Frank Zappa and the Mothers: Cruising with Ruben & the Jets (1968)

frank_zappa_cruising_with_ruben_and_the_jets

Cruising with Ruben & the Jets klingt im ersten Höreindruck wie eine klassische Hommage an Doo-Wop. Das Album hat einen nostalgischen Einschlag und wirkt wie ein billiger Abklatsch, doch warten die Stücke dann und wann mit subtilen Seitenhieben auf die Tradition und die Lyrics durch eine Pervertierung der Simplizität von Doo-Wop-Texten auf.

In seiner Jugend liebte Frank Zappa Doo-Wop und seine ersten Kompositionen für den Film Memories of El Monte im Jahre 1962 standen ganz in dessen Tradition.[1] Im Frühjahr 1965 kam es zu einem wichtigen Ereignis, das Zappas Einstellung zur Gesellschaft nachhaltig veränderte: Als er die bestellten pornographischen Tonaufnahmen an einen Auftraggeber lieferte, gab jener sich als Bundespolizist zu erkennen und hängte Zappa eine sechsmonatige Gefängnisstrafe an, wovon er zehn Tage absitzen musste.[2]

Durch den Freiheitsentzug konsterniert hatte Zappe die Absicht, speziell „schwachsinnige Texte“ für Cruising … zu verfassen, wohl auch um die Konsumideale der Zeit und die ihm entgegengebracht Engstirnigkeit der Gesellschaft anzuprangern. Darin zeigt sich auch seine herablassende Haltung, die sich mit seiner Liebe zu Doo-Wop vermischte: Die Tracks des Albums sind auf die „stereotypen Motive“ des Generes heruntergebrochen, nur um sie dann neu zusammen zu setzen. Dabei berief sich Zappa auf die Technik Strawinskys, Neues in Anlehnung an tradierte Formen zu schaffen.[3] So gesehen ist die Zappa-Platte also sehr wohl eine Hommage an die Musik seiner Jugend, doch nicht als nostalgische Rückkehr zur damaligen „Wirklichkeit“. (Eine solche Rückkehr intendierte zur selben Zeit John Lennon mit seinen Stücken für das „White Album“.) Speziell in den Tracks „Deseri“ und „Cheap Thrills“ zeigt sich Zappas kritische Auseinandersetzung mit dem Doo-Wop-Genre. Diese Tracks sind gespickt mit raffinierten harmonischen Verweisen auf Stravinsky und tarnen sich hinter der Fassade von schwachsinnig anmutenden Lyrics.[4] (Stg)


[1] Coutre Francois: http://www.allmusic.com/album/cruising-with-ruben-the-jets-mw0000196894 (Abgerufen am 30.5.14)

[2] Miles Barry: Zappa. New York: Groove Press, 2004. S. 110.

[3] Reynolds, Simon: Retromania. Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann. Mainz, Ventil Verlag 2012. S. 259.

[4] Coutre Francois: http://www.allmusic.com/album/cruising-with-ruben-the-jets-mw0000196894 (Abgerufen am 30.5.14)

Frank Zappa – Dancin‘ Fool (1979)

