Shakin‘ Stevens and the Sunsets

Shakin' StevensTanzend zum Erfolg – ein bewährtes Rezept.

Was sich Shakin‘ Stevens – der tanzende Stevens also1 – auf die Fahne geschrieben hat, ist im Rock’n‘ Roll-Geschäft ein altbewährtes Rezept. So versetzte schon Elvis Presley, der für seinen einzigartigen Hüftschwung berühmt war, reihenweise junge Frauen in Ekstase2.

Geboren wurde Shakin‘ Stevens als Michael Barratt 1948 in Cardiff (Wales) als jüngstes von 11 Kindern3. Als er 1967 heiratete, war sein offizieller Beruf noch Milchmann. Doch schon 1968 begann er seine Karriere als professioneller Musiker, indem er bei den „Sunsets“, einer Rock’n’Roll-Band, als Frontmann einstieg. Von da an legte er eine beeindruckende Karriere hin und gilt heute als typischer Vertreter des Rock’n‘ Roll-Revivals der Siebzigerjahre4. 1969 traten Shakin‘ Stevens and the Sunsets als Vorband der Rolling Stones auf, 1972 wurden sie vom New Musical Express zur besten Live Band des Jahres gewählt. Nach der Auflösung der Band 1976 begann Stevens seine Solokarriere und spielte 19 Monate lang die Hauptrolle in einem Elvis Musical. Heute gilt er mit 4 Nr. 1 Hits und über 35 Charttiteln als einer der erfolgreichsten Solosänger überhaupt5.

Die Musik von Shakin‘ Stevens & The Sunsets ist stark an den Rock n‘ Roll der Fünfziger angelehnt: klassische Formation mit Frontmann, Gitarre, Klavier, Saxophon, Drums und Bass. Allerdings kommt hier ein verstärkter E-Bass zum Zug, der den früher verwendeten „Upright“ ablöste. Auch die Backbeat-Betonung und das typische „Slap-Back-Echo“ auf der Leadstimme sind bekannte Stilelemente. Untypisch jedoch ist, dass bei Stevens‘ die üblichen, einfachen Rock’n’Roll-Harmonien und das häufig verwendete 12-Takte-Schema oft aufgebrochen bzw. erweitert werden.

Die lässige Coolness hingegen, mit der sich Shakin‘ Stevens auf der Bühne bewegte, ist ganz und gar Rock’n’Roll. (MR)

  Album: Shakin‘ Stevens & The Sunsets – I’m no J.D. http://www.youtube.com/watch?v=Xt5sni1nizc BBC Documentary: http://www.youtube.com/watch?v=XyCk86lWwjA

  1. http://www.etymonline.com/index.php?term=shake&allowed_in_frame=0 (abgerufen am 16.12.2013).
  2. http://www.zeit.de/kultur/musik/2010-01/elvis-presley/seite-3 (abgerufen am 16.12.2013).
  3. http://en.wikipedia.org/wiki/Shakin%27_Stevens (engl. Wikipedia – Shakin‘ Stevens, abgerufen am 16.12.2013).
  4. http://de.wikipedia.org/wiki/Rock_%E2%80%99n%E2%80%99_Roll (Wikipedia – Rock n’ Roll, abgerufen am 16.12.2013).
  5. http://de.wikipedia.org/wiki/Shakin%E2%80%99_Stevens (dt. Wikipedia – Shakin‘ Stevens, abgerufen am 16.12.2013).

Nick Cave & The Bad Seeds – In the Ghetto

Im Jahr 1984 brachte Nick Cave mit seinen Bad Seeds eine Coverversion von dem berühmten Elvis-Klassiker In the Ghetto raus. Das direkte Zitat war durchaus bewusst gewählt, da Nick Cave selbst ein begnadigter Elvis-Fan ist (in Caves Musik bestehen auch weitere Verweise auf Presley, so zum Beispiel der Song Tupelo (Geburtsort von E. Presley), vgl. Reynolds 2012, S. 132). Die Fetischisierung der Vergangenheit äussert sich in In the Ghetto also in einem durchgehenden Zitat. Der Text thematisiert die Tragik und die Verzweiflung im Ghetto: ein Ghettodrama in dem Sinne. Das Lied zeigt unverschönernd die Probleme im Ghetto auf und wie die Lebensumstände die Menschen dazu zwingen, Verbrecher zu werden: „So he starts to roam the streets at night and he learns how to steal and he learns how to fight in the ghetto“, oder „Then one night in desperation the young man breaks away, he buys a gun and steals a car, he tries to run but he don’t get far“. Die Interpretation von Nick Cave ist rauer, schwerer und ungeschliffener als jene von Elvis Presley. Cave lässt sich völlig von der Musik treiben: an manchen Stellen nehmen sich die Instrumente fast komplett zurück und so auch Caves Stimme. Dann wieder schafft er es einzelne Zeilen mit Bedeutung zu füllen – und passend dazu setzen dramatische Schlagzeugschläge ein (bspw. „[…] and his hunger burns […]“). Jedes gesungene Wort von ihm wirkt authentisch und mitfühlend.

