The Strokes (USA, 1998) (ma)

The Strokes The Strokes aus New York wurden 1998 gegründet und gelten als die wichtigsten Vertreter des Garagerocks. The Strokes bestehen aus fünf Mitgliedern: Julian Casablancas (Gesang), Nick Valensi (Gitarre), Albert Hammond (Gitarre), Nikolai Fraiture (Bass) und Fabrizio Moretti (Schlagzeug). Ihren Stil haben sie durch New-Wave-Einflüsse weiterentwickelt und ihre Musik wird in Fankreisen als „Stroke Rock“ bezeichnet. Hauptsächlich stammen die Bandmitglieder aus wohlhabenden Verhältnissen und  befassten sich inhaltlich und stilistisch mit klassischen Rock’n’Roll-Themen.1

Im Jahr 2001 brachten The Strokes ihr Debüt-Album heraus. Als das Album unerwarteten Erfolg hatte, wurde die Band zu den Rettern des Rock’n’Roll aufgerufen.2 Zwei Jahre später nach einer Welt-Tournee veröffentlichen die New Yorker ihren Zweitling „Room on fire“ und in 2005 stand schon „First Impressions of Earth“ in den Musikläden. Nach dieser intensiven fünfjährigen Powerpräsenz der Band nahmen sich die Jungs eine Auszeit und widmeten sich ihrem Privatleben, sowie auch einigen Solo-Projekten. Und dann erschien im März 2011 das lang erwartete neue Album: „Angles“. Gleichzeitig bereitete die Band ihr nächstes Projekt vor: das aktuellste Studioalbum „Comedown Machine“, das Anfang 2013 präsentiert wurde.3  Obwohl die Strokes oft dafür kritisiert wurden, dass sie wenig experimentierfreudig seien, sind und bleiben die New Yorker eine Rockband, die für ihre Coolness (handgemachte Mucke, Lederjacken) und Geschichtskenntnis beliebt ist – und natürlich dafür, den Rock’n’Roll gerettet zu haben!4

Die bekanntesten Alben von The Strokes

Die bekanntesten Alben von The Strokes

The Strokes – Is This It

Sänger und Songwriter Julian Casablancas, Gitarristen Nick Valensi und Albert Hammond junior, Bassist Nicolai Fraiture und Schlagzeuger Fabrizzio Moretti fanden offiziell 1999 in New York City als The Strokes zusammen. 2001 erschien ihr Debütalbum „Is This It“, welches ungeahnten kommerziellen Erfolg verzeichnen konnte, aber auch zu ernst zu nehmenden Musikkritiken Anreiz gab.1 The Strokes sind eine Rockband. Sie waren ein wichtiger Teil der Garage-Rock-Revival-Welle nach dem Millennium (2000), als Garagerock vor allem auch kommerziell erneut Anklang fand. Garage-Rock-Revival oder auch Post-Punk-Revival gilt als Entwicklung innerhalb des „Alternative Rock“. Bands dieser Garage-Rock-Revival-Bewegung lassen sich von der Ästhetik des Garagerock der Sechziger und der des Post-Punk sowie der New Wave der späten Siebziger inspirieren.2 Kurz: The Strokes erinnern vor allem an Britische Bands wie The Who.
Die 2001 noch blutjungen Männer singen moderne, reale Märchen vom Nach- und Wegrennen der New Yorker Mädchen. Julians Stimme erzählt leise singend, lamentiert ohne zu jammern, um im nächsten Moment einen Stimmbänder-kratzenden Schrei loszulassen.
Als wild und rasend würde ein unvoreingenommener Hörer das knapp eine halbe Stunde lange Debütalbum der Strokes vielleicht bezeichnen. Tatsächlich wirken selbst die Balladen zügig. Ihre musikalische Herangehensweise gleicht zeitweise eher der einer Funk- oder Soulband als der einer Rockband: Jeder Musiker fordert die stets überzeugende Melodie rhythmisch auf eine andere Weise heraus, treibt sie voran: Rhythmus „Is (this) it“! Die kurzen, abgehackten Gitarrenriffs und die klirrenden Drumbeats erinnern an den London- und New York-Punk3, doch Punkrock sind nur die knackigen Nussstückchen; eingebettet in eine weichere Basis, die etwas Sinnliches, Leidenschaftliches hat. „Is This It“ provoziert irgendwie die Leichtigkeit des Seins, und hat doch eine starke emotionale Energie.