Zappa - Dancin'FoolWäre Frank Zappa Koch gewesen, würde Gordon Ramsay heute vermutlich Dönerreste aus altem Frittenfett puhlen. Zum einen weil er quer durch E- und  U-Musik hindurchkomponierte und sich stilistisch keine Grenzen setzte, zum andern weil er sowohl rhythmisch wie auch tonal gesehen zu den absoluten Innovatoren der Musik des 20. Jahrhunderts gezählt werden muss – einer, der immer wieder bis dahin Ungehörtes in seine Musik einbaute[1][2]. Eine der wenigen Konstanten, die immer wieder auftaucht, ist sein ironischer, mitunter auch beissender Humor[3]. Ein gutes Beispiel ist das Lied Dancin‘ Fool[4], welches als Single von seinem ´79er Album „Sheik Yerbouti“ ausgekoppelt wurde. Inhaltlich dreht sich das Lied um seine Abneigung gegenüber der Disco Kultur der 70er Jahre, genauer gesagt um das Tanzen. Der Hauptcharakter im Text weiss zwar dass er nicht tanzen kann, tut es aber trotzdem, was im Text unter anderem als „social suicide“ bezeichnet wird. An anderer Stelle singt Zappa „the beat goes on and I’m so wrong“[5]. Zusätzlich werden weitere Aspekte auf die Schippe genommen, beispielsweise wird im Text beschrieben, wie Stolz der Hauptcharakter auf seine Kleidung und seine Schuhe ist und wie er vollkommen der Konformität der Discobewegung entspricht. Am Ende des Songs besingt Frank Zappa seine Abneigung gegenüber Männern, die sich für unwiderstehlich halten, indem er beschreibt, wie der Hauptcharakter eine Frau nach Hause nimmt. Um das ganze abzurunden, ist der Song rhythmisch und ästhetisch wie ein typischer Discosong gehalten. Im ersten Moment klingt das Lied nicht im Geringsten wie eine Persiflage. Erst mit beginnendem Text und später auch mit dem überdrehten Einsatz Disco-typischer Elemente wird der überaus ironische Zugang von Frank Zappa zur Discomusik der 1970er Jahre erkennbar[5][6].
(MR)

 

Quellen:
[1]http://en.wikipedia.org/wiki/Zappa,_Frank (Wikipedia Frank Zappa, abgerufen 08.12.2013)
[2]Brackett, Nathan; Hoard, Christian, eds. (2004), The New Rolling Stone Album Guide: Completely Revised and Updated 4th Edition, New York, NY: Fireside, p. 903, ISBN 0-7432-0169-8.    
[3]The National Recording Registry 2005, National Recording Preservation Board, The Library of Congress, May 24, 2005.
[4]http://www.youtube.com/watch?v=1p_Yw2T3YUI (Youtube – Dancin‘ Fool)
[5]http://en.wikipedia.org/wiki/Dancin’_Fool (Wikipedia Dancin’ Fool, abgerufen 08.12.2013)
[6]http://www.lyricsfreak.com/f/frank+zappa/dancin+fool_20056815.html (Lyrics, abgerufen 08.12.2013)

Negativland – „U2“ (1991)

Bild

Titelbild der Single "U2" von Negativland

Diese Single oder EP der experimentellen Band Negativland kam 1991 in die Läden, das Titelbild geziert mit einem Spionageflugzeug, sowie der täuschenden, grossen Aufschrift U2 und nur ganz klein geschrieben Negativland. Später wurde argumentiert, dass dieser Umstand der Grössenverhältnisse der Schrift, Fans der Band U2 dazu verleitet werden, die EP zu kaufen in dem Glauben, U2 habe eine neue Platte herausgebracht.[1]

 

Auf der EP waren zwei Tracks zu finden, wobei beide den gleichen Titel trugen: „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“. Der erste Track war ein A Capella Mix von 1991 (7:15), der zweite ein Special Edit Radio Mix (5:46).[2]

Bei der Schaffung der Tracks bedienten sich Negativland der Collagen- und Samplingtechnik.[3] Die Tracks bestehen einerseits aus Aussschnitten aus dem Originallied als auch Aufnahmen der Radiosendung „America’s Top 40“ sowie Outtakes des Moderators der Sendung, Casey Kasem, der sich über alles Mögliche beklagt und beschwert.[4]

Negativland hat nicht nur den Titel des bekannten U2 Songs genommen, sondern auch die Melodie und Teile des Textes in ihre Version einfliessen lassen.

[youtube]http://youtu.be/xqse3vYcnaU[/youtube]

So hört man am Anfang des ersten Tracks, welcher oben via Youtube gehört werden kann, Bono (Sänger von U2) das Originallied singen, doch nur im Hintergrund, während im Vordergrund fragende Kommentare darüber gesprochen werden. Auch später kommt die Melodie des Originals wieder zum Zuge. Ausserdem wird immer wiederholt, dass jemand nach etwas sucht, dies aber einfach nicht finden kann (zum Beispiel: ‚And I still haven’t found it. What I’m looking for, that is. I just don’t know where the Hell it is… I just can’t seem to find it.’), was wiederum eine klare Anspielung auf den Titel des Tracks ist.

