Arcade Fire – Reflektor

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Mit „Reflektor“, dem vierten Album der kanadischen Band Arcade Fire, hat die Band ein zugängliches Doppel-Album kreiert, das ungefähr gleich viele Unterschiede wie Gemeinsamkeiten mit ihrem bisherigen Schaffen aufweist.

Eine entscheidende ungewohnte Nuance erhält das Album zunächst durch die Zusammenarbeit mit dem Produzenten James Murphy, dem Frontmann von LCD-Soundsystem, der seine Handschrift in der besonderen Rhythmik der Discobeats erkennen lässt, was einigen Tracks des Albums einen potenziellen Platz auf der Tanzfläche ermöglicht1. Eine weitere hörbare Inspiration für „Reflektor“ scheint eine Reise von Frontpaar Régine Chassagne und Win Butler nach Haiti gewesen zu sein, woher die Familie von Chassagne stammt2. Die Erfahrung mit der Musik einer anderen Kultur, führte dazu, dass sich diese exotischen Elemente auf eine ganz eigene Art und Weise in die Musik integrierten3, was beispielsweise in Awful Sound ansatzweise durch die verwendeten Trommeln zu hören ist.

Der einst opulente Auftritt der Band, der in „The Suburbs“ noch von epischen Orgel- und Bläserarrangements gekennzeichnet war, weicht nun durch diese Modifikationen treibenden elektronischen Arpeggi und Synthesizern4. Dies führt jedoch nach wie vor keineswegs dazu, dass Arcade Fire ihrer Eigenart beraubt werden.

Thematisch dreht sich das Werk um den titelgebenden Begriff „Reflektor“. Die Band erfasst in diesem Album den Geist einer Generation, in der aufgrund ihrer komplexen Umwelt der Grad zwischen Wirklichkeit und Sinnestäuschung oft verschwommen bleibt. Das Album verliert sich mit Phrasen wie „it’s just a reflection of a reflection“ in den Weiten und führt dann auf einem teils beschwerlichen Weg zurück in die Wirklichkeit und zu einem in sich geschlossenen Ende.

Iron and Wine: „Around the Well“ (2009)

Ein Mann. Ein Bart. Ein Farmhaus in Texas. Fünf Kinder. Und eine Platte, wäre sie eine Tageszeit, müsste sie an einem freundlichen Nachmittag beginnen und mit der feuerroten Sonne am Horizont die letzten Melodien verklingen lassen – das ist Iron and Wine.

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„Around the Well“ ist eine 2009 erschienene Kompilation aus bisher unveröffentlichtem Material aus dem Katalog des Messias des Folksongs, Sam Beam. Als Anhänger des Freak Folk ist er knietief in den späten 60ern und frühen 70ern verwurzelt. Diese Bewegung eifert den damaligen akustischen Gegebenheiten nach und redupliziert mit zeitgerechten Instrumenten den Vintage Sound. Auch die im Freak Folk beliebten bodenlangen Kleider und wuchernden Bärte sind Teil dieses Fetischs, der die Vergangenheit als eine Art Zeitreise direkt in die Gegenwart holt.1 „Around the Well“ erzählt auf zwei Platten den Werdegang von Sam Beam. Die erste CD fesselt durch intime LoFi-Heimaufnahmen und einer Metaphorik der Südstaaten, die von Bougainville-Samen über Schlangen im Bachbett reicht. Die zweite CD mischt Dub, Funk und Krautrock und die Arrangements sind stets wohl ausgewogen und zunehmend komplex. Vielleicht auf seinen Hintergrund als Filmdozent zurückzuführen, fühlen sich seine Songs in Fusion mit dem Visuellen an wie ein Schaukelstuhl auf einer texanischen Veranda. Deswegen reissen sich US-Serien und Blockbuster wie „Twilight“ um Beams Musik. „Around the Well“ ist Zeugnis dessen, wie Iron and Wine seinen Status als eigenständige Stimme im Musikbusiness erspielt hat und nun als einer der Grossen sein Archiv ausräumen darf.2 Auch ist die Platte ein Statement von Beam, der das Credo der Hippie-Ästhetik vertritt: „As a listener, I want to push myself. At the end of the day, I know that ever since the Beatles brought in musique concrète, I’m not going to flip anyone’s lid [but] you push yourself to do something you haven’t done.“3 Dennoch hat Freak Folk sich dem Rezyklieren der besagten Zeit verschrieben. Doch in seiner Zeitkapsel ist das Album „Around the Well“ in unserem Zeitalter, in dem Raritäten gar nicht mehr so rar sind, eine lohnenswerte Zeitreise. (el)