The White Stripes

White_Stripes_Jack_and_Meg_White

The White Stripes waren ein amerikanisches Rock-Duo, gegründet 1997 in Detroit und aktiv bis 2011.1 Die beiden Mitglieder waren Jack und Meg White, gaben sich zunächst als Geschwister aus2, waren aber tatsächlich von 1996 bis 2000 miteinander verheiratet.2 Ihren ersten Auftritt hatten die White Stripes am 15. August 1997 in Detroit, wo sie vor gerademal 10 bis 15 Leuten im Gold Dollar an einer Veranstaltung für Newcomer auftraten.4

Nachdem das Duo die ersten beiden Alben „The White Stripes“ (1999) und „De Stijl“ (2000) veröffentlichte, folgte mit „White Blood Cells“ (2001) ein Jahr später überraschend der grosse kommerzielle Durchbruch.5 Dadurch wurden „The White Stripes“ zu einem der wichtigsten Vertreter des Post-Punk Revivals neben anderen Bands wie „The Strokes“ oder „The Hives“.6 Der Stil dieser Bands steht dabei für einen musikalischen Rückblick auf den „schlichten, bewusst unprofessionell produzierten Rock’n’Roll“.7 Im Falle der „White Stripes“ bedeutet dies konkret die Kombination aus Bluesrock à la Led Zeppelin und den Strukturen des frühen Blues.8 Zudem wird das Duo auch häufig mit traditionellen Bluesrock-Musikern wie Jimi Hendrix oder den Yardbirds verglichen.9

Das folgende Album „Elephant“ wurde zu einem der gewinnbringendsten und erfolgreichsten Alben der Popgeschichte.10 Das Duo erhielt 2004 einen Grammy für das beste Alternative-Album11. Die folgenden Alben „Get Behind Me Satan“ (2005) und „Icky Thump“ (2007) wiederholten diesen Erfolg und wurden wieder jeweils mit einem Grammy ausgezeichnet. „Get Behind Me Satan“ setzte mehr auf akustische Gitarren und Klavier, während „Icky Thump“ sich wieder vermehrt an Garage- und Bluesrock orientierte.

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/The_White_Stripes (zuletzt aufgerufen: 30.01.14)

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/The_White_Stripes (zuletzt aufgerufen: 30.01.14)

[3] http://en.wikipedia.org/wiki/The_White_Stripes (zuletzt aufgerufen: 30.01.14)

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/The_White_Stripes (zuletzt aufgerufen: 30.01.14)

[5] Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt, 221.

[6] http://en.wikipedia.org/wiki/Post-punk_revival (zuletzt aufgerufen: 30.01.14)

[7] Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt, 220.

[8] Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt, 221.

[9] http://de.wikipedia.org/wiki/The_White_Stripes (zuletzt aufgerufen: 30.01.14)

[10] Martin Büsser (2004): On The Wild Side. Die wahre Geschichte der Popmusik. Europäische Verlagsanstalt, 221.

[11] http://de.wikipedia.org/wiki/Elephant_%28Album%29 (zuletzt aufgerufen: 30.01.14)

Forschungsüberblick: Nuggets

Nuggets

Im Jahre 1972 erschien bei Elektra Records ein Compilation-Album mit dem Titel: „Nuggets: Original Artyfacts from the First Psychedelic Era, 1965-1968“. Darauf waren zahlreiche, zum Teil vorab erschienene Garage Rock – Singles zu einem bahnbrechenden Album vereint worden. Es vereinte die raue Kraft der Garage Rock-Szene, deren Exponate oft nur lokal bekannt waren oder nicht mehr als einen guten Song beinhalteten. Das Album gilt als Wegbereiter und Frühform des Punk-Rock, denn auf der Rückseite des Doppel-Albums wurde das Wort Punk-Rock in einem Begleittext von Lenny Kaye erstmals erwähnt. So hatte das Album auch einen grossen Einfluss auf die Entstehung der Punk Rock Szene im Vereinten Königreich.