[youtube]http://youtu.be/dV3hfdf01Xc[/youtube]

Beim zweiten Track, der oben als via Youtube gehört werden kann, erklingt zuerst die Stimme von Casey Kasem, was das Ganze wie eine ganz normale Radioshow klingen lässt. Aber dann verliert dieser den Faden und in diesem Moment beginnt die Musik in den Vordergrund zu treten. Es folgen weitere Aussagen von Kasem, wie zum Beispiel das im ersten Track oft wiederholte „That’s the Letter U and the numeral 2“, sowie dem peinlichen Moment, wo Kasem sagt: „… this is bullshit, nobody cares… these guys are from England, and who gives a shit?!“. Er spricht dabei über U2, die aber nicht aus England stammen, sondern aus Irland. Ein grober Schnitzer für einen Radiomoderator.

Wie zu vermuten war, führte die schamlose Anspielung auf U2 (sowohl auf dem Titelbild als auch in den Tracks), sowie die unerlaubte Benutzung von Ausschnitten aus „America’s Top 40“ und den Outtakes des Moderators, zu einem Rechtsstreit.[5] Nach einem langen Kampf um den Erhalt ihrer EP, mussten Negativland schliesslich ihre Single zurückrufen und zerstören.[6] Deswegen kann man diese Single heutzutage nirgends mehr kaufen und sie ist dadurch zum Sammlerobjekt geworden. Einige Jahre später brachte die Band ein Magazin mit CD unter dem Titel „The Letter U and the Numeral 2“ heraus, worin sie ihren Konflikt, der über die Single „U2“ entstanden war, genauestens erklärten (aus ihrer Sicht). Das Magazin war in limitierter Auflage nur kurze Zeit auf dem Markt und geriet wiederum ins juristische Schussfeld.[7]

Alles in allem wird gesagt, dass diese Tracks die Besten der Band sind, mit ihrer Parodisierung und ihrem Humor, der nicht bei jedem gut angekommen ist.[8]

(nana)

Quellen:

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Negativland (Abgerufen am: 19.11.2013)

[2] http://en.wikipedia.org/wiki/U2_(EP) (Abgerufen am: 19.11.2013)

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Negativland (Abgerufen am: 19.11.2013)

[4] http://www.allmusic.com/album/u2-mw0000272341 (Abgerufen am: 19.11.2013)

[5] http://deuceofclubs.com/write/negativl.htm (Abgerufen am: 19.11.2013)

[6] http://www.allmusic.com/album/u2-mw0000272341 (Abgerufen am: 19.11.2013)

[7] http://en.wikipedia.org/wiki/The_Letter_U_and_the_Numeral_2 (Abgerufen am: 19.11.2013)

[8] http://www.allmusic.com/album/u2-mw0000272341 (Abgerufen am: 19.11.2013)

Paul McCartney: Temporary Secretary (1980)

„Mister Marks can you find for me
Someone strong and sweet fitting on my knee?
She can keep her job if she gets it wrong
Ah, but Mister Marks I won’t need her long

All I need is help for a little while
We can take dictation and learn to smile
And a temporary secretary
Is what I need for to do the job“1

Was sich liest wie die Stellenausschreibung eines dubiosen Arbeitgebers, der sich bereits mehrmals wegen sexueller Belästigung verantworten musste, ist in Wirklichkeit ein Teil der Lyrics von Paul McCartneys Song „Temporary Secretary“.

Der Track ist auf dem Album „McCartney II“, das 19802 erschien zu finden und dient als gutes Beispiel für McCartneys musikalische Diversität. Der ehemalige Beatles Sänger und Bassist liefert hier seine Interpretation von New Wave und versucht sich auch an einem Sequenzer3. Die recht dümmlichen Lyrics, der teilweise übertriebene Akzent und der grösstenteils atonale Gesang lassen allerdings das Gefühl aufkommen, dass McCartney die Sache selber nicht ganz ernst nimmt. Er parodiert mit „Temporary Secretary“ das damals aktuelle New Wave Genre und zeigt dabei den jüngeren Generationen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört.  In den 80er Jahren gab es diverse Artisten, die frühere Musikstile mit einer Prise Ironie wieder aufgriffen oder jene sogar parodierten. Paul McCartney dreht mit seinem Song den Spiess nun um.

