Inhaltlich wendeten sich die Texte vom Teenage-Slang ab, hin zu komplexeren oder auch politischen Themen; dabei gilt Bob Dylan als einer der Vorreiter des Folkrocks, dessen Stil Simon & Garfunkel auch gerne anerkennen13. (lci)

 

Psychedelic Rock: The Beatles – Strawberry Fields Forever (1967)

„Strawberry Fields Forever“ wurde von Lennon und McCartney geschrieben und 1967 herausgebracht. Es war eine der erfolgreichsten Veröffentlichungen der Beatles. Das Lied gilt als das psychedelische Lied schlechthin und ist deshalb exemplarisch für die Zeit der Rockmusik, in der viel experimentiert wurde, sowohl mit Musik als auch mit Drogen  Im Songtext wird ein LSD-Trip beschrieben und diese Droge wird oft unzertrennbar mit der Zeit der psychedelischen Musik angesehen141516. (jl)

 

American folk rock: James Taylor and Carole King – You’ve Got A Friend (1971)

You’ve Got A Friend, gesungen von James Taylor, zeigt wunderbar, mit welchen stilistischen Elementen amerikanischen Folk Rock arbeitet: Ehrlichkeit und Authentizität17. You’ve got a Friend kommt völlig ohne grosse Bühneninszenierung aus und erhält seinen Charme durch die ruhigen Stimmen Taylors und Kings. Taylor verkörpert das klassische „strumming-and-singing“ des Folk und ein zweiter Musiker begleitet ihn auf der elektrischen Gitarre, was dem Lied den von Covach und Flury bezeichneten „American music-style“ verleiht. Das Lied stammt aus der Feder von Carol King, welche Tylor nicht nur als Pianistin und Vocalistin begleitete, sondern eine eigene Version ihres Songs veröffentlichte18. (nw)

 

Alternative Rock: Sonic Youth – Teen Age Riot (1988)

Teen Age Riot ist die erste Singleauskopplung aus dem viel beachtetem Album Daydream Nation von Sonic Youth aus dem Jahr 198819. Kim Gordons gehauchter Sprechgesang wird im Intro mit hypnotischen, sich wiederholenden Gitarrenriffs unterlegt, bis kurz darauf die wilden, chaotischen Gitarrenklänge Thurston Moores durchbrechen. In dem knapp sieben Minuten langen Song sprengen sie die logischen Grenzen der Rocks und legen stattdessen einen emotional-assoziativen Klangteppich20. Sonic Youth wurden damit stilbildend für eine Bandbreite weiterer Bands, darunter Nirvana, die drei Jahre später mit Nevermind die Musikwelt auf den Kopf stellte.21 (fe)

 

Alternative Rock/ Glamrock: David Bowie –  Ziggy Stardust (1972)

David Bowie inszenierte 1972 mit seinem Alter Ego Ziggy Stardust eine Kunstfigur, welche die ästhetischen Merkmale des Glamrocks der 70er Jahre perfekt zur Geltung bringt. Ziggy Stardust ist ein Gesamtkunstwerkt: Bowie experimentiert nicht nur mit Klängen, sondern auch mit visuellen Reizen. So widersetzt sich Ziggy Stardust provokativ de gängigen Schönheitsvorstellungen und reizt mit Bühnenoutfits und Makeup Genderkonventionen aus22. Ziggy Stardust, sowohl als Kunstfigur, als auch als Song („Making love with his ego, Ziggy sucked up into his mind“) treibet das für den Glamrock bezeichnende Spiel mit verschiedenen Identitäten gekonnt auf die Spitze23. (nw)

 

Elektronische Musik: Kraftwerk -Trans Europa Express (1977)

Kraftwerk gelten als Pioniere der elektronischen Musik und prägen bis heute weltweit Künstler aus unterschiedlichen Musikstilen. Mit Synthesizern, Hallgeräten und Verzerrern trieben sie die Philosophie der Musique Concrète weiter und garnieren sie mit harmonischen Melodien24.
„Trans Europe Express“ ist das Titelstück ihres gleichnamigen sechsten Albums. Die Band kreiert ihren Sound mit Synthesizern und elektronischem Schlagzeug, der Gesang wird durch einen Vocoder erzeugt und bleibt damit ausdruckslos mechanisch. Der Rapper Afrika Bambaataa liess sich vom Grundbeat des Songs beeinflussen und benutzte ihn als Basis für seinen Hip-Hop Single „Planet Rock“25. (fe)

 

Postpunk/New Wave: The Police – Can’t Stand Losing You (1978)

Sowohl das Cover wie auch die Lyrics der Single „Can’t Stand Losing You“ von The Police demonstrieren Radikalität, vielleicht gar Wut, den Ausdruck, dem sich der Punk verschrieben hatte. Musikalische aber bewegt sich der Song im Postpunk: mit schlichterer, von Reggae und Funk inspiriertem Gebrauch der Gitarre; ein schlichtes Arrangement, schmaler Bass, Rock’n’Roll-Refrain26. Diese Struktur lässt sich bei einigen (früheren) Stücken von The Police erkennen, Reggae geprägter Rock, doch nahe am Punk27.
Anders als bei Punk streckt Postpunk die Fühler vor zu anderen Musikgenres (Afropop, Reggae, Dub), verneint diese nicht so radikal wie Punk (Jazz Rock, Folk Rock)28.
(lci)

 

Postpunk: Gang of Four – At home he’s a Tourist (1979)

Postpunk wurde in Grossbritannien geboren. Eine der ersten Bands, die diese Zeit hervorgebracht hat ist : Gang of Four. Sie lösen sich vom Punk mit einem weniger düsteren Musikstil ab. „At home he’s a Tourist“, war ihre erfolgreichste Single. Die Musik enthielt nun mehr politische und sozialkritische Inhalte, als zur Zeit des Punks, so wird in „At home he’s a Tourist“ darüber gesungen, wie man sich im eigenen Zuhause fremd fühlt. Es gibt synthetische Elemente, was im Postpunk das erste Mal aufkam2930. (jl)

 

Hip-Hop/ Rap: Salt-n-Pepa – Push It (1987)

„C’mon girls, let’s go show the guys that we know/ How to become number one in a hot body show“ – Salt-n-Pepa waren die erste „all-female rap crew“ in der bisher von Männern dominierten Hip-Hop Welt. Push It gehört zu ihren bekanntesten Songs, welche sich durch schwere Bässe und pro-feministisch angehauchte Lyrics auszeichnen31. Besonders im Hinblick auf den im Hip-Hop vertretenen Gangsta-Rap, welches den Mythos des omnipotenten (schwarzen) Mannes zelebriert, stellten Cheryl James (Salt), Sandy Denton (Pepa) und Deidre Roper mit ihrem energiegeladenen und vor weiblichem Selbstbewusstsein strotzenden Auftritt bereits in den 80er Jahren einen wichtigen Gegenpol zum objektivvierten Bild der Frau im Hip-Hop her32. (nw)

 

Hip Hop: De La Soul – Me, Myself and I (1989)

De La Souls Stil zeichnet sich durch das Integrieren von humorvollen und gesellschaftsrelevanten Texten in den Hip Hop aus. Genau diese Merkmale der Hip Hop Formation De La Soul wurden durch den Song „Me, Myself and I“ gefestigt33. Ein mit Schratches kolorierter Breakbeat zieht sich durch den Song, aber er hat einen für den „Native-Tongue“-Stil typischen weichen Flow, der auf Jazz- und Soul-Elementen basiert34. (lci)

 

Techno: Talla 2XLC (Andreas Tomalla) – Come with me (2002)

Talla 2XLC ist gilt als Pionier und einer der wichtigsten Vorläufer der kommerziellen deutschen und internationalen Techno/Trance-Szene.“Come with me” ist ein typischer Technosong, da er mit Hilfe von elektronischen Geräten erzeugt wurde. Es ist ein eher rhythmusorientierter Tanzsong, der vor allem mit Synthesizer und Keyboard produziert wurde, was charakteristisch für den Techno-Stiel  ist. Der Text ist, wie es für diese Art von Musik kennzeichnend ist, von Ängsten vor der Zukunft geprägt3536. (jl)

 

  1. http://www.allmusic.com/song/heartbreak-hotel-mt0039607737 (abgerufen am 21.10.2013)
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Elvis_Presley (abgerufen am 21.10.2013)
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Wake_Up_Little_Susie
  4. http://www.allmusic.com/song/wake-up-little-susie-mt0015413531
  5. John Covach & Andrew Flory (2012): What’s That Sound? An Introduction To Rock And Ist History. W. W. Norton & Co.; S. 74–153
  6. http://www.allmusic.com/song/whole-lotta-shakin-goin-on-mt0030222143 (Abgerufen: 20.10.2013)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Whole_Lotta_Shakin%E2%80%99_Goin%E2%80%99_On#cite_note-9 (Abgerufen: 20.10.2013)
  8. John Covach & Andrew Flory (2012): What’s That Sound? An Introduction To Rock And Ist History. W. W. Norton & Co.; S. 115f.
  9. http://en.wikipedia.org/wiki/My_Generation (Abgerufen: 20.10.2013)
  10. http://www.allmusic.com/song/my-generation-mt0034982347 (Abgerufen: 20.10.2013)
  11. John Covach & Andrew Flory (2012): What’s That Sound? An Introduction To Rock And Its History. W. W. Norton & Co.; S. 200 ff
  12. http://rockhall.com/blog/post/7095_songs-that-shaped-rock-and-roll-sounds-of-silence/
  13. http://www.songfacts.com/detail.php?id=796
  14. http://www.allmusic.com/song/strawberry-fields-forever-mt0010100375 (abgerufen am 21.10.2013)
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/Strawberry_Fields_Forever. (abgerufen am 21.10.2013)
  16. Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt; S. 16
  17. John Covach & Andrew Flory (2012): What’s That Sound? An Introduction To Rock And Ist History. W. W. Norton & Co.; S. 12
  18. John Covach & Andrew Flory (2012): What’s That Sound? An Introduction To Rock And Ist History. W. W. Norton & Co.; S. 193
  19. http://en.wikipedia.org/wiki/Teen_Age_Riot
  20. http://www.allmusic.com/song/teen-age-riot-mt0010584159 (Abgerufen: 20.10.2013)
  21. http://www.laut.de/Sonic-Youth/Alben/Daydream-Nation-39336 (Abgerufen: 20.10.2013)
  22. Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt; S. 91
  23. http://www.allmusic.com/subgenre/glam-rock-ma0000002619 (abgerufen am 21.10.2013
  24. http://en.wikipedia.org/wiki/Trans-Europe_Express_%28song%29 (Abgerufen: 20.10.2013)
  25. http://www.allmusic.com/song/trans-europe-express-mt0012280373 (Abgerufen: 20.10.2013)
  26. http://www.thepolice.com/discography/singles/142
  27. http://sfloman.com/police.html
  28. Simon Reynolds (2005): Rip It Up And Start Again. Postpunk 1978-1984. Faber & Faber; Prologue pp. xvii-xxx
  29. http://de.wikipedia.org/wiki/Gang_of_Four (abgerufen am 21.10.2013)
  30. Simon Reynolds (2005): Rip It Up And Start Again. Postpunk 1978-1984. Faber & Faber; S. 2-4
  31. http://www.allmusic.com/artist/salt-n-pepa-mn0000294891/biography (abgerufen am 21.10.2013)
  32. Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt; S. 155
  33. http://en.wikipedia.org/wiki/Me_Myself_and_I_(De_La_Soul_song)
  34. Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt; S. 158 – 159
  35. http://de.wikipedia.org/wiki/Talla_2XLC (abgerufen am 21.10.2013)
  36. http://de.wikipedia.org/wiki/Techno#Die_Bezeichnung_.E2.80.9ETechno.E2.80.9C_in_den_1980er-Jahren (abgerufen am 21.10.2013)

Kommentierte Playlist

Rock’n’Roll/Rhythm and Blues/Country/Rockabilly

Diana Ross and the Surpremes – You Can’t Hurry Love

In diesem 1966 erschienen Track geht es darum, dass eine Mutter ihrer Tochter den Rat gibt, dass man Liebe nicht erzwingen kann, sondern geduldig sein muss. Diese Lyrics entspringen höchstwahrscheinlich aus Gospel-Phrasen, welche im Soul und R’n’B einen grossen Einfluss fanden. Ausserdem setzt der Song auf treibende Rhythmen und einen eingängigen Gesang, der zum Tanzen einlädt, wie das vom Hörerpublikum der damaligen Zeit sehr geschätzt wurde.

