Connan Mockasins Zuckerstück: Caramel

Man nehme ein wenig Soul, ein wenig R’n’B, eine Stimmlage, die teils beinahe die Grenze des Hörbaren überschreitet, eine grosse Portion Gefühl, etwas zuckersüsse Melodie, eine breit gefächerte Ton- und Geräuschkulisse, einen den Moment lebenden Virtuosen und gebe alles in einen Synthesizer. Dann erhitze man das Gemengsel unter ständigem, unkonventionellen Rühren bis es nach 39 Minuten und 38 Sekunden die ersehnte Konsistenz eines Albums hat: Fertig ist Caramel!

Doch während Connan Mockasins zweites Album, das im Jahr 2013 beim Label Phantasy Sound1 erschien, zwar weniger eine süsse Versuchung für deinen Magen ist, ist es dafür um so mehr Balsam für deine Ohren, katapultiert deinen Geist in die Schwerelosigkeit und schickt deine Gedanken auf Wanderschaft.

Caramel – diesen Titel bestimmte Connan Tant Hosford für sein Werk schon bevor er auch nur einen einzigen Ton aufgenommen hatte und das aus ganz einfachem Grund: Er mag das Wort! Der neuseeländische Musiker lebt nach der Philosophie „Die erste Idee ist die Beste!“ und sein Album Caramel ist die Manifestation dieser Lebenseinstellung.2 Von Delphinlauten und Ozeanblubbern in „Nothing lasts forever“, herzerwärmenden Tonabfolgen in „Caramel“, verstörendem Voyerismus und funkigem Sound in „I’m the man, that will find you“, einer fünf Titel langen Komposition von Outer-Space-Erfahrung, Autocrash und Herzschmerz in „I’ts your Body“(1–5) bis hin zu Connans letzten Worten des Albums im Titel „I wanna roll with you“: Und um Connans letzte Worte gleich aufzunehmen: „Thank you very much!“! Das Album bildet in seiner Rohfassung ein unglaublich geniales Ganzes, das mit seiner Einzigartigkeit Bekanntes unbekannt werden zu lassen vermag.

Songbeispiel: I’m the man that will find you

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Teyy1A_AJso[/youtube]