Die Kritiken und Kommentare zu „Temporary Secretary“ könnten vielfältiger nicht sein. Die einen nennen es futuristisch anmutend und loben die eingängige Melodie.4 Andere wiederum sind enttäuscht und scheinen nicht verstehen zu können, wie der Mann, der die Lyrics von Titeln wie „Yesterday“, „Let it be“ und „Yellow Submarine“ verfasste, bloss so etwas zusammenschreiben konnte5. Dabei liegt doch genau darin der Witz!

[youtube width=“420″ height=“315″]http://www.youtube.com/watch?v=ehqKpPmVcK4[/youtube]

 


Beastie Boys: (You Gotta) Fight for Your Right (To Party!)

„(You Gotta) Fight for Your Right (To Party!)“ wurde 1986 mit dem Debüt-Album Licensed to Ill der Beastie Boys veröffentlicht. Es war der erste grosse Hit der New Yorker Hip-Hop-Band und ist noch immer einer ihrer bekanntesten Songs. Er erreichte Platz #7 der Billboard 100 Charts und wurde in die Rock and Roll Hall of Fame’s 500 Songs that Shaped Rock and Roll aufgenommen. Diese Tatsache an sich ist schon ironisch, denn der Sinn des Textes liegt ursprünglich darin, die Party-Attitüde der Rocker-Szene zu parodieren.1 Die Beastie Boys machen sich über die Rocker-Szene und deren Vertreter mit ihren stumpfsinnigen Party-Anthems lustig und beziehen sich dabei auf Songs wie „Smokin‘ in the Boys Room“ von Brownsville Station und „I Wanna Rock“ von Twisted Sister.2 Sie verhöhnen Einstellung und Haltung der Rockerszene bezüglich sinnloser Party-Macherei und Protestkultur. Der trotzige Ausruf „You Gotta Fight for Your Right To Party!“ steckt also voller Ironie, die  durch das Video noch unterstützt werden soll. Es zeigt eine Party, die ausartet, als plötzlich die „bösen Jungs“ auftauchen. Sie verkörpern die überspitzte Darstellung der dümmlichen Rocker-Attitüde, welche die Beastie Boys verabscheuen.

Der intendierte Spott ging jedoch bei den Hörern verloren: Fight for Your Right was the group’s first hit and helped establish the persona of the badass, take-no-shit, hard-rocking party boys that they totally weren’t, at all.3
Mike D, Gründungsmitglied der Beastie Boys, äusserte sich dazu folgendermassen: The only thing that upsets me is that we might have reinforced certain values of some people in our audience when our own values were actually totally different. There were tons of guys singing along to ‚Fight for Your Right‘ who were oblivious to the fact it was a total goof on them.“4

.

 
Quellen

  1. Wikipedia (en). (You Gotta) Fight for Your Right (To Party!). http://en.wikipedia.org/wiki/(You_Gotta)_Fight_for_Your_Right_(To_Party!) (Abgerufen: 15.11.2013).
  2. Wikipedia (en). (You Gotta) Fight for Your Right (To Party!). http://en.wikipedia.org/wiki/(You_Gotta)_Fight_for_Your_Right_(To_Party!) (Abgerufen: 15.11.2013).
  3. Murdock, Colin. 6 Classic Songs That Were Supposed to Be Jokes. 2011. http://www.cracked.com/article_19420_6-classic-songs-that-were-supposed-to-be-jokes.html (Abgerufen: 15.11.2013).
  4. Wikipedia (en). (You Gotta) Fight for Your Right (To Party!). http://en.wikipedia.org/wiki/(You_Gotta)_Fight_for_Your_Right_(To_Party!) (Abgerufen: 15.11.2013).