(nana)

 

Elvis Presley – Heartbreak Hotel

Heartbreak Hotel war Elvis Presleys erste Single für seine neue Plattenfirma RCA. Der Song wurde vor allem dank seiner Auftritte in der Fernsehshow Stage Show bekannt und avancierte zur meistverkauften Single von 1956.

Heartbreak Hotel gehört zum Genre des Rock’n’Roll. Bei diesem Genre stand nicht bloss die Musik im Vordergrund, sondern die Performance war ebenfalls von grosser Wichtigkeit. Elvis Presley ist dementsprechend ein klassischer Vertreter des Rock’n’Roll, schliesslich er sah gut aus und hatte Sexappeal. Bei seinen Auftritten im Fernsehen verband er sein musikalisches Können gleichzeitig mit einem visuellen Spektakel. Im Lied finden des weiteren Instrumente Verwendung, die typisch sind für Rock’n’Roll wie beispielsweise Gitarre, Schlagzeug, Kontrabass und noch einige mehr.

Um zu verstehen, wie Elvis mit seinen Auftritten die Zuschauer derart in seinen Bann ziehen konnte, ist es auch empfehlenswert, sich dieses Video anzuschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=QK2jWI5f1RY

(dm)

 

Johnny Cash – Folsom Prison Blues

Johnny Cashs Folsom Prison Blues wurde 1955 aufgenommen und noch im selben Jahr bei Sun Records veröffentlicht. Der Song zeigt klassische Elemente des Country/Blues und kann dem Genre des Rockabilly (Rock’n’Roll) zugeordnet werden. Inhaltlich befasst er sich mit einem Mann, welcher einen Mord begangen hat und dafür lebenslänglich im Gefängnis sitzen wird. Cash schrieb den Song während seiner Zeit bei der Air Force in Deutschland (also noch vor 1954).

Auch die Tatsache, dass der Song unter der Produktion von Sam Philips veröffentlich wurde ist erwähnenswert, denn dieser war einer der berühmtesten Produzenten zur Rock’n’Roll Zeit und entdeckte/förderte viele erfolgreiche Musiker wie Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und eben auch Johnny Cash.

(Lh)

 

Elvis Presley – Blue Suede Shoes (1956)

Im Original von Carl Perkins, handelt der Song von einer Geschichte die Johnny Cash während seiner Stationierung in Deutschland erlebte[1]. Elvis Presley nahm seine Version für sein erstes Album auf. Der Song wurde nicht als Single ausgekoppelt und gelangte unglaublicherweise ausschliesslich durch Radio Airplay in die Singlecharts[2]. Seine Version, die schneller ist als das Original, gefiel Carl Perkins ausserordentlich gut[3].
(MR)

Quellen

[1] Franz Dobler: The Beast in me. Johnny Cash. Kunstmann, München 2002, ISBN 3-88897-302-3, S.70
[2] Alan Clayson & Spencer Leigh: Aspects of Elvis, Trying to Get to You, Sidgwick & Jackson, 1994, S. 108
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Blue_Suede_Shoes

http://en.wikipedia.org/wiki/You_Can%27t_Hurry_Love (Abgerufen: 21.10.13, 16:34)
http://en.wikipedia.org/wiki/Soul_music (Abgerufen: 21.10.13, 16:35)
http://en.wikipedia.org/wiki/Heartbreak_Hotel (Abgerufen: 21.10.13, 00:42)
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_meistverkauften_Singles_in_den_USA_%281956%29 (Abgerufen: 21.10.13, 00:43)
http://www.alinki.com/kategorien/3791/ (Abgerufen: 21.10.13)
http://de.wikipedia.org/wiki/Folsom_Prison_Blues (Abgerufen: 20.10.13, 18:10)
http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=166 (Abgerufen: 20.10.13, 18:12)
http://www.allmusic.com/song/folsom-prison-blues-mt0027320404 (Abgerufen: 20.10.13, 18:16)
Covach, John und Flory, Andrew: What’s That Sound?: An Introduction to Rock and Its History. Norton: W. W. & Company, 2012.

 

 

Rock

Boston – More Than A Feeling

1976 erschien dieser Track und überzeugt mit schöner elektrischer Gitarrenmusik, begleitet von einer Bass-Gitarre und einem Schlagzeug. Es besteht aus einer typischen, aber sehr eingängigen Vers-Refrain-Form, die man im Genre des Rocks oft findet. Rock-Musik wird oft mit weissen Musikern assoziiert, was sie vom vorgängigen, von der Black Music abstammenden, Genre des R’n’B unterscheidet.

(nana)

 

Deep Purple – Smoke On The Water

Selbst diejenigen, denen der Titel des Songs auf den ersten Blick nichts sagt, werden spätestens wenn sie das charakteristische Gitarrenriff hören, wissend mit dem Kopf nicken: Ja, das Lied kenne ich.

Smoke On The Water ist ein Vertreter des Hard Rocks. Typisch für dieses Genre sind der 4/4-Takt und das Liedschema von Strophe, Zwischenspiel und Refrain, was in dem Song auch so vorzufinden ist. Des Weiteren enthalten viele Stücke ein Solo, im Fall von Smoke On The Water ist es das E-Gitarrensolo von Ritchie Blackmore und am Ende des Stückes das Orgelsolo von Jon Lord.

Deep Purple’s Smoke On The Water ist auch heute noch populär und wird in vielen Listen aufgeführt, wie beispielsweise in jener des Rolling Stone: The 500 Greatest Songs of All Time.

(dm)

 

Creedence Clearwater Revival – Bad Moon Rising

Die Musik von CCR, so auch Bad Moon Rising (erschienen: 1969), bilden einen Mix aus Rock, Country, Blues und Southern-Elementen – auch Swamp Rock genannt. Achtet man ausschließlich auf die melodischen Aspekte des Liedes, könnte man fast meinen, Bad Moon Rising sei ein Lied aus der Zeit des Rockabilly. Hört man sich jedoch die gesungenen Zeilen etwas genauer an, findet man ein typisches Merkmal der Rockmusik, nämlich die schweren, progressiven Themen, welche in den Lyrics behandelt werden. Zu Zeiten des Rock’n’Rolls hätte es solche fast schon apokalyptischen Texte, bei einer so fröhlich klingenden Musik, nicht gegeben. Typisch Rock ist an diesem Lied also der Text, in der Melodie findet sich eher ein Revival der Rock’n’Roll Zeit, was jedoch gut darstellt, dass sich Rock aus Rock’n’Roll entwickelt hat und wie die beiden Zeiten ineinander übergehen.

(Lh)

 

Black Sabbath – Iron Man (1970)

Der Song wurde vom 1970 erschienenen Album Paranoid ausgekoppelt und wird bis heute bei den Liveshows von Black Sabbath und Ozzy Osborne gespielt. Textlich handelt das Stück nicht vom Superhelden sondern beschäftigt sich mit Endzeitszenarien. Eingeleitet wird der Track durch ein stark verzeretes gesprochenes „I am Iron Man“, bevor das charakteristische Riff auftaucht. Im Jahr 200 erhielt die Band für den Song einen Grammy[1].
(MR)

Quellen

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Iron_Man_%28Lied%29

http://en.wikipedia.org/wiki/More_than_a_feeling (Abgerufen: 21.10.13, 16:40)
http://en.wikipedia.org/wiki/Rock_music (Abgerufen: 21.10.13, 16:40)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hard_Rock#Musikalische_Stilmittel (Abgerufen: 21.10.13, 00:40)
http://www.rollingstone.com/music/lists/the-500-greatest-songs-of-all-time-20110407/deep-purple-smoke-on-the-water-20110526 (Abgerufen: 21.10.13)
http://en.wikipedia.org/wiki/Bad_Moon_Rising_%28song%29 (Abgerufen: 20.10.13, 18:20)
http://www.allmusic.com/song/bad-moon-rising-mt0011355792 (Abgerufen: 20.10.13, 18:20)
http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=357 (Abgerufen: 20.10.13, 18:21)

 

 

Punk(-Rock)

Green Day – Basket Case

1993 erschienen, erklingt am Anfang dieses Tracks nur die Stimme des Leadsängers Billie Joe Armstrongs und seine Gitarre, was an die Anfänge des Punks und den sogenannten garage rock und seinen Gebrauch von wenigen Instrumenten , sodass die Musik ‚nackt’ zu sein schein, erinnert. Der Song handelt von einer Person, die sich selbst für verrückt hält und sich mit einer Angststörung und emotionaler Instabilität auseinanderzusetzen versucht. Dies sind Merkmale dessen, dass im Punk ganz andere Themen wie im Rock angesprochen werden – anstatt um Liebe und das schöne Leben geht es um Rebellion, um das Aufreissen von alten, einengenden Strukturen und das ansprechen von heikleren Themen.

(nana)

 

Sex Pistols – God Save The Queen

God Save The Queen wurde zu jener Zeit veröffentlicht, als Queen Elizabeth II gerade ihr silbernes Jubiläum feierte. Laut dem Schlagzeuger Paul Cook war der Song jedoch nicht in Hinsicht auf dieses Ereignis geschrieben worden. Das Lied erreichte seltsamerweise bloss Platz 2 bei den offiziellen UK Singles Charts, obwohl es sich besser verkaufte als der Track, der den 1. Platz besetzte.

God Save The Queen ist mit seinen aggressiven, konfrontativen Lyrics ein typischer Vertreter des Punk-Rocks. Die Sex Pistols thematisieren darin die politische Situation in England und malen eine düstere Zukunft. Typisch für dieses Genre ist auch die raue, unmodulierte Stimme des Sängers, in diesem Fall Johnny Rotten.