 


Literaturhinweise:

  1. Fiander, Matthew: Iron & Wine: Around the Well.  http://www.popmatters.com/review/92888-iron-and-wine-around-the-well/ (Abgerufen 15.06.2014).
  2. Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture′s Addiction To Its Own Past. London: Faber and Faber Ltd, 2011, 409-11.
  3. Wikipedia.com: http://de.wikipedia.org/wiki/Iron_%26_Wine (Abgerufen: 15.06.2014).
  1. Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture′s Addiction To Its Own Past. London: Faber and Faber Ltd, 2011, xxxii-xxxv.
  2. http://www.plattentests.de/rezi.php?show=6664 (Abgerufen: 05.12.2013).
  3. http://pitchfork.com/features/articles/7911-iron-wine/ (Abgerufen 15.06.2014).

Werkbeschreibung: The Beatles – The white Album (THE BEATLES) (ma)

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The Beatles – The White Album (The Beatles) 1968

Das neunte offizielle britische und das fünfzehnte amerikanische Album von den Beatles, „THE BEATLES“, wurde im Jahre 1968 veröffentlicht. Das war das erste volle Album-Projekt der Band seit dem Tod ihres Managers Brian Epstein und zählt zu den meistverkauften Alben aller Zeiten (mehr als 20 Millionen Kopien).

Aufgrund seines weissen und schlichten Designs, das von Richard Hamilton entworfen wurde, wird es auch „Das weisse Album“ („The White Album)“ genannt. Das ist die einzige Hülle eines Beatles Studioalbums, auf der nicht die vier Mitgliedethe-beatles-e28093-white-albumr der Band zu sehen sind.

Das „White Album“ bleibt in der Musikgeschichte dasjenige Album der Band, das die meisten Auszeichnungen der RIAA (Recording Industry Association of America) in den USA erhalten hat. Es wurde in der deutschen Ausgabe des Rolling Stone Magazins  auf Platz 5 der besten Alben aller Zeiten platziert.

In „The White Album“ handelt sich um eine Sammlung von Liedern in unterschiedlichen Stillen:Psychodelica, Rock `n` Roll, Blues etc.. Genau diese Vielseitigkeit wird von vielen Kritikern zugleich als die grösste Stärke und Schwäche des Albums bezeichnet. Das Weisse Album ist weniger ein Gruppenprojekt, als eine Vermischung von individuellen Auftritten. Lieder wie Back in The U.S.S.R, Bungalow Bill oder Rocky Racoon entsprechen der typischen Rock`n`Roll Tradition und zählen zu den Klassikern der Gruppe.

Das „White Album“ entstand in der Spätphase der Beatles, indem sich das Ende der Band langsam abzeichnete. Allein die Tatsache, dass dies das einzige Doppelalbum des Bands ist, weist darauf hin, dass die Unstimmigkeiten innerhalb der Band grösser wurden.

Quellen:

Reynolds, Simon: Retromania. Pop Culture′s Addiction To Its Own Past. Faber and Faber   Ltd, 2011, 453-460.

http://www.thewhitealbumproject.com/ (Abgerufen am 27.10.2013)

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Beatles_(Album) (Abgerufen am 27.10.2013)

Bildverzeichnis:
http://palabrasdealgodon.files.wordpress.com/2012/11/the_beatles_-_white_album_disco1-2.jpg (Abgerufen am 27.10.2013)

http://bettylivin.files.wordpress.com/2012/05/the-beatles-e28093-white-album.jpg (Abgerufen am 27.10.2013)