Das Album erschien 1998 erneut auf CD mit zwei zusätzlichen Bonus-CD’s die insgesamt 91 weitere Tracks enthielten, welche nicht auf der originalen LP enthalten waren.

YouTube-Playliste mit allen Songs der Originalausgabe des Releases (12″ Vinyl Doppelalbum)

  1. The Electric Prunes: I Had Too Much to Dream (Last Night) – 3:02
  2. The Standells: Dirty Water – 2:50
  3. The Strangeloves: Night Time – 2:35
  4. The Knickebockers: Lies – 2:46
  5. The Vagrants: Respect 2:17
  6. Mouse and the Traps: A Public Execution – 3:02
  7. Blues Project: No Time Like the Right Time – 2:49
  8. The Shadows of Knight: Oh Yeah – 2:51
  9. The Seeds: Pushin’ Too Hard – 2:39
  10. The Barbarians: Moulty – 2:37
  11. The Remains: Don’t Look Back – 2:45
  12. The Magizians: An Invitation to Cry – 2:59
  13. The Castaways: Liar, Liar – 1:56
  14. The 13th Floor Elevators: You’re Gonna Miss Me – 2:31
  15. Count Five: Psychotic Reaction – 3:09
  16. The Leavs: Hey Joe– 2:53
  17. Michael and the Messengers: Romeo & Juliet – 2:02
  18. The Cryan’ Shames: Sugar and Spice – 2:33
  19. The Amboy Dukes: Baby Please Don’t Go– 5:41
  20. Blues Magoos: Tabacco Road – 4:44
  21. The Choccolate Watchband: Let’s Talk About Girls – 2:45
  22. The Mojo Men: Sit Down, I Think I Love You – 2:25
  23. The Third Rail: Run, Run, Run – 1:57
  24. Sagittarius: My World Fell Down – 3:52
  25. The Nazz: Open My Eyes – 2:47
  26. The Premiers: Farmer John – 2:29
  27. The Magig Mushrooms: It’s-a-Happening – 2:47


(Stg)

Biografien und biografische Einträge Lenny Kaye in Nachschlagewerken

Folgende Biografien zu Lenny Kaye sind online abrufbar: AllMusic (Steve Huey, 05.11.13), Wikipedia (en) (05.11.13), Wikipedia (de) (05.11.13) sowie die Biografie der offiziellen Homepage lennykaye.com. Hier wird Lenny Kaye sowie unter anderem das 1972 veröffentliche Kompilationsalbum Nuggets erwähnt und auch, dass dieses seit langem als ein Werk angesehen wird, welches das Genre des Garage-Rocks definierte. Jedoch fokussiert sich die Biografie vor allem auf Lenny Kayes Leben als Musiker und seine spätere Autorentätigkeit als free-lance Schriftsteller.

(bw)

Erwähnungen in sonstiger Fachliteratur

Steven Lee Beebers bechreibt in seiner Anthologie The Heebie-Jeebies at CBGB’s – A Secret History of Jewish Punk Lenny Kaye als den Gründer der Zehn Gebote des Punks (nachzulesen im Kapitel über The Ten Nuggets – Lenny Kaye and the Compilation of the Ten Punk Commandments, S. 63-76).

In Roy Shukers Key concepts in popular music, einer Art Wörterbuch der Popmusik aus dem Jahre 1998, wird unter dem Begriff Garage Bands respektive Garage Rock auch auf die Nuggets-Serie sowie auf Lenny Kaye eingegangen.

Auch John Covach und Andrew Flory erwähnen die Nuggets im Zusammenhang mit Garage-Bands. Diese hatten oft nur einen Hit, der zudem nur regional bekannt wurde. Auf den Nugget-Compilations wurden dann viele solcher Aufnahmen, die niemals weitbekannt waren oder schon wieder vergessen wurden, zusammengetragen.

(bw)

Diskographien zu Nuggets: Original Artyfacts from the First Psychedelic Era 1965-1968

Umfassende Diskographien sind in den dafür üblichen Quellen einsehbar. Die folgenden Quellen beziehen sich jeweils auf die Edition des Labels Elektra im Jahr 1972.

AllMusic (Abgerufen: 05.11.2013)

Discogs (05.11.13)

RateYourMusic (05.11.13)

Oldman’s Doors Blog (erweiterte Diskographie) (05.11.13)

Der folgende Audiotrack dient als Beispiel. Weitere Nuggets findet man auf YouTube.