(dm)

 

The Clash – Death Or Glory

The Clash war wohl eine der erfolg- und einflussreichsten Punkbands aller Zeiten. Death or Glory ist ein Lied des Albums London Calling, welches 1979 veröffentlicht wurde und zahlreiche Stile wie z.B. Punkrock, Rockabilly, Reggae in sich vereint. Die musikalischen Fertigkeiten von The Clash sind für die eigentliche Punk-Bewegung zwar fast schon zu hoch, ihre Texte (so auch Death or Glory) jedoch sehr repräsentativ für diese Zeit. Es wird Rebellion ausgedrückt und eine Abgrenzung zu vorherigen Musikstilen vorgenommen, was Death or Glory auf eine fast schon satirische Art und Weise tut. Die Akkordfolgen und die Melodie sind einprägsam und zeigen, dass Punk nicht nur für Krach, sondern eben auch für musikalisch ausdifferenzierte Sounds steht.

 

Killing Joke – Eighties (1984)

Killing Joke beschreiben ihre Musik als „Klang der Erde, wenn sie kotzt“[1]. Obwohl ihnen der grosse Durchbruch bis heute verwehrt blieb wäre die Rock-und Metalszene in ihrer heutigen Form vermutlich undenkbar, berufen sich doch Grössen wie Nirvana, Metallica, Korn, Rammstein oder auch Marilyn Manson auf den grossen Einfluss der Band: Man vergleiche die beiden Bassriffs von „Eighties“ und „Come as you are“. „Eighties“ enthält einerseits die sozialkritischen Texte welche für Punk und New Wave typisch sind, besticht aber auch durch eine gewisse Tanzbarkeit[2].
(MR)

Quellen

[1] http://www.allmusic.com/song/eighties-mt0002585325
[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Eighties_%28song%29

http://en.wikipedia.org/wiki/Basket_Case_(song) (Abgerufen: 21.10.13, 16:43)
http://en.wikipedia.org/wiki/Punk_rock (Abgerufen: 21.12.13, 16:43)
http://www.songfacts.com/detail.php?id=1621 (Abgerufen: 21.10.13)
http://en.wikipedia.org/wiki/God_Save_the_Queen_%28Sex_Pistols_song%29 (Abgerufen: 21.10.13, 00:45)
http://www.songfacts.com/detail.php?id=1621 (Abgerufen: 21.10.13)
http://de.wikipedia.org/wiki/Punk_%28Musik%29 (Abgerufen: 21.10.13, 00:46)
http://www.allmusic.com/song/death-or-glory-mt0004889074 (Abgerufen: 20.10.13, 18:30)
http://en.wikipedia.org/wiki/Death_or_Glory_%28song%29 (Abgerufen: 20.10.13, 18:31)

 

 

HipHop/Electro/Techno/House

Fatboy Slim – Weapon Of Choice

Berühmt ist dieser im Jahr 2001 erschienene Song hauptsächlich durch das dazugehörige Video geworden, musikalisch gesehen gehört er zur elektronischen Tanzmusik, die ihre Einflüsse aus z.B. Hip Hop, Techno und House bezieht. In seinem Lied sampelte Fatboy Slim verschiedene Parts aus anderen Musiktracks, was in dem Genre gerne gemacht wird. Vorgetragen wird dies vom Funk-Sänger Bootsy Collin, dessen Stimme im Verlauf des Liedes zum Teil technisch vertieft wurde. Eine Technik, die in der elektronischen Musik gerne zum Zug kommt.

(nana)

 

Run-D.M.C. – It’s tricky

It’s Tricky erreichte Platz 57 bei  Billboard Hot 100 und Platz 21 bei Hot R&B/Hip-Hop Songs.

Im Jahr 2006 wurde Run–D.M.C. von The Knack, einer New Wave Band, verklagt, weil sie ohne Erlaubnis eine ihrer Singles in ihrem Lied It’s Tricky gesampelt hatten. Dies war ein beliebter Trick von Run–D.M.C. Ihr Ziel war es, einen Wiedererkennungswert in ihren Liedern zu haben und sie einem breiten Publikum schmackhaft zu machen und dies zu einer Zeit, in der Hip hop noch als blosse Modeerscheinung angesehen wurde. Gleichzeitig ist das Sampling auch eine typische Eigenschaft des Hiphops, sowie Rap, der in It’s Tricky auch nicht zu kurz kommt.

(dm)

 

Afrika Bambaataa – Planet Rock

Planet Rock, erschienen 1982, ist wohl einer der einflussreichsten Songs für die Musikstile des HipHop und des Elektrofunk. Afrika Bambaataa verwendet in seinem Song verschiedenen Samplings, u.a. von Liedern der Band Kraftwerk (Trans-Europe Express und Numbers). Durch die Verwendung eines Synthesizers, sowie des Breakbeats wirkt Planet Rock elektrisch, jedoch auch sehr funkig. Der Text wird gerapt, wodurch auch ein klarer Bezug zum HipHop hergestellt werden kann. Afrika Bambaataa schafft es, in einem Song sehr viele Stilrichtungen zu vereinen und leistet somit Pionierarbeit für die weitere Entwicklung der Elektro-, sowie HipHopmusik.

(Lh)

 

Sugarhill Gang – Rapper’s Delight (1979)

Der erste international-kommerziell erfolgreiche Hip Hop Song welcher der noch jungen Stilrichtung die Türen zur Musikindustrie öffnete. Fällt die Singleversion mit knapp über 4 Minuten normal lang aus, dauert die Albumversion beinahe eine Viertelstunde[1]. Beat und Basslinie des Songs basieren auf Good Times von Chic aus demselben Jahr[2]. Der Song wurde unzählige Male gecovert oder auf andere Weise verwendet, unter anderem von Falco 1986.
(MR)

Quellen

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Rapper%E2%80%99s_Delight
[2] http://www.tagesspiegel.de/kultur/meins-bleibt-meins-wie-es-singt-und-lacht-dreistigkeit-kann-teuer-werden-der-fall-bushido/1725578.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Weapon_of_Choice (Abgerufen: 21.10.13, 16:44)
http://de.wikipedia.org/wiki/Big_Beat (Abgerufen: 21.10.13, 16:44)
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Knack (Abgerufen: 21.10.13, 00:47)
http://www.songfacts.com/detail.php?id=3173 (Abgerufen: 21.10.13, 00:47)
http://en.wikipedia.org/wiki/Hip_hop_music (Abgerufen: 21.10.13, 00:47)
http://www.whosampled.com/Planet-Rock/Afrika-Bambaataa/ (Abgerufen: 20.10.13, 18:41)
http://www.allmusic.com/song/planet-rock-mt0000594680 (Abgerufen: 20.10.13, 18:41)
http://en.wikipedia.org/wiki/Planet_Rock_%28song%29 (Abgerufen: 20.10.13, 18:41)

 

60 Jahre Musikgeschichte – eine kommentierte Playliste

1. Rock’n’Roll und Beat

Carlos Gardel – Por una cabeza (1935)
Ein sehr früher und entscheidender Moment in der Verbreitung lateinamerikanischen Musik ist das Auftauchen von Carlos Gardel, einem Tangosänger und -komponist, der den Tango in den USA und in Europa popularisierte [1]. Nicht nur sein musikalisches Schaffen spielte dabei eine wichtige Rolle, sondern auch ein scheinbar unwesentliches Treffen mit einem jungen Talent in New York. Er riet dem unbekannten Italiener, besser nicht weiter den kriminellen Machenschaften der Mafia zu dienen, sondern sich mit dieser Stimme doch lieber dem Gesang zu widmen. Damit war Musiklegende Frank Sinatra geboren und ein Meilenstein in der Geschichte der modernen Musik gelegt. (jo)

 [1] Starr, Larry und Christopher Waterman: American Popular Music. From ministrelsy to MP3. Third Edition. Oxford 2009, S. 17.
[2] González Mario: Carlos Gardel y Frank Sinatra. Una anécdota desconocida. In: Portal de América, 2010, http://www.portaldeamerica.com/index.php?option=com_k2&view=item&id=2177:carlos-gardel-y-frank-sinatra-una-an%C3%A9cdota-desconocida&Itemid=80 (17.10.2013).

 

Pat Boone – Ain’t That a Shame (1955)
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=fVuI_cVNW4Y[/youtube]
Charles Eugene „Pat“ Boone (*1934) fokussierte sich während seinen frühen Jahren als Musiker vor allem aufs Covern von R&B-Songs schwarzer Künstler (v.a. Little Richard, Fats Domino), mit seinen Neuinterpretationen richtete er sich jedoch an ein vorwiegend weisses Publikum. [1] So auch mit seiner Variante von Dominos Ain’t That a Shame, die 1955 während zwei Wochen auf Platz eins der Billboard Most Played in Jukeboxes Charts rangierte. [2] Als weisser Vertreter des New Orleans Dance Blues fungierte Boone gewissermassen als Brücke zwischen der damals noch streng nach Hautfarbe getrennten Musik. [3] (kbr)
[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Pat_Boone#Discography (20.10.2013)
[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Ain%27t_That_a_Shame#Covers (20.10.2013)
[3] Gillet, Charlie: The Sound of the City. The Rise of Rock and Roll, New York 1970, S. 31/32.

 

Bill Haley – Rip It Up (1956)
Das Stück wurde erstmals durch Little Richard im Jahre 1956 veröffentlicht. Im gleichen Jahr noch brachten Bill Haley and his Comets ihre Version auf den Markt. [1] Dominantes Schlagzeug und ein leitender Kontrabass lassen in Rip It Up eine unvergleichbare Tanzmelodie entstehen. Der 4/4-Offbeat ragt dabei als markantes Leitmotiv heraus. Neben Kontrabass und Schlagzeug geben Bläser diesem Stück eine besondere Note. Bill Haley gilt als wichtigster Vertreter des Northern Band Style, eine Stilrichtung des Rock’n’Rolls, welche ab 1952 zentrale Bedeutung erlangte. [2] Eine expressive Rhythmik und die Verschmelzung verschiedener Genres sind ausschlaggebend für den Rock’n’Roll. (pl)
[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Rip_It_Up_(song) (20.10.13)
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Rock_’n’_Roll (20.10.13)

 

Buddy Holly – Peggy Sue (1957)
Buddy Hollys Karriere dauerte nur kurz, aber er hatte zusammen mit seiner Begleitband The Crickets grossen Einfluss auf nachfolgende Rock n Roll- Künstler: So benutzen sie im Studio beispielsweise bereits Overdubbing und Mehrspuraufnahmen. Zudem waren Buddy Holly und The Crickets einer der ersten Bands, die ihre Lieder selber verfassten. Die Freundin des Drummers Jerry Allison, insprierte Buddy Holly zum Song „Peggy Sue“. Die Single wurde Ende 1957 veröffentlicht, am Höhepunkt seiner Karriere. [1] (sf)

[1] Heathley, Michael (2010): Das Mädchen aus dem Song.Angie, Lola, Rita, Suzanne und Maggie May und welche Geschichte sich dahinter verbirgt. Berlin: Schwarzkopf&Schwarzkopf.