Elvis Presley singt In the Ghetto wie jedes andere seiner Lieder; warm, soulig und stets begleitet von einer Prise Kitsch. So mögen seine Gesangsfähigkeiten vielleicht jene von Nick Cave übersteigen, aber im Gegenzug gelingt es Cave den Lyrics die Aufmerksamkeit zu verleihen, welche sie verdienen. Der Ausdruck in seiner Stimme ist unverwechselbar und bringt einem dazu, wirklich zuzuhören.

Elvis erzählt in seiner Version eine Geschichte. Nick Cave schafft es eine Tragödie daraus zu machen.

Literatur:

Simon Reynolds (2012): Retromania. Pop Culture’s Addiction To its Own Past. Faber & Faber.

Mystery Train (1989)

Mystery Train

Bereits dem Titel lässt sich entnehmen, dass der Film Mystery Train von Jim Jarmusch eine Hommage an die Rock-’n‘-Roll-Musik beinhaltet, denn Mystery Train heisst auch ein Song von Elvis Presley. Der gleichnamige Song eröffnet den Film und Elvis bleibt über die gesamte Erzählung hinweg ein zentrales Thema.

In drei Episoden schildert der Film das Alltagsleben völlig unterschiedlicher Individuen. Der Handlungsort aller drei Episoden ist Memphis, die Heimatstadt von Elvis Presley.1 Die erste Episode erzählt von einem jungen japanischen Liebespaar, welches als grosse Rock-’n‘-Roll-Fans Graceland und die Sun Studios besuchen wollen. Die zweite Episode handelt von einer verwitweten Italienerin, die allerhand eigenartige Begegnungen macht, unter anderem mit Elvis Presleys Geist. In der letzten Episode dreht sich alles um die Probleme von Johnny, der den Spitznamen Elvis trägt. Er wurde von seiner Freundin verlassen, hat seinen Job verloren und gerät mit seinen Freunden in noch grössere Schwierigkeiten.2

Jarmuschs Hingabe zur Rock-’n‘-Roll-Musik äussert sich im Film neben dem allgegenwärtigen Elvis Presley auch im Soundtrack, welcher mehrere Rock-’n‘-Roll-Klassiker aufweist, darunter Songs von Otis Redding, Rufus Thomas und natürlich auch Elvis. Neben Elvis‘ Version des Songs Mystery Train ist auch jene von Blues-Sänger Junior Parker zu hören, welche zwei Jahre zuvor erschienen ist.3 Zudem finden sich in der Besetzung des Films Grössen der Rockmusik wieder. Joe Strummer, Frontmann der Punkband The Clash, Blues-Legende Screamin‘ Jay Hawkins, Rufus Thomas und Tom Waits haben Auftritte in Mystery Train.4


  1. Hopf, Matthias: Mystery Train. Kritik der filmstarts.de-Redaktion. URL: http://www.filmstarts.de/kritiken/4964/kritik.html (Abgerufen: 28.10.2013).
  2. Lim, Dennis: Mistery Train. Strangers in the Night. 2010. URL: http://www.criterion.com/current/posts/1488-mystery-train-strangers-in-the-night (Abgerufen: 28.10.2013).
  3. http://www.imdb.com/title/tt0097940/soundtrack (Abgerufen: 28.10.2013).
  4. http://www.imdb.com/title/tt0097940/fullcredits (Abgerufen: 28.10.2013).

Elvis lives

The Ultimate Elvis Tribute Artist Event

Elvis lives Poster

Seit Elvis’ Tod 1977 versuchen sogenannte Elvis-Impersonatoren den Superstar der 50er-Jahre am Leben zu erhalten. Professionelle Elvis Impersonatoren werden Elvis Presley Tribute Artists genannt und versuchen, mit ihrer möglichst guten Interpretation des Rock’n’Roll Kings dessen Lebenswerk zu ehren und ihn würdig zu „vertreten“. Sie sind bestrebt, zusätzlich zur Imitation des Gesangs und Aussehens auch seine Mimik und Gestik exakt nachzuahmen. Elvis Imptersonatoren versuchen jede Nuance seiner Bewegungen und seines Auftretens einzufangen und wiederzugeben, um ein möglichst perfektes Abbild darzustellen1.

Unter dem Titel Elvis Lives touren verschiedene Finalisten des Elvis Presley Enterprises‘ worldwide Ultimate Elvis Tribute Artist Contests durch die USA und bieten eine Reise durch Elvis‘ Leben. Jeder Impersonator repräsentiert Elvis in einer Phase seiner Karriere, wodurch versucht wird, den King of Rock’n’Roll für einen Abend wieder zu beleben2. Für die Zuschauer dieses Rock’n’Roll Revival Events scheint Nostalgie ein treibender Faktor zu sein und der Erfolg des Events zeigt, dass die Musik der Vergangenheit auch heute noch bewegt.

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Quellen:
LegendsInConcert.com: http://www.legendsinconcert.com/fourth-annual-elvis-lives-coast-to-coast-us-theatrical-tour-kicks-off-in-october (Zuletzt aufgerufen: 03.10.2013)
Wikipedia (en): http://en.wikipedia.org/wiki/Elvis_impersonator (Zuletzt aufgerufen: 03.10.2013)

  1. http://en.wikipedia.org/wiki/Elvis_impersonator
  2. http://www.legendsinconcert.com/fourth-annual-elvis-lives-coast-to-coast-us-theatrical-tour-kicks-off-in-october