The Electric Prunes – I Had Too Much to Dream Last Night

(ys)

Webseiten zu einigen Bands

The Cryan’ Shames (05.11.13)

The Electric Prunes (05.11.13)

The Standells (05.11.13)

The Vagrants (wikipedia) (05.11.13)

The Remains (05.11.13)

The Chocolate Watchband (05.11.13)

(ys)

Fazit

Die Compilation Nuggets bietet einen guten Überblick über die Blütezeit des Garage-Rocks und der damit verbundenen Entstehung von Punk. Eine Vielzahl an Bands, welcher an der Garage-Rock-Szene beteiligt war, ist auf dem Album vertreten. Darunter befinden sich neben namhaften Künstlern, welche in den Charts erfolgreich waren, auch völlig unbekannte Bands. Massgeblich beteiligt an dem Projekt war Lenny Kaye, der später Gitarrist der Patti Smith Group wurde. Lenny Kaye erwähnt in einem Begleittext zum Album bereits den Begriff »Punk Rock«.

(gi)

Quellenverzeichnis

Biografie Lenny Kaye.  URL: http://lennykaye.com/bio.html (05.11.13).

Covach, John & Flory, Andrew: What’s That Sound? An Introduction To Rock And Its History. W. W. Norton & Co. 2012; S. 212f.

Shuker, Roy: Key concepts in popular music. London [etc.] : Routledge. 1998.

Beeber, Steven Lee: The Ten Nuggets – Lenny Kaye and the Compilation of the Ten Punk Commandments. In: The Heebie-Jeebies at CBGB’s – A Secret History of Jewish Punk (englisch), S. 63–76. Chicago Review Press, Chicago 2006.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lenny_Kaye (Abgerufen: 05.11.2013).

http://de.wikipedia.org/wiki/Nuggets:_Original_Artyfacts_from_the_First_Psychedelic_Era,_1965–1968 (Abgerufen: 05.11.2013).

Kult statt Trip. Ein kurzer Forschungsbericht zu den Flamin‘ Groovies

Die Flamin‘ Groovies1 wurden 1965 in San Francisco gegründet. Das war die Zeit als und der Ort wo die Karriere vieler Grössen der Pop- und Rock-Geschichte begann, zum Beispiel von den Grateful Dead, Santana, Janis Joplin und vielen mehr. Die Gruppe spielte nicht wie die meisten Bands der Haight-Ashbury-Szene Psychedelic- bzw. Acidrock, sondern eine Mischung von Garagerock und Rhythm’n’Blues, wodurch sie verschiedentlich mit den Rolling Stones verglichen wurden. Seit vielen Jahren gelten die Flamin‘ Groovies als Wegbereiter von Punk. Ihr Amphetamin-geladener Powerpop aus den frühen 70er-Jahren wird musikhistorisch oft mit der Musik von den MC5 aus Detroit verglichen. Die Band löste sich 1992 auf, ist aber gegenwärtig wieder am Touren.

Gruppenmitglieder
Der Motor der Gruppe war Cyril Jordan (Gitarre, Gesang). Zusammen mit George Alexander (Bass) ist er das einzige Langzeitmitglied der Band.
Die Gründungsbesetzung der Band hielt bis 1971. Zu ihr gehören Danny Mihm (Schlagzeug, 1966-73, 1981-84), Roy Loney (Gitarre, Gesang, 1966-71) und Tim Lynch (Gitarre, Gesang, 1966-71).
ab 1971 wurde die Band ständig umbesetzt:
– 1971 kamen Chris Wilson (Gitarre, Gesang, 1971-81) und James Ferrell (Gitarre, Gesang, 1971-76) für Loney und Lynch.
– 1973 David Wright (Schlagzeug, 1973-80) für Mihm.
– 1976 Mike Wilhelm (Gitarre, Gesang, 1976-84) für Ferrell.
– 1980 Mark Dunwoody (Keyboards, 1980-84) als Ersatz für den Gitaristen Wilson und Brittly Black (Schlagzeug, 1980-81) für Wright.
– 1982 Autumn Eyles (vocals, 1982-84) als Frontmann
– 1984 Jack Johnson (guitar, vocals, 1984-92) für Wilhelm und Paul Zahl (Schlagzeug, 1984-92) für Black.
– 1989 Bobby Ronco (guitar, vocals, 1989-90)2