 

2. Rock und Soul

The Beatles – A Day in the Life (1967)
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=P-Q9D4dcYng[/youtube]
Von John Lennon als „peak“ der Schaffensphase zwischen ihm und Paul McCartney bezeichnet, und vom Rolling Stone Magazine zum „Greatest Beatles Song“ gekürt, ist A Day in the Life bis heute eines der schillerndsten Lieder der Rockmusik. [1] Dabei wurden zwei Song-Fragmente – das eine von Lennon, das andere von McCartney – zu einem Stück zusammengefügt, um eine Ganzheit zu kreieren, die grösser als nur die blosse Summe zweier Teile ist. [2] Lennons verträumter, eher trübseliger erster Part von A Day in the Life wird nach einem dramatischen Intermezzo von McCartneys klarem Gesang abgelöst, der wiederum von verzerrten Piano- Trompeten- und Schlagzeugklängen unterbrochen wird, und schliesslich in einem Klimax endet. A Day in the Life ist als dramatischer Höhepunkt und Abschluss des Werks Sgt. Peppers Lonely Heart Club Band charakteristisch für den neuen Ansatz, ein Konzeptalbum als ganzheitliche Einheit hervorzubringen. (kbr)

[1] http://www.rollingstone.com/music/lists/100-greatest-beatles-songs-20110919/a-day-in-the-life-19691231 (21.10.2013)
[2] http://www.allmusic.com/song/a-day-in-the-life-mt0010100290 (21.10.2013)

Led Zeppelin – Whole lotta Love (1969)
Whole lotta Love wurde die erste grosse Hit-Single von Led Zeppelin. Bekanntheit erlangte der Song durch seine charakteristischen Gitarren Riffs [1] und dem verwendeten „backward echo“-Effekt. [2] Whole lotta Love ist einer der Songs, die sich immer wieder in den Top 100-Rock-Listen auf Platz 1 finden lassen. [1] (sf)

[1] Wikipedia Led Zeppelin – Whole lotta love: http://en.wikipedia.org/wiki/Whole_Lotta_Love#Controversy (20.10.2013).
[2] Songfacts Led Zeppelin – Whole lotta love: http://www.songfacts.com/detail.php?id=308 (20.10.2013).

 

Santana – Oye como va (1971)
Nach dem Durchbruch des Rock’n’Roll differenzierte sich diese musikalische Stilrichtung durch progressive Gitarrenvirtuosen wie Carlos Santana immer weiter aus. Mit seiner Combo, bestehend aus Musikern verschiedenster Nationalitäten, schuf Santana mit einer Mischung von Rockmusik und lateinamerikanischem Substream, der sich hauptsächlich durch Elemente der Perkussion auszeichnet, den Latin-Rock. Oye como va zeigt diese Synthese besonders in der Instrumentalisierung durch die Kombination von klassischen Instrumenten einer Rockgruppe mit Elementen der lateinamerikanischen Perkussion [1]. Diese bildet die pulsierende Grundlage für den Song, da sie durchgehend zu hören ist, was auch das Tanzen des kubanischen Cha-Cha-Cha zu diesem Stück ermöglicht. Santanas Spiel erweitert und kontrastiert diese Basis, was den neu entstandenen Stil wiederum verdeutlicht. (jo)

 

[1] Starr, Larry und Christopher Waterman: American Popular Music. From ministrelsy to MP3. Third Edition. Oxford: University Press, 2009, S. 339ff.

 

War – Lowrider (1975)
Rock, Soul und eine Prise Funk vereinen sich in diesem Lied. Afroamerikanische Rhythmus-Einflüsse mischen sich hier mit funkigen Bass- und Gitarrenklängen. War ist eine Band, die ihre Musik aus den unterschiedlichsten Quellen schöpft. Inhaltlich gesehen spricht der Song klar die kalifornische Kultur der 60er und 70er Jahre an. Einerseits probiert sich War mit ihren Texten mit gesellschaftspolitischen Zuständen auseinanderzusetzen und so an den Zeitgeist anzuknüpfen. Andererseits erzeugen sie mit ihren Melodien eine entspannte, lockere Atmosphäre. Die Hybridformen in Wars Musik sind typisch für die Musikströmung zu dieser Zeit. [1] (pl)

[1] http://www.allmusic.com/song/low-rider-mt0010707242 (20.10.13)

 

3. Postpunk, Newpop, Alternative Rock

Rubén Blades – Pedro Navaja (1977)
Während der Entstehung des New Wave und des Punk, welche als Reaktion auf den bisweilen durchstrukturierten und kommerziellen Rock als eine Rückkehr zum Ursprünglichen angesehen werden können [1], wendeten sich nach einigen Mischformen auch die kubanischen Immigranten in den USA musikalisch nach und nach wiederum ihren Wurzeln zu. In einer ständigen Spannung zwischen Tradition und modernem Experimentalismus entstand in einem Konglomerat von lateinamerikanischer Tanzmusik, afrokubanischer Rumba und modernem Jazz schliesslich der Salsa [2]. Die Instrumentalisierung in Pedro Navaja ist dementsprechend sehr klassisch: Zunächst wird mit Kongas,Timbales und dem Bongo die Clave vorgegeben, anschliessend setzen das Piano, der Kontrabass und vier Posaunen ein [3]. Einzig der aussergewöhnliche Text weist auf die Entstehung ausserhalb Lateinamerikas hin, da er von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper von Berthold Brecht und Kurt Weill und dessen Thematik der Kriminalität an Prostituierten inspiriert ist [3]. (jo)

[1] Buesser, Martin: On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt, S. 83.
[2] Starr, Larry und Christopher Waterman: American Popular Music. From ministrelsy to MP3. Third Edition. Oxford: University Press, 2009, S. 365ff.
[3] Wikipedia. Pedro Navaja. http://es.wikipedia.org/wiki/Pedro_Navaja (17.10.2013).

Joy Divison – Love Will Tear Us Apart (1980)
In den Lyrics zu Love Will Tear Us Apart verarbeitete der Sänger Ian Curtis seine Eheprobleme. [1] Joy Division haben sich dem Postpunk verschrieben, doch Love Will Tear Us Apart war ihr Pop-Song. Der Wiedererkennungswert des Songs liegt an den Synthesizer, dem mechanische Schlagzeug und an der einzigartigen Stimme des Sängers. [2] (sf)

[1] Joy Divison – Love will tear us apart: http://en.wikipedia.org/wiki/Love_Will_Tear_Us_Apart#Popularity (21.10.2013).
[2] All Music Joy Divison – Love will tear us apart: http://www.allmusic.com/song/love-will-tear-us-apart-mt0012270156 (18.10.2013).

The Jesus And Mary Chain – Just Like Honey (1985)
Just Like Honey: Anti-Pop und Pop schlechthin zugleich. Geht das? The Jesus And Mary Chain beweisen mit ihrem Song, dass solch eine Widersprüchlichkeit durchaus funktionieren kann. Das Schlagzeug-Intro ist auf den Song Be My Baby von The Ronettes zurückzuführen und macht deutlich, dass The Jesus And Mary Chain einerseits mit neuen formalen Mitteln experimentieren, gleichzeitig aber auch an Altes anknüpfen. Einflüsse von The Velvet Underground und The Stooges sind ausmachbar und führen dem Hörenden die Historizität vor Augen. Die Musik von The Jesus And Mary Chain nimmt Elemente des bestehenden Punks auf, wandelt diese aber auf eine eigene, ironische Art und Weise um und zählt somit klar als Repräsentant des Postpunk/Newpop Genres. [1] (pl)

[1] http://www.allmusic.com/album/psychocandy-mw0000652509 (20.10.13)

Sonic Youth – Teen Age Riot (1988)
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=BKMD8vI1MaM[/youtube]
Der knapp 7-minütige Song Teen Age Riot beginnt mit einem charakteristischen, ausufernden Soundgemisch, kurz darauf dröhnen Thurston Moores und Lee Ranaldos Gitarren mächtig auf, während Kim Gordon zu ihrem typischen nuschelnden Gesang ansetzt, und Satzfragmente wie „Spirit desire“, „We will fall“ und „Say it, don’t spray it“ dazwischen wirft. Teen Age Riot – zusammen mit den durchs Band positiven Kritiken des Albums Daydream Nation – bescherte Sonic Youth insbesondere an College-Radios einigen Erfolg. Nur kurze Zeit später unterschrieb die Band beim Major-Label DGC und fand somit ihren Platz in der damals explodierenden Alternative-Rock-Szene. [1] (kbr)

[1] http://www.allmusic.com/song/teen-age-riot-mt0010584159 (20.10.2013)

 

4. HipHop, House, Techno, Electronica, Postrock

Grandmaster Flash & The Furious Five – The Message (1982)
The Message ist einer der bekannteste HipHop-Songs. Grandmaster Flash & The Furious Five schufen, aber auch eine revolutionäre Erneuerung im HipHop: The Message bewegte sich weg von den üblichen Disco-Rhythmen, wie sie beispielsweise in Rappers Delight von der Sugarhill Gang zu hören sind. Grandmaster Flash setzte die Lyrics in den Mittelpunkt und unterlegte diese mit einem langsamen Beat. The Message propagierte die wachsende Wichtigkeit der Rapper als Gesellschaftskritische und politische Stimme. [1] (sf)

[1] Songfacts Grandmaster Flash & The Furious Five – The Message: http://www.songfacts.com/detail.php?id=25993 (20.10.2013).

Slint – Breadcrumb Trail (1991)
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=x5FhA7ZSmYU[/youtube]

Das 1991 erschienene Album Spiderland der Chicagoer Band Slint wird gemeinhin mit der Geburtsstunde des Postrock gleichgesetzt – eine Art Gegenreaktion auf die traditionelle Rockmusik. [1] Die Postrock-Bands kombinierten die Standard-Rock-Instrumentierung praktisch immer mit elektronischen Klängen und wandten sich somit weit experimentelleren musikalischen Feldern zu. [2] Der erste Track von Spiderland, Breadcrumb Trail, steht sinnbildlich für diese neue Musikrichtung, die auf viele Konventionen verzichtet; Der Song begibt sich stattdessen auf eine surrealistische Odyssee durch eine düstere Traumwelt. (kbr)

[1] http://www.allmusic.com/style/post-rock-ma0000002790 (20.10.2013)
[
2] http://www.allmusic.com/song/breadcrumb-trail-mt0008849294 (21.10.2013)

Massive Attack – Unfinished Sympathy (1991)
Neue Technologien bilden neue Musikstilrichtungen: Massive Attack ist nur eine von zahlreichen Bands, die hier zu nennen wären. Die Band ist dem Trip-Hop zuzuordnen, einer elektronischen Musikstilrichtung, die an den Hip-Hop anknüpft. Langsame Tempi und melancholische Klänge bilden die Grundlage dieses Stils. [1] Massive Attack mischt Elemente des Hip-Hop, des House, des R’n’B und des Dub und bildet daraus eine neue Form mit einer ganz eigenen Handschrift: entspannende Melodien die zum Träumen anregen. (pl)

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Trip_hop (20.10.13)

Gloria Estefan – Oye! (1998)
Nach der neuerlangten Popularität des Salsa knüpfte Gloria Estefan an die aktuellen musikalischen Entwicklungen der Discomusik an und kreierte aufgrund der Trends die neue Richtung des Latin-Pop [1]. Bereits die Kombination der Sprachen Englisch und Spanisch weist in Oye! auf die neue Mischform hin. Weiter wird der Popbeat mit bestimmten Elementen des Salsa, besonders mit typischen Riffs der Blasinstrumente unterlegt. Der Song stieg auf Platz Eins der amerikanischen Charts auf. Damit war die Erfolgsbasis für weitere lateinamerikanische Sängerinnen wie beispielsweise Jennifer Lopez gelegt [2]. (jo)

[1] Biography. Gloria Estefan. http://www.biography.com/people/gloria-estefan-9542436 (Abgerufen: 19.10.2013).
[2] Starr, Larry und Christopher Waterman: American Popular Music. From ministrelsy to MP3. Third Edition. Oxford: University Press, 2009, S. 462ff.

