Ciccone Youth – The Whitey Album

Das siebte Album von Sonic Youth ist in vielerlei Hinsicht eine Collage verschiedener Ideen und Elemente. An der Oberfläche verweist die Benennung des Albums unmittelbar auf das „The BEATLES“ bzw. „The White Album“, das 1968 erschienen war. Ursprünglich hätte das Konzept der Gruppe darin bestanden, eines Tages eine Coverversion eben jenes Albums zu veröffentlichen. [1] Dieses Vorhaben schlägt sich dann aber nicht wirklich im Endprodukt nieder, da das Album gleichzeitig ein (ziemlich augenzwinkerndes) Tribut an Madonna und an den Pop der 80er-Jahre darstellen sollte [2]. Dies zeigt sich zunächst in der Namensgebung, da die Band für diese Veröffentlichung kurzerhand ein Pseudonym adaptierte und zwar Ciccone Youth, denn Madonna wurde im richtigen Leben auf Madonna Louise Veronica Ciccone getauft. Ausserdem ist ihr Gesicht in übergrosser Nahaufnahme als Frontseite des Albums zu sehen. Musikalisch wird die Imitation besonders in Into The Groovey offensichtlich, welches eine Coverversion von Madonnas Into The Groove darstellt und welches auch Samples aus dem Original verwendet [3].

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=gHZKaiuOvE0[/youtube]

Mit diesem Stil schliesst die Band an einen Trend der späten 80er-Jahre an, der aus ironischer Nachahmung, Covers und einem ausgeprägten Einsatz von Samplings bestand. In „The Whitey Album“ prallen die denkbar unterschiedlichsten Musikstile der 80er-Jahre aufeinander: der Punk-Untergrund und der Mainstream-Pop [4].

 

[1] SonicYouth. In: http://www.sonicyouth.com/mustang/lp/lp7.html (Abgerufen: 17.11.2013).

[2] Wikipedia. The Whitey Album. In: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Whitey_Album (Abgerufen: 17.11.2013).

[3] Allmusic. In: http://www.allmusic.com/album/the-whitey-album-mw0000199600 (Abgerufen: 17.11.2013).

[4] Simon Reynolds (2011): Retromania. Pop Culture’s Addiction To its Own Past. Faber & Faber, S. 147ff.