Biografien und biografische Einträge in Nachschlagewerken und Datenbanken
Online sind folgende Band-Biografien greifbar:
John Dougan, der die Biografie für AllMusic schrieb, betont den Kult-Status der Band und dass sie erfolgreicher im UK als in den Staaten waren.3
Während der englischsprachige Artikel in der Wikipedia4 nicht besonders auffällt unterteilt der deutsche Artikel der Wikipedia5 den Abschnitt über die Bandgeschichte in drei Phasen: die Gründungsjahre, die Power-Pop-Jahre und  die 80er Jahre.
Ira Robbins (1997) verfasste den Eintrag zu den Flamin‘ Groovies im Trouser Press Guide To ’90s Rock.6 Hier liegt der Schwerpunkt bei empfohlenen Veröffentlichungen. Besprochen werden vor allem die Releases: Sneakers (EP, 1968), One Night Stand (1987), Groovies‘ Greatest Grooves (1989) und Rock Juice (1992). Der Eintrag zu den Flamin‘ Groovies von Trouserpress ist online greifbar.7

Gedruckt erschien die 36-seitige illustrierte Biografie von Jon Storey und John Bottomley «Bucketfull of Groovies».8

Alwyn W. Turner (1998) schrieb den Artikel zu den Flamin‘ Groovies im Rough Guide to Rock.9 Er betont den «mangelnden Erfolg» der Band und stellt diesen als die Folge zweier ästhetischer Fehlentscheidungen dar. Die Band habe sich jeweils gegen den Geschmack der Zeit gestellt und sich zugunsten ihrer «hoffnungslos unangesagten Musik, die nur Minderheiten interessierte» entschieden.10 Es war zuerst in San Francisco, wo sie nicht wie die anderen Bands Acidrock spielten, später, 1966, ging die Band mit den Ramones auf Europatournee, wo sich ihnen die Gelegenheit geboten hätte, auf den Punk- und New-Wave-Zug aufzuspringen, was sie aber auch nicht getan haben. Sie hielten am Powerpop der 60er-Jahre fest, statt die neue Attitüde aufzunehmen und verpassten so zum zweiten Mal ein potentielles Publikum.

Erwähnungen in sonstiger Fachliteratur

Wolfgang Doebeling erwähnt die Flamin‘ Groovies in einem Aufsatz über die Malaise der US-amerikanischen Rock-/ bzw. Popszene, der er «ästhetische Unbeweglichkeit» attestiert. Die Flamin‘ Groovies dienen hier als Beispiel einer Band, die den Erfolg verdienen würde, die aber nur in England und nicht in der Heimat zu Ehren käme.11
Curt-Albert Schweitzer und Peter Holluch erwähnen die Flamin‘ Groovies in einem Aufsatz zur San Francisco Szene nach den Hippiejahren. Sie würdigen die Flamin‘ Groovies als Band, die entgegen dem Trend der Zeit simple Pop-Klänge pflegen und «von Platte zu Platte versuchten […] authentischer zu klingen und die Stilvielfalt dieser Gattung zu einem Ganzen zusammenzuschmelzen».12
Im selben Sammelband von Tibor Kneif mit dem Titel «Rock in den 70ern» (Kneif, 1980), werden die Flamin‘ Groovies ein drittes Mal in einem Rückblick auf die New Wave von 1975-79 genannt.13

Im Rahmen einer geschichtlichen Abhandlung von Powerpop und New Wave werden die FG zusammen mit den Wackers und Big Star genannt – das sind Bands, deren musikalischer Erfolg viel grösser sei als der kommerzielle. Der musikalische Erfolg besteht im Einfluss auf die entstehende New Wave Szene, wie Doebeling schreibt.14

Veröffentlichungen

Umfassende Diskografien sind in den dafür üblichen Onlinequellen einsehbar: bei AllMusic15, RateYourMusic16, Discogs17.