Entwicklung der Populären Musik seit den 50er Jahren: Eine kommentierte Playlist.

1950s

1954: LaVern Bakers ‘Tweedle Dee’ – Novelty Rhythm’n’Blues with Latin influences

Mit Tweedle Dee platzierte sich die Diva der Rhythm’n’Blues-Szene der Mittfünzigerjahre, LaVern Baker, in den amerikanischen Rhythm’n’Blues-Charts (#4), sowie auch in den Popcharts (#14).1 Der Song wurde von Scott Wittfield für Baker geschrieben, von Atlantic Records produziert und zwar so, dass die schwarze Stimme Bakers auf dem Markt der weissen Popmusik erfolgreich sein sollte. Die Nummer mit ihrem Latin-Tempo wurde von einem grösseren Label gecovert und von der weissen Georgia Gibbs gesungen, wodurch Bakers Chancen beide Märkte zu bedienen zunichte gemacht wurden.2 Trotzdem entwickelte sich die Sängerin, die bereits mit 17 Jahren in den Clubs von Chicago sang, aufgrund ihrer forschen, verführenden Stimme, die eigens dazu publiziert wurde, neue eingängige Hits auf den Markt zu bringen, zu einem Star der R&B-Szene der Fünfzigerjahre.3 (sak)

1956: Little Richards ‘Long Tall Sally‘ – Rock’n’Roll

Little Richards erfolgreichster Song, geschrieben gemeinsam mit Robert Blackwell, hat musikalisch die Form des typischen 12-Bar-Blues; prägend für den Sound sind Richards exaltierter Gesang, die knallharten Boogie-Akkorde auf dem Piano und das Saxofonspiel von Lee Allen. Der Text handelt von einem sexuellen Abenteuer – Gillett spricht von „self-centered pleasure“. Sprachlich bemüht der Song dazu beispielsweise spezifische Ausdrücke aus afro-amerikanischen Soziolekten („She’s built for speed“). Wie in viele Rock’n’Roll-Songs ist die Thematik der sexuellen Emanzipation der Jugend allgegenwärtig, was in Text, Gesang und Sound sowie in der ungezügelten (Live-)Persona Little Richards Ausdruck fand. Für die Entwicklung der Rockmusik war der Song von grosser Bedeutung, u.a. da er später auch den weissen Rock’n’Roll (Coverversionen von Pat Boone und Elvis Presley) prägte oder von einflussreichen Bands wie den Kinks oder den Beatles gespielt wurde. (mf)

[4] Gillett, Charlie. The Sound Of The City. The Rise of Rock and Roll. New York: Outerbridge & Dienstfrey,  1971. 33f.
[5] Musikzimmer: http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=58 (Abgerufen: 20.10.13).
[6] Secondhandsongs: http://www.secondhandsongs.com/performance/4325 (Abgerufen: 20.10.13).
[7] Songfacts: http://www.songfacts.com/detail.php?id=1171 (Abgerufen: 20.10.13).
[8] Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Long_Tall_Sally (Abgerufen: 20.10.13).

1956: Chuck Berrys ‘Roll over Beethoven’ – Rhythm’n’Blues

Roll over Beethoven ist 1956 erschienen und gilt als eines der ersten und erfolgreichsten Stücke des Rock’n’Roll, welches auch später von vielen Musikern (Beatles, Rolling Stones, Status Quo, Electric Light Orchestra, etc.) als Tribut an ihr grosses Vorbild gecovert worden ist. Es kennzeichnet den Startpunkt des Rock’n’Roll als Teil der gesellschaftsfähigen Mainstreammusik.4 Chuck Berry verfolgte mit diesem Lied eine klare Botschaft: Rock’n’Roll war der neuste und coolste Sound überhaupt und würde das alte, angestaubte Musikverständnis aus den Schienen springen lassen (Bestes Textbeispiel: Roll over Beethoven and tell Tschaikowsky the news!). Obwohl Roll over Beethoven dieser Botschaft nicht ganz nachkommen konnte, wurde es doch zum Schlachtruf des Rock’n’Roll und half dabei, die damals noch neue Musik-Richtung zu definieren.56 (mak)

1958: Chubby Checkers ‘The Twist’ –  Rock’n’Roll Dance Craze

The Twist wurde erstmals von Hank Ballard im Dezember 1958 veröffentlicht und nutzte in urheberrechtlich zweifelhafter Form die Grundmelodie des Hits What ’Cha Gonna Do? (The Drifters, 1955). Chubby Checker (Ernest Evans) coverte den zwölf-tacktigen Blues auf Wunsch von Dick Clark, Moderator von American Brandstand, und präsentierte den Song in der landesweit ausgestrahlten TV-Popshow.7

Der Song gelangte am 19. September 1960 als Coverversion von Chubby Checker erstmals an die Spitze der Popcharts und sollte zu einem der wichtigsten Songs in der Geschichte des Rock n’ Rolls werden: seine Wirkung ging weit über die Grenzen der Jugendkultur und erreichte auch die Erwachsenen. Zudem initiierte The Twist ein Tanzfieber zum gleichnamigen neuen Tanzstil, welcher als Grundschritt weitere Stile in den 60er Jahren prägen sollte, z.B. the fly, the fish und the mashed potato. Der Tanz symbolisierte den gesellschaftlichen Wandel hin zu individueller Unabhängigkeit in prägnanter Weise: die Tanzschritte werden an derselben Stelle im Raum getanzt, sind wiederholbar und der Twist ist ohne Tanzpartner oder –gruppe tanzbar.89 (el)

1960s

1963: The Crystals ‘Then He Kissed Me’ – Girl Group Pop / Best of American Rock’n’Roll

Die amerikanische Girl Group The Crystals wurde von Produzent Phil Spector entdeckt und in den Himmel der Popcharts befördert. Noch heute ist ihr Hit Then He Kissed Me in the Top 500 des Rolling-Stone-Magazins und sie gelten mitunter als Favoritinnen des Girl-Group-Sounds der Sechziger. Als LaLa Brooks neu in der Band die Leadvocals übernahm, bekam die Band neue Energie und die dramatische Jugendromanze, die im Song erzählt wird, erreichte in den US Charts #6. In Grossbritannien wurde der Song ebenfalls in die Charts katapultiert (#2) und dies zu einer Zeit als britische Acts dominierten, bevor sie den Sprung in die USA machten. Then He Kissed Me gilt in Grossbritannien zusammen mit dem Crystals-Hit Da Doo Ron Ron als beliebtester amerikanischer Rock’n’Roll-Song aus den Sechzigern, was sich an der grossen Anzahl an Covers zeigt. (sak)

Eder, Bruce: Artist Review. http://www.allmusic.com/artist/the-crystals-mn0000138332/biography (Abgerufen: 18.10.13).
Musikzimmer: http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=495 (Abgerufen: 18.10.13).
Thompson, David: Song Review. http://www.allmusic.com/song/then-he-kissed-me-mt0000022946 (Abgerufen: 18.10.13).
Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Then_he_kissed_me (Abgerufen: 18.10.13).

1965: Bob Dylans ‘Like A Rolling Stone‘ – Rock

1965 auf dem Album Highway 61 Revisited veröffentlicht, erhielt der Song bereits im Jahr seiner Veröffentlichung erstaunliche Beachtung, löste am Newport-Festival einen Skandal aus, landete auf Platz 2 der amerikanischen Charts. Dies erscheint  zunächst nicht verwunderlich, war Dylan 1965 doch – zumindest was seine Alben betraf – bereits ein anerkannter Künstler mit Publikumserfolg und mehreren Platinumauszeichnungen in der Tasche. Was den Song jedoch bemerkenswert macht, ist die Tatsache, dass es sich, nicht wie für eine Rock-Single der Zeit üblich, um einen griffigen Dreiminuten-Song mit einem in der Rock’n’Roll-Tradition verhafteten Text über Freud und Leid der Liebe handelt. Im Gegenteil: Like A Rolling Stone erzählt über mehr als sechs Minuten eine Geschichte von Freiheit, Einsamkeit und vom Verlust der Heimat. Beispielhaft steht der Song für die Emanzipation der Rockmusik von ihren thematischen Schranken. (mf)

Musikzimmer: http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=2 (Abgerufen: 20.10.13).
Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Bob_Dylan_discography (Abgerufen: 20.10.13).
Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Like_a_Rolling_Stone (Abgerufen: 20.10.13).

1966: Jefferson Airplanes ‘Somebody to Love’ – Psychedelic Rock

Somebody To Love ist ein Lied von Grace Slick, welche zunächst die Sängerin der Band The Great Society war und dann später mitsamt dem Song zu Jefferson Airplane wechselte. Aufgenommen und veröffentlicht wurde das Lied im Jahre 1966  in San Francisco, der Hauptstadt der Hippiekultur der 60er Jahre.

Somebody To Love öffnet mit einem einschlägigen A-cappella-Schlachtruf von Grace Slick (“When the truth is found!“). Danach bewegt er sich, durch seine klirrenden Gitarren und den coolen San-Francisco-Sound. Zusätzlich wird Somebody To Love durch eine Pop-Intensität und eindringliche Lyrics animiert (when the garden flowers baby are dead, yes, and your mind, your mind is so full of red), welche essenziell für das Gefühl dieser Zeit waren. (mak)

Musikzimmer: http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=276 (Abgerufen: 18.10.13).
Viglione, Joe: http://www.allmusic.com/song/somebody-to-love-mt0038600278 (Abgerufen: 18.10.13).
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Somebody_to_Love_(Jefferson-Airplane-Lied) (Abgerufen: 18.10.13).

1967: Scott McKenzies ‘San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair)’ – Pop / Hippie Anthem

San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair) erschien am 10. Mai 1967 und erreichte den vierten Platz der US-Hitparade. Gesungen von Scott McKenzie blieb der Song ein One-Hit-Wonder, symbolisiert aber einen Meilenstein in der Musikgeschichte. Der Song ist ein Portrait der gesamten Flower-Power-Bewegung der ausgehenden 70er und verherrlicht die Hippie-Kultur: for those who come to San Francisco / summertime will be a love-in there / in the streets of San Francisco / gentle people with flowers in their hair. Zudem fängt der Song die damalige Stimmung ein: all across the nation / such a strange vibration / people in motion. Denn die Jugend von damals (people in motion) wandte sich mit einer grossen Experimentierfreude (such a strange vibration) gegen den Mainstream und verbanden San Francisco als Schmelztiegel für Hippies, Psychedelic- und Folkrockbands untrennbar mit der Geschichte der damaligen Jugendbewegung. (el)

60s: http://www.60s.ch/index.php/lifestyle/lifestylesubkulturen/lifestylesubkulturenhippies (Abgerufen: 16.10.13).
Büsser, Martin: Die wahre Geschichte der Popmusik. Ventil Verlag, 2013, 32.
Covach, John und Flory, Andrew: What’s That Sound? An Introduction To Rock And Its History. W. W. Norton & Co., 2012: 192.
Examiner: http://www.examiner.com/article/scott-mckenzie-an-appreciation (Abgerufen: 16.10.13).
Songfacts: http://www.songfacts.com/detail.php?id=4413 (Abgerufen: 16.10.13).
Stlyrics: http://www.stlyrics.com/lyrics/forrestgump/sanfranciscobesuretowearsomeflowersinyourhair.htm (Abgerufen: 16.10.13).
Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/San_Francisco_(Be_Sure_to_Wear_Flowers_in_Your_Hair) (Abgerufen: 16.10.13).