Der Name ist Programm in „Tacky Souvenirs Of Pre-Revolutionary America“ (1986)

Cover "Tacky Souvenirs Of Pre-Revolutionary America

Cover des Albums

„Tacky Souvenirs Of Pre-Revolutionary America“, das wohl bekannteste Album der amerikanischen Experimental-Punk Band Culturcide1, ist definitiv nichts für eingefleischte Fans von Künstlern wie Bruce Springsteen oder Michael Jackson. Ebenso sollten Verfechter des Copyrights ihre Finger von der Platte lassen. Warum?  – Das Album besteht aus 14 Cover-Versionen von populären Radiohits, wobei „covern“ hier wörtlich verstanden werden kann: Bekannte Popsongs wie „Califorina Dreamin‘„oder „We Are The World“ wurden von Culturcide einfach mit eigenen, provokativen Lyrics überspielt, durch Loop-Effekte „gepimp“t und mit neuen Namen wie „California Punks oder eben „They Aren’t The World“ versehen. „Top Forty hits defaced and at times almost completely drowned out by noise“2, wie Simon Raynolds treffend schreibt. Die bewusst gewählte, simple Aufnahmetechnik lässt ehemalige Nr-1-Hits wie Amateuraufnahmen klingen – und das pikante dabei ist, dass sich Culturcide kein Bisschen um die Uhrheberrechte schert.3 In dem Sinne ist auch auf dem Lyric-Sheet des Albums zu lesen: „Home-taping is killing the record industry, so keep doing it.“4 Culturcide hat für dieses Statement den Slogan einer Kampagne der „British Phonographic Industry“ aus den frühen 80er Jahren parodiert. Durch die steigende Popularität von Kassettenrekordern und dem damit verbundenen Erstellen von Mixtapes, fürchtete die Musikindustrie um ihre Existenz und versuchte mit der Kampagne, die Musikhörer zum Kaufen statt Tapen zu animieren.5 Ein gefundenes Fressen für Künstler, welche sich der Maschinerie der grossen Plattenfirmen entziehen wollten.6

Eugene Chardbourne bezeichnet in Allmusic den Stil der Band als satirisch und erkennt den Stellenwert von Culturcide innerhalb einer vom Mainstream-Pop geprägten Gesellschaft: „Considering the overblown nature of these pop artists and the brain-dead society that swirls all around them, it is hard not to agree with the lyrics even when they are somewhat over the top“.7 Der mit Platin ausgezeichnete Hit von Bruce Springsteen „Dancing in the Dark Handelt im Original von den Leiden eines Künstlers, der sich nach Inspiration für einen Song sehnt:

I’m dying for some action I’m sick of sitting ‚round here trying to write this book
I need a love reaction come on baby give me just one look

You can’t start a fire, sittin‘ ‚round cryin‘ over a broken heart
This gun’s for hire even if we’re just dancing in the dark
.8

Natürlich hat Springsteen mit der Platte Millionen verdient – weshalb Culturcide in ihrer Version, „Bruce„, folgende Änderungen angebracht haben:

But I’m a working class hero, and It’s supposed to be something that I sell
You can’t move the product, you can’t move the product without a face
This gun’s for hire, even if if we’re just dancin‘ in the dark
.9

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Wem die ironisch-satirischen Lyrics con Culturcide aber ein Lächeln abgewinnen können, der freut sich vielleicht über die Nachricht, dass die Band am Ende des Rechtsstreits um ihre illegalen Handlungen mit einem blauen Auge davonkam.10 (nw)

  1. http://en.wikipedia.org/wiki/Culturcide#Discography (abgerufen am 18.11.13)
  2. Simon Reynolds (2011a): Retromania. Pop Culture’s Addiction To its Own Past. London: Faber & Faber, S. 136
  3. http://www.allmusic.com/artist/culturcide-mn0001261549 (abgerufen am 18.11.13)
  4. http://en.wikipedia.org/wiki/Culturcide#Discography (abgerufen am 18.11.13)
  5. http://en.wikipedia.org/wiki/Home_Taping_Is_Killing_Music (abgerufen am 18.11.13)
  6. Vgl. Reynolds, Simon: Rip It Up And Start Again. Postpunk 1978-1984. London: Faber & Faber, 2005; Prologue, xvii-xxx.
  7. http://www.allmusic.com/album/tacky-souvenirs-of-pre-revolutionary-america-mw0001226438 (abgerufen am 18.11.13)
  8. http://www.lyricsfreak.com/b/bruce+springsteen/dancing+in+the+dark_20025010.html (abgerufen am 18.11.13)
  9. http://www.oocities.org/sunsetstrip/gala/8418/cultlyrics.html (abgerufen am 18.11.13)
  10. http://www.allmusic.com/album/tacky-souvenirs-of-pre-revolutionary-america-mw0001226438 (abgerufen am 18.11.13)