In den Quellen werden folgende Veröffentlichungen mehrfach erwähnt oder empfohlen:
Flamin‘ Groovies: Sneakers. Snazz Recording R 2371 [10″ Mini-LP], 1968.
Flamin‘ Groovies: Supersnazz. Epic 32273, Sundazed SC 6130, 1969.
Flamin‘ Groovies: Flamingo. Kama Sutra KSBS 2021, Buddha Records 74321 71691, 1970.
Flamin‘ Groovies: Teenage Head. Kama Sutra KSBS 2031, 1971.
Flamin‘ Groovies: Shake Some Action. Sire SASD 7521, 1976.
Flamin‘ Groovies: This Band Is Red Hot 1969-1979. Raven Records RVCD 291 (Australische Compilation), 2008.

Einen Eindruck der Band vermittelt der Mitschnitt aus einer französischen Fernsehsendung vom Stück Slow Death vom 23. 10. 197218 

Weitere Videos oder Audiotracks lassen sich auf Youtube finden.

Fazit

Die Flamin‘ Groovies waren von Anfang an nostalgische Anachronisten. Sie waren eine Band, die partout nicht mit der Zeit gehen wollte, sondern am Ideal von 60er-Jahre-Powerpop-Musik festhielt, einem «greasy, bluesy, rock & roll dashed with a liberal sprinkling of British Invasion panache» wie John Dougan in der AllMusic-Biografie schreibt.

  1. Den Apostroph erhielt die Band erst 1971 – sie waren zunächst die Flamin Groovies
  2. Rate Your Music, http://rateyourmusic.com/artist/flamin_groovies (aufgerufen 25.10.13)
  3. AllMusic Biografie, http://www.allmusic.com/artist/flamin-groovies-mn0000180263/biography (25.10.13)
  4. Wikipedia (en) Flamin‘ Groovies, http://en.wikipedia.org/wiki/Flamin%27_Groovies (Aufgerufen: 25.10.13)
  5. Wikipedia (de) Flamin‘ Groovies, http://de.wikipedia.org/wiki/Flamin%27_Groovies (Augerufen: 25.10.13)
  6. Robbins, Ira A.: The Trouser Press Guide To ’90s Rock. 1997, Simon & Schuster
  7. Trouserpress, http://www.trouserpress.com/entry.php?a=flamin_groovies (Aufgerufen: 25.10.13)
  8. Storey, Jon, Bottomley, John: Bucketfull of Groovies, http://de.scribd.com/doc/111662014/Bucketfull-of-Groovies-The-Flamin-Groovies-Story (download kostenpflichtig, abgerufen: 25.10.13)
  9. Turner, A.W.: Flamin‘ Groovies. In: Rough Guide to Rock, engl.: 1996, dt.: 1998
  10. Turner, A.W.: Flamin‘ Groovies. In: Rough Guide to Rock, zitiert nach der deutschen Ausgabe von 1998, S. 239
  11. Doebeling, Wolfgang: No Expectations. Das Elend der US-Pop-Scene. In: Kneif, Tibor: Rock in den 70ern. Reinbek: RoRoRo, 1980, S. 129
  12. Curt-Albert Schweitzer und Peter Holluch: Where Have All The Flowers Gone? San Francisco nach den Hippiejahren. In: Kneif, Tibor: Rock in den 70ern. Reinbek: RoRoRo, 1980, S. 142
  13. Doebeling, Wolfgang: Good Times Bad Times. Ein Rückblick auf die New Wave 1975-79. In: Kneif, Tibor: Rock in den 70ern. Reinbek: RoRoRo, 1980, S. 149
  14. Robbins, Ira A.: Flamin‘ Groovies. In: Robbins, Ira A.: The Trouser Press Guide To ’90s Rock. New York: Fireside, 1997
  15. AllMusic Discography, http://www.allmusic.com/artist/flamin-groovies-mn0000180263/discography (Abgerufen: 25.10.13)
  16. Rate Your Music Flamin‘ Groovies, http://rateyourmusic.com/artist/flamin_groovies (Abgerufen: 25.10.13)
  17. Discogs Flamin‘ Groovies, http://www.discogs.com/artist/Flamin’+Groovies,+The (Abgerufen: 25.10.13)
  18. Flamin‘ Groovies: Slow Death, 10.05.11. http://www.youtube.com/ watch?v=G1R5PhReY5k (Abgerufen: 25.10.2013)