1970s

1971: Led Zeppelins ‘Stairway To Heaven‘ – Progressive Rock

Wie viele Led-Zeppelin-Songs war Stairway To Heaven bis heute Gegenstand unzähliger pophistorischer Exegesen, technischer Untersuchungen und nicht zuletzt von Urheberrechts-Fragen. Der Song, oftmals als Kronjuwel des mystischen Albums Led Zeppelin IV betitelt, hat eine Länge von mehr denn acht Minuten und ist in klar voneinander abgetrennte Abschnitte unterteilt; er wurde ganz bewusst für Livekonzerte konzipiert, wo er sich beliebig variieren und ausdehnen lässt. Mehr noch als die musikalische Komplexität, sind bis heute die Lyrics Gegenstand des Interesses. Es existieren ungezählte Interpretationsversuche. Grob umschrieben handelt der Song von spiritueller Erleuchtung, einem in diesem Jahrzehnt omnipräsenten Thema in der Lyrik der Popmusik. Stairway To Heaven markiert, wenn nicht den Beginn so doch den ersten bedeutenden Wegpfeiler der Emanzipation der Popmusik vom Weltlichen, den Aufbruch des Pop ins Unendliche des Universums. (mf)

Musikzimmer: http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=33 (Abgerufen: 20.10.13).
Songfacts: http://www.songfacts.com/detail.php?id=328 (Abgerufen: 20.10.13).
Songmeanings: http://songmeanings.com/songs/view/7768/ (Abgerufen: 20.10.13).
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Progressive_Rock (Abgerufen: 18.10.13).
Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Stairway_to_Heaven (Abgerufen: 20.10.13).

1976 Electric Light Orchestras ‘Mr. Blue Sky’ – Progressiv Rock

Mr. Blue Sky ist ein Song der britischen Rockband Electric Light Orchestra, welcher 1976 in der Schweiz nach einer langen Regenperiode geschrieben und im selben Jahr veröffentlicht wurde. Die Band wurde in den 70er Jahren oft mit dem Vorwurf zurückgewiesen, lediglich ein Imitat der Beatles in ihrer psychedelischen Zeit zu sein.

Obwohl diese Spuren tatsächlich nachweisbar sind, gehörte Electric Light Orchestra zum 70er-Progressiv Rock, welcher populäre Genres wie Rock- und Popmusik, Blues und Rock & Roll aufgriff und um stilistische Merkmale anderer Musikgattungen erweiterte. In Mr. Blue Sky mixt die Band Chor-Gesänge, Streicher, Overdub-Stimmen und wummernde Piano-Klänge in eine mit Sorgfalt arrangierte Pop-Symphonie welche zu einem Top-40 Hit in den USA der 70er Jahre wurde. (mak)

Guarisco, Donald A.: http://www.allmusic.com/song/mr-blue-sky-mt0047208199 (Abgerufen: 18.10.13).
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Mr._Blue_Sky (Abgerufen: 18.10.13).

1977: Donna Summers ‘I Feel Love’ – Disco / Techno Pioneer

Am 1. Juni 1977 gelang den Produzenten Giorgio Moroder und Peter Bellotte ein Durchbruch in der Discomusik der 70er-Jahre, denn sie erfanden deren Klang neu. Der Hit (US #6, UK #1) der Disco-Queen Donna Summer erinnert an jüngere Technotracks und nicht an die pompösen, melodischen Disconummern der Zeit. Der Song I Feel Love kombiniert Summers erotische Stimme mit futuristisch wirkenden Synthesizerklängen und lässt somit eine Sphäre entstehen zwischen Erotik und steril-technischer Distanz. (sak)

Arkeny, Jason: Song Review. http://www.allmusic.com/song/i-feel-love-mt0047598690 (Abgerufen: 19.10.13).
Musikzimmer. http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=413 (Abgerufen: 19.10.13).
Huey, Steve: Artist Review. http://www.allmusic.com/artist/donna-summer-mn0000661524/biography (Abgerufen: 19.10.13).
Songfacts: http://www.songfacts.com/detail.php?id=6266 (Abgerufen: 19.10.13).

1979: Pink Floyds ‘Another Brick in the Wall, Part 2’ – Rock Opera

Another Brick in the Wall, Part 2, veröffentlicht am 23. November 1979, ist der zweite Teil der Song-Trilogie Another Brick in the Wall der Britischen Rockband Pink Floyd. Das Album The Wall wurde Synonym für Konzept-Alben, d.h. in sich geschlossene Kunstwerke, bei denen jeder Song inhaltlich auf dem anderen aufbaut. Jeder der drei Teile von Another Brick in the Wall hat eine ähnliche Melodie, thematisiert jedoch unterschiedliche Themen und steigert sich von Traurigkeit im ersten, zum Protest im zweiten bis hin zur Rage im dritten Teil. Hauptkritikpunkt von Part 2 war das rigide Schulsystem in Grossbritannien mit seinem Konformitätsdruck: In einem apokalyptischen Big-Brother-Szenario wird eine fremdgesteuerte Gesellschaft dargestellt, in der das Individuum zur Maschine geworden war. Doch das Album The Wall markierte auch den Endpunkt der Progressiv-Ära – Punk war einfach nicht als Rocktheater gedacht. (el)

Büsser, Martin: Die wahre Geschichte der Popmusik. Ventil Verlag, 2013, 66.
Covach, John und Flory, Andrew: What’s That Sound? An Introduction To Rock And Its History. W. W. Norton & Co., 2012: 304.
Songlexikon: http://www.songlexikon.de/songs/anotherbrick (Abgerufen: 16.10.13).
The Wall Analysis: Another Brick in the Wall, Pt. 2.  http://www.thewallanalysis.com/main/another-brick2.html (Abgerufen: 16.10.13).

 

1980s

1981: Depeche Modes ‘Just Can’t Get Enough‘ – Synthpop

Zu Beginn der Achtzigerjahre als Singleauskopplung ab Depeche Modes Debütalbum veröffentlicht, geschrieben von einem zwanzigjährigen Vince Clarke, markiert Just Can’t Get Enough eine Rückkehr zu jenem popmusikalischen Gestus, den Gillett (bezogen auf den Rock’n’Roll der Fünfziger) als “self-centered pleasure” bezeichnet. Der kompakte, etwas mehr als dreiminütige Song mit seinem prägnanten Keyboardriff frönt textlich einem Ich-bezogenen Hedonismus, wie er typisch werden sollte für die Populärmusik des anbrechenden Jahrzehnts. (mf)

Songmeanings: http://songmeanings.com/songs/view/5807/ (Abgerufen: 20.10.13).
Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Just_Can%27t_Get_Enough_(Depeche_Mode_song) (Abgerufen: 20.10.13).

1982: Grand Master and the Furious Fives ‘The Message’ – Influental HipHop

The Message ist die 1982 veröffentlichte Single von Grandmaster Flash & Furious Five. Als sozio-politischer Katalyst bewirkte der Song, dass sich der politische HipHop als Sub-Kategorie der HipHop Musik, entwickelte. Obwohl The Message nicht der erste Rap Song war, der vom Frust des Lebens im Ghetto handelt, war er der erste, der sich vom schnellen Disko-Rhythmus abwandte und sich auf einen langsameren Beat sowie auf Lyrik konzentrierte. Das Gerüst des Songs, „don’t push me cause I’m close to the edge / it’s like a jungle sometimes / it makes me wonder how I keep from goin’ under“, umklammert die einzelnen Strophen, die über Prostitution, Diebstahl innerhalb der Familie, niederer Bildungsstand, Gewalt und Arbeitslosigkeit erzählen. So befanden sich auf dem Album The Message bereits sämtliche Themen, die in den kommenden Jahrzehnten für HipHop prägend sein werden. (el)

Büsser, Martin: Die wahre Geschichte der Popmusik. Ventil Verlag, 2013, 140.
Gillett, Charlie. The Sound Of The City. The Rise of Rock and Roll. New York: Outerbridge & Dienstfrey,  1971. 33f.
Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Message_(Grandmaster_Flash_and_the_Furious_Five_song) (Abgerufen: 16.10.13).

1985: Dire Straits ‘Money for Nothing’ – Rock

Inspiriert wurde der Song Money for Nothing von einer Konversation zweier Straßenarbeiter, welche Mark Knopfler, Kopf der britischen Band Dire Straits, 1985 zufällig mitgehört hatte. Darin geht es um die „Schwuchteln auf MTV“, welche ihr „Geld für nix“ bekämen (den Song schrieb er auf ein Stück Papier, welches er vom Restaurant ausleihen musste). MTV startete im Jahre 1981 in Amerika und prägte die Musikindustrie nachhaltig. Ironischerweise hatte genau dieser Song, welcher als Seitenhieb auf das Musik- und Mediengeschäft gedacht war, das erste komplett computeranimierte Video, welches zu dieser Zeit als bahnbrechend betrachtet wurde und als erstes Video auf dem 1987 aufgeschalteten MTV Europe gezeigt wurde. (mak)

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Money_for_Nothing (Abgerufen: 18.10.13).
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/MTV (Abgerufen: 18.10.13).