Elvis Costello

Der musikalische Werdegang von Elvis Costello ist so vielschichtig, dass es schwierig ist, ihn irgendwo einzuordnen. Er wird oft als Genie und Erneuerer der Popmusik bezeichnet.[1] Wenn man seine Diskographie anschaut, fällt jedoch auf, dass seine Geschichte gespickt ist von Anspielungen auf die Vergangenheit. Seine Musik ist eine Reise durch eigentlich fast alle Epochen der Musikgeschichte [2].

Seinen Namen Elvis hat er als rebellisch-ironische Geste von Elvis Presley übernommen, um zu zeigen, dass er sich nicht in eine Schublade stecken lässt [3]. Inspiert wird seine Musik durch viele Grössen der Musikgeschichte und stellt ebendiese völlig auf den Kopf, seine Werke sind nicht selten Tribut und Parodie in einem. So sind zum Beispiel die ersten Alben von Elvis Costello voller Anspielungen auf die Grössen der 50er und 60er Jahre, wie die Beatles oder die Rolling Stones [4].

Die ganze Figur Elvis Castello ist eine Parodie auf einen stereotypen Rockstar. Er stellt sich selber gerne als einen Verlierer dar und er ist nicht der gutaussehende Frauenheld [5]. Seine Songs sind nicht selbstverherrlichend, wie sie viele Rockstars gerne spielen, sondern eher selbstironisch. Seine ganze Erscheinung ist in sich wiedersprüchlich. Einerseits trägt er dieselbe Brille, wie der Rockgott Buddy Holly und den Namen des King of Rock ’n Roll Elvis, gleichzeitig rebelliert er mit seiner ganzen Art gegen dieses Business, zu dem diese grossen Künstler gehören.

 


[1] http://www.laut.de/Elvis-Costello

[2] http://www.laut.de/Elvis-Costello

[3] http://programm.ard.de/?sendung=2872410596575123

[4] http://programm.ard.de/?sendung=2872410596575123

[5] http://www.shitesite.de/2002/10/06/hingehort-elvis-costello-this-years-model/

Cry Baby (1990)

Plakat des Filmes "Cry Baby"

Plakat „Cry Baby“

„Kult-Regisseur John Waters („Hairspray“) schuf mit mitreißendem Rock’n’Roll und einer Riege herausragender Schauspieler, darunter Iggy Pop und Johnny Depp in einer seiner früheren Ganzrollen, eine herrlich schrille Komödie über die rebellische Jugend der Fünfziger Jahre!“ (Rückseite der DVD-Version aus dem Jahre 2005)

Cry Baby“ ist ein Musicalfilm von John Waters aus dem Jahre 1990. Ursprünglich als Parodie auf den Film „Grease“ (und dem gleichnamigen Musical) gedacht, floppte er an den Kinokassen und wurde erst später zum Kultfilm.1

Zentral in der Geschichte sind die sogenannten Drapes. Diese tragen ausschließlich schwere Lederjacken, weiße T-Shirts, Bluejeans und ihre Haare mit glitschiger Pomade zu einer Tolle geformt.  Sie verstehen sich als jugendliche Delinquenten und leben in „ihrem“ Teil der Stadt Baltimore, wo Rock’n’Roll und Rockabilly den ganzen Tag lang gespielt, entwickelt und gelebt wird.

Sie sind die überzeichnete Version davon, wie man sich in den 90er Jahren die rebellische Jugend der 50er Jahre, besonders die sogenannten „Greaser“, vorgestellt hatte. Der Film symbolisiert ein sich zurücksehnen nach Drive-In Restaurants, Chevy Bel-Airs, mit hübschen Mädels knutschen, Rock’n’Roll, Autorennen, Studebakers, Elvis, James Dean und Lederjacken, wie es Roger Ebert in seiner Rezension von 1990 treffend formuliert hatte.

(mak)

http://www.youtube.com/watch?v=siwIXd9ssT0


  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Cry-Baby (Abgerufen: 27.10.13).