1988: MC Lytes ‘Paper Thin’ – HipHop / Female Rap Pioneer

Paper Thin wurde am 17. September 1988 auf dem Album Lyte As A Rock veröffentlicht, das Debütalbum der Rapperin MC Lyte; als erste Frau überhaupt gab sie ein gesamtes HipHop-Album heraus. Mit den Lyrics inspiriert MC Lyte Frauen ihren eigenen Mann zu stehen und nicht auf ‚Papier dünne’ Worte der Männer zu hören. Der HipHop-Track kombiniert Lytes Rhymes mit Samples aus vergangen Hits – z.B. die Anfangs-Gitarrenriffs aus Princes 17 Days und abgewandelt Ray Charles Hit The Road Jack. MC Lyte und ihr Album prägten den HipHop der Achtzigerjahre und ebneten den Weg für weitere weibliche MCs und Rapartistinnen, wie Lauryn Hill oder Missy Elliot. (sak)

Prato, Greg: Artist Review. http://www.allmusic.com/artist/mc-lyte-mn0000220590/biography (Abgerufen: 20.10.13).
TheSource: http://thesource.com/2013/06/21/flash-back-friday-mc-lyte-paper-thin/ (Abgerufen: 20.10.13).
Whosampled: http://www.whosampled.com/sample/3620/MC-Lyte-Paper-Thin-Prince-17-Days/ (Abgerufen: 20.10.13).
Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/MC_Lyte (Abgerufen: 20.10.13).
  1. Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Tweedlee_Dee (Abgerufen: 19.10.13).
  2. Dahl, Bill: Artist Review. http://www.allmusic.com/artist/lavern-baker-mn0000778344/biography (Abgerufen: 19.10.13).
  3. Musikzimmer: http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=1152 (Abgerufen: 19.10.13).
  4. Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Roll_Over_Beethoven (Abgerufen: 18.10.13).
  5. Musikzimmer: http://www.musikzimmer.ch/db_songs.php?ID=99 (Abgerufen: 18.10.13).
  6. Allmusic: http://www.allmusic.com/song/roll-over-beethoven-mt0028412885 (Abgerufen: 18.10.13).
  7. Browne, Broadus und Browne, Ray (Hg.): The Guide to United States Popular Culture. Bowling Green State University Popular Press, 2001, 688.
  8. Covach, John und Flory, Andrew: What’s That Sound? An Introduction To Rock And Its History. W. W. Norton & Co., 2012: 116f.
  9. Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Twist_(song) (Abgerufen: 16.10.13).

Geschichte der Gegenwartspopmusik: Eine kommentierte Playliste mit Fokus auf black music.

Rock’n Roll und Beat

1. Chuck berry mit „Johnny b goode“

Dank technischem Fortschritt besitzen um 1950 viele Haushalte der weissen Mittelklasse ein Radio, mit welchem die Jugend Country, Western und Rhythm and Blues hört. Zudem entstehen unabhängige Radiostationen und Recordlabels dank welchen Jugendliche, die besonders Rhythm and Blues mögen, sowohl schwarze wie auch weisse Musik hören. Ab 1955 wird der Rock’n Roll durch schwarze und weisse Männer wie Fats Domino, Little Richard, Chuck Berry, Rill Haley, Elvis Presley, Jerry Lee Lewis and Buddy Holly geprägt.[1] Das Lied „Johnny b good“ wurde 1958 zum ersten Mal veröffentlicht und gilt als eines der ersten Rock’n Roll Lieder. Chuck Berry schrieb es 1955 als Homage an seinen Pianisten Johnnie Johnson.[2] (mwa)

2. Willie Dixon mit „I just want to make love to you“

Eine Schlüsselfigur des Chicagoblues, die oft in den Hintergrund gerät: Willie Dixon.
Der Blues-Bassist ist deshalb von ausschlaggebender Bedeutung für die Geschichte der Rockmusik, weil mit einer Unmenge von vortrefflichen Musikern, darunter Muddy Waters, Howlin’ Wolf und Chuck Berry, zusammen spielte. Hauptsächlich zeigt sich sein Einfluss durch seine geschriebenen Songs, welche von Bands wie den Rolling Stones, Jimmy Hendrix, The Doors, Cream, Led Zeppelin und vielen mehr aufgriffen und interpretiert wurden. (mw)

Bibliographie: www.allmusic.com

3. Fats Domino mit Blueberry Hill

Neben anderen schwarzen Künstlern, trägt Fats Domino mit seiner Musik die „black culture“ in die weisse Gesellschaft hinein. Mit seinem Rhythmus und Enthusiasmus, der in weisser Musik damals nicht zu finden war, gewinnt er die Hörer und trägt, vor dem Hintergrund der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika, zur Akzeptanz der Schwarzen bei.[3] (jas)

4. Little Richard – Long Tall Sally

Little Richards aggressives Klavierspiel, sein lauter, überdrehter Gesang und die sexuell anzüglichen Texte machten ihn als „wild man“ attraktiv für amerikanische Jugendliche der 1950er-Jahre. Doch bei den älteren Generationen waren seine Texte verpönt, sie wurden als unangemessen angesehen, was ihm eine Karriere im weissen Popmarkt erschwerte. Oft waren Covers seiner Songs erfolgreicher als die Originale, da weisse Musiker den Texten die sexuellen Anspielungen nahmen und sie so für das weisse Publikum zugänglich machten.[4] (lc)

Rock und Soul

1. Albert Ayler Quintet mit „Truth is marching in“

New York zeichnet sich in den 1970 durch kreative Kunstschaffende aus, die die Strasse als Bühne nutzen. So entstand eine neue experimentelle Stimmung die anspornte und inspirierte, für die Recordlabels jedoch eine Schwierigkeit darstellte, da das Publikum nach experimentellen Künstlern verlangte. So entstand das 1962 neu gründete Independant Label ESP Disk, welches Albert Ayler, einen der wichtigsten Figur der Free-Jazz-Bewegung vertrat.[5] (mwa)

2. Aretha Franklin mit „Respect“

Die Sängerin begann ihre Karriere bereits in den 50er Jahren und schaffte erst, ein Jahrzehnt später, ihren kommerziellen Durchbruch mit Hits wie „I never loved a man“ (1967) und „Respect“ (1967). Die „Queen of Soul“ sang unter anderem mit James Brown, Elton John und George Michael, spielte selbst Piano, gründete ihr eigenes Label (Aretha’s Records) und veröffentlichte insgesamt 50 Alben. Vom Rolling Stones Magazine wurde sie zur Besten Sängerin aller Zeiten gewählt.[6] (mw)
Bibliographie: Allmusic.com

3.Jimi Hendrix mit „Purple Haze“

Das ist Jimi Hendrix: Ein 1960er, der in seinen Texten Krieg und Drogen verarbeitet, einer der einflussreichsten Gitarristen der Musikgeschichte, der aus purer Intuition eine immense Menge an Sounds auf seiner Gitarre produziert, ein Virtuose unter den Rockmusikern mit einer ganz persönlichen und unverwechselbaren Signatur.[7] (jas)

4. The Temptations mit „My Girl“

Als typische Vertreter der kultivierten Motown Guy Groups wurden die Temptations vor allem durch ihre durchchoreographierten Auftritte bekannt. Ihre Songs wurden (charakteristisch für Motown Künstler) explizit für ein weisses gebildetes Publikum geplant. Dadurch wurden erstens Crossovers in den Popmarkt ermöglicht und zweitens Covers von Weissen für Weisse vorgebeugt.[8] (lc)

Postpunk, Alternativerock, Newpop

1. The Last Poets mit „E Pluribus Unum“

Die Last Poets gründeten sich 1969 in Harlem, nachdem sie sich im Gefängnis kennen gelernt hatten. Dort erfanden sie einen Sprechgesang, der sich über die Jahre immer gesellschafts- und konsumkritischer entwickelte. Dadurch, dass der Text der Kern der Musik der Last Poets bildete, sind sie weder mit Soul, Funk oder Disco vergleichbar.[9] (mwa)

2. Prince mit „Purple Rain“

Das Multitalent Prince zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass er sowohl Gitarre, Klavier, Keyboard als auch Schlagzeug[10] spielt, sondern auch viele Genres wie Jazz, Funk, Pop, Rock und Blues, in seine Musik einfliessen, und zusätzlich seine Texte selber schreibt. Seinen grossen Durchbruch gelang ihm 1984 mit „Purple Rain“, welcher ebenfalls der Titel seiner im selben Jahr verfilmten Autobiographie ist. Seine vielseitigen Songs hatten grossen Einfluss auf eine Vielzahl von Musikrichtungen. (mw)
Bibliographie: Allmusic.com

3. Stevie Wonder mit „Superstition“

Stevie Wonders Musik ist ein brodelnder Kochtopf aus Funk, Soul, Jazz, Reggae und Rock’n’Roll, der durch sein Dampfen Lebensfreude in jedem Raum ausbreitet. Rassistische, spirituelle oder soziale Probleme mit denen er in seinem Leben konfrontiert wurde, löste er mit Hilfe seiner positiven Musik. Durch Vervielfachen seiner Stimme anhand des Synthesizers, erschien der Mann als Band in einer einzigen Person. So revolutionierte er den R&B der 70er Jahre. Stevie Wonder: Ein Pionier und eine weitaus geliebte Ikone.[11] (jas)

4. Michael Jackson mit „Billie Jean

Anfang der 1980er-Jahre wurde MTV populär und revolutionierte die Vermarktung von Künstlern. Musikvideos wurden zum beliebtesten Instrument um Singles zu promoten, MTV aber verwehrte schwarzen Musikern diese Möglichkeit. Erst durch den  gigantischen Erfolg von Michael Jacksons Thriller LP gelang es Columbia Records MTV so unter Druck zu setzen, dass ihnen mit den drei Musikvideos zu „Billie Jean“, „Beat it“ und „Thriller“ der Durchbruch in die weisse Musikwelt von MTV gelang.[12] (lc)

Hip Hop, House, Techno, Electronica

1. Ice-T mit „I Must Stand“

Ice-T war Rapper der ersten Stunde. Als Hip Hop Pionier der Westküste wollte er sowohl schwarze wie auch weisse Musikhörer ansprechen um seine Platten verkaufen zu können. Trotzdem blieb Ice-T immer ein schwarzer Musiker, der schwarzen Hip Hop veröffentlichte und dem Realness aber auch Crosscovern wichtig war. So coverte er beispielsweise Lieder wie Superfly von Curtis Mayfield.[13] (mwa)

2. 2Pac mit „Ghetto Gospel“

Mit seinem ersten Album 2Pacalypse (1991) setzte der Rapper Tupac Shakur, kurz 2Pac, in welchem er das Ghettoleben und seine Probleme thematisierte. Er verkörperte als einer der Ersten Rapper das Bad-Boy-Image mit Songs wie „I’m a Soldier“ oder „I’m a Hustler“, wobei er gleichzeitig auch Themen wie die Diskriminierung, ansprach. Dies geschah besonders anhand seines berühmten (postum erschienenen) Songs „Ghetto Gospel“, welchen er an einen Hit von Elton John („Indian Sunset“)[14] anlehnte. Er repräsentierte als einer der ersten den Aufstieg eines in armen Verhältnissen aufgewachsenen afroamerikanischen Jungen, der sich bis nach oben durchgekämpft hat, was fortan als Inspiration für weitere junge Rapper diente sich zu verwirklichen indem sie ihre eigene Sprache zum Ausdruck zu bringen, mit welcher sie sich identifizieren. (mw)

3. Juan Atkins mit „Techno City“

Die Suburbs von Detroit. Drei junge Männer (The Belleville Three). Die Grundelemente des Technos und ein Schlafzimmerlab. Das war der Anfang des anerkannten „Godfather of Techno“ Juan Atkins. Da seine Musik in den U.S. aber keinen Anklang fand, wechselten er den Kontinent und schickte ausgehend von London einen unvergesslichen Impuls in die Welt der Elektronischen Musik hinaus.[15] (jas)

4. Run DMC mit „Walk This Way“

Run DMC waren Vorläufer des Gangsterraps und pflegte die typisch selbstbewusste schwarze Gangster und Rebellen Attitude des Hiphop, obwohl sie nicht aus der Bronx kamen. Sie schafften sich eine Street-Attitude um dem Image des Gangsta-Rap gerecht zu werden. Bezeichnend ist auch ihre Zusammenarbeit mit weissem Hardrock bei der Produktion der Single „Walk This Way“. Diese entstand in einer Kooperation mit der Metal-Band Aerosmith und verschaffte ihnen den Zugang zu einem weissen Publikum und kommerziellem Erfolg.[16] (lc) 

 


[1] Covach and Flury, 2012, S. 79, 80.

[2] Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_B._Goode, Abgerufen: 13.10.2013.

[3] Gillete 1971.

[4] Covach/Flury 2012.

[5] Büsser, 2013, S. 32 – 40.

[6] <http://www.rollingstone.com/music/lists/100-greatest-singers-of-all-time-19691231>  (10.10.13).

[7] Covach/ Flury 2012.

[8] Covach/Flury 2012.

[9] Büsser, 2013, S. 45-47.

[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Prince.

[11] http://www.allmusic.com/artist/stevie-wonder-mn0000622805/biography <13.10.13>.

[12] Starr/Waterman 2009.

[13] Büsser, 2013, S. 142, 143.

[14] http://en.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Gospel.

[15] Saphiro 2000.

[16] Büsser 2004.

Kommentierte Playliste

Rhythm’n’Blues / Rock’n’Roll (ab 1945-1964):

1. T-Rex – Get it On (1971)

Obwohl Marc Bolans britische Band T-Rex mehr für ihren glamigeren Rock bekannt waren, ist Get It On für mich ein typisches Rock’n’Roll Track. Dies hat meist zu tun mit dem Chuck Berry Riff, wie auch mit der instrumentalen Besetzung, die an früheren Rock’n’Roll Beispielen erinnert.(lb)

2. Beach Boys – Surfin’ USA (1963)

Die Beach Boys veröffentlichten Surfin’ USA im Jahr 1963 als Single und kurze Zeit später auf einem gleichnamigen Album. Die Beach Boys sind als Inbegriff einer ersten Welle von jugendlichem Hedonismus zu verstehen – in dem Song werden zahlreiche Surfspots aufgezählt – und gleichzeitig einer der ersten Versuche der Jugend eine Stimme und gesellschaftliche Beachtung zu geben.(the)

3. The Beatles – Please Please me (1963)

Die Single Please Please Me wurde 1963 veröffentlicht. Aufgrund des riesigen Erfolgs dieses Lieds erhielt auch das erste Album der britischen Rockgruppe den Namen Please Please Me. Nur ein Monat nachdem das Lied veröffentlicht wurde, erreichte die Single den Platz Nummer 1 in den britischen Charts. Das Lied war die erste Nummer 1 der Beatles.(ma)

4. Chuck Berry – Roll Over Beethoven (1956)

Rock’n’Roll: In Chuck Berrys „Roll over Beethoven“ zeigt sich die klassische Rock’n’Roll-Band Zusammenstellung: Gesang, Lead- und Rhythmusgitarre, Kontrabass als Bassinstrument, und Schlagzeug. Piano und Saxophon weichten den modernen Instrumenten. Im Zentrum der Band steht Chuck Berry und spielt bei 01:18 Minuten ein Gitarrensolo. Er singt darüber, dass die klassische Musik dem Rhythm’n’Blues weichen soll, welchen Berry so gerne spielt.(mj)

Rock / Soul:
1. Funkadelic – (Not Just) Knee Deep (1979) ca. 1964–1977 (Funk/R&B/Disco)

Dieser Track von der legendären Gruppe Funkadelic verkörpert den gesamten Funk von George Clinton in einem Disco-artigen Groove. Alles von der groovigen Synthesizer-Bassline, tanzbare Grundrhythmik bishin zu den vom Jazz beeinflussten Klavierakkordabfolgen machen diesen Track zu einem Musterbeispiel für Funk. De La Soul’s Prince Paul würde zehn Jahre später den Track samplen für “Me Myself and I”.(lb)

2. The Who – My Generation (1965) ca. 1964–1977 (Rock)

My Generation erschien im Jahr 1965 als Vorab-Single und insgesamt dritte Single der britischen Rockband The Who. Einen Monat später erschien das gleich betitelte Debütalbum. Der Song beginnt mit gewohntem Beat, wie ihn auch die frühen Beatles spielten, der Text wird als Call and Response vorgetragen: während Sänger Roger Daltrey stotternd – und damit die Unsicherheiten einer jungen Generation ausdrückend – jeweils einen ersten Teil des Verses singt, antworten dann Pete Townshend und John Entwistle als Background-Sänger. Zum einen der ersten Male wird auf starkes Gitarrenfeedback zurückgegriffen und kreiert so einen neuen Sound, der Grundstein für spätere Werke des Rock wird.(the)

3. The Beatles – Money (1962)

Das Original wurde 1959 von Barrett Strong veröffentlicht. Das Lied wurde aber erst später aufgrund zahlreicher Coverversionen populär. Die Version der Beatles ist durch den starken Gesang von John Lennon gekennzeichnet und war zu dieser Zeit auch einer seiner Lieblingssongs. Das Lied wurde mehrmals für BBC Radio aufgenommen.(ma)

4. Solomon Burke – If You Need Me (1963)

Soul: Solomon Burke zeigt in „If You Need Me“ die für den Soul charakteristische Mischung aus Gospel und Rhythm’n’Blues. Burkes starke Stimme steht im Kontrast zu den Backing-Vocals. Ab 00:42 kommen diese im Lied erstmals zur Geltung. Ab da beginnt das Spiel zwischen Solist und Chor, wobei Burke immer freier und virtuoser singt.(mj)

Postpunkt / Newpop / Altenativerock / Jazz-Fusion:
1. Harald Grosskopf – So Weit So Gut (1980) 1978–2000 (Electronic/New Age/Ambient/Avant-Garde)

Der Schlagzeuger von Klaus Schulze zeigt in seinem Solo-Debutalbum dass er auch einen Moog bedienen kann und zur Produktion einer Ambient-Platte ganz im Stile der Berliner Schule fähig ist. Die ständigen Ostinati und graduelle, schichtartige Progression in “So Weit So Gut” verkörpern für mich die Ambiente der elektronischen Musik von Tangerine Dream oder Günter Schickert, allerdings mit dem Gebrauch echter Schlagzeugklänge und in reduzierter Tracklänge.(lb)

2. Talking Heads – Psycho Killer (1977) 1978–2000 (No Wave)

Erschienen im Jahr 1977 auf dem Album „Talking Heads: 77“ ist Psycho Killer einer der herausragenden Song des No-Wave. Eine markante Basslinie wird musikalisch recht nüchtern bespielt, ein einerseits geradezu funkyesker Beat läuft einen so eigenartigen, zerhackten Rhythmus, welcher durch den nervös bis verwirrt wirkendem Gesang David Byrnes eine all zu sehr harmonische Stimmung zu verhindern weiss. Psycho Killer kann aufgrund der Dekonstruktion des tanzbaren Rhythmus und Versen wie: „We are vain and we are blind/I hate people when they’re not polite“ als Abgesang auf die New Yorker Yuppies der damaligen Zeit interpretiert werden, welche in Nobelclubs zur angesagten Discomusik einem hedonistischen Lebensstil nachhingen.(the)

3. Joy Division – Love will tear us apart (1980)

Das berühmteste Lied von Joy Division, die zu den typischen Vertretern des Post-Punk zählen, ist Love will tear us apart. Das Lied wurde kurz vor seinem Suizid des Texters und Sängers, Ian Curtis, veröffentlicht, konnte aber keinen grossen Erfolg erzielen. Erst nach der zweiten Veröffentlichung wurde das Gesangsstück als das bekannteste Beispiel für die musikalische Ausdruckskraft von Ian Curtis anerkannt. Love will tear us apart zählt zu den besten Singles aller Zeiten und hat seinen Platz in der Liste der 500 grössten Songs aller Zeiten des Rolling Stone Magazines.(ma)

4. Magma – Riah Sahiltaahk (1971)

Jazz-Fusion: Jazz und Brass Elemente werden mit Rock vermischt, das technische Beherrschen der Instrumente rückt nun auch in der Rockszene in den Vordergrund. Was daraus entsteht: Jazz-Fusion oder auch Jazz-Rock. Elektronische Geräte bekommen einen höheren Stellenwert, vor allem das Keyboard und der elektrische Bass. Um noch mehr psychedelische Elemente einfliessen zu lassen, kreierten Magma sogar eine eigene Sprache.(mj)

House / Techno / Electronica / Postrock:
1. Crooklyn Dodgers ’95 – Return of The Crooklyn Dodgers (1995) 1980–2000 (Hip-Hop/Trip-Hop/Drum & Bass)

Die Supergroup Crooklyn Dodgers, diesmal bestehend aus den MCs Chubb Rock, Masta Ace, O.C., Jeru da Damaja und DJ Premier liefert hier ein goldiges Musterbeispiel für einen guten Hip-hop-Track. Der Beat besteht aus einem geloopten Jazz-Sample, darüber eine Sequenz aus Drum-Samples. Ganz im Stile von Primo besteht der Hook aus verschiedenen gescratchten Samples aus anderen Hip-hop Tracks. Die MCs rappen auf höherem Niveau, wie es üblich war im East Coast Hip-hop der frühen 90er Jahren.(lb)

2. Portishead – Sour Times (1994) 1980–2000 (Trip-Hop)

Sour Times erschien im Jahr 1994 auf dem Debüt-Album der Band aus Bristol. Portishead hängt seit Beginn ihres Schaffens eine gesteigerte Lust am Traurigen nach. Eine Konzertreview trägt den Titel: „For Portishead, It’s Always Sour Times“, natürlich mit der Anspielung auf die zweite Single der Gruppe um Geoff Barrow und Beth Gibbons. Die zutiefst schwermütige und doch engelsgleiche Stimme Gibbons, gepaart mit elektronischen Downbeats und natürlichem Bass- und Gitarrenspiel und Zeilen wie: „‚Cause nobody loves me/It’s true/Not like you do“, stehen elementar für eine dunkle Spielart des gelegentlich Trip-Hop genannten Genres, welches sich durch die Vermischung von sehr langsamen Hip-Hop-Beats gepaart mit Elementen aus Funk und Soul und Dun auszeichnet.(the)

3. Massive Attack – Teardrop (1998)

Die britische Band gilt als eine der stilbindenden Bands in Trip-Hop Genre. Massive Attack beeinflusste dieses Genre sowohl mit ihrer anspruchsvoll konstruierten Musik, wie auch mit ihren Musikvideos. Im 1988 bekam das Video zu Teardrop, in dem ein singendes Kind im Mutterleib zu sehen ist, den Preis für das beste Video bei den MTV Europe Music Awards.(ma)

4. Aphex Twin – Pac-Man (Original Full Version) (1992)

Breakbeats: Hier wird der bekannte Pacman-Sound mit Breakbeats unterlegt. Die Originalmusik wird in ihre Einzelteile zerlegt und wieder neu zusammengesetzt. Einzelne Samples werden in Loops wiedergegeben; die zugrunde liegende Melodie wird nur bedingt verändert. Apex Twin arbeitet in diesem Lied mit einem sauberen 4/4-Takt, charakteristisch für die Breakbeats- / Electronica-Anfänge.(mj)