Action Bronson: Blue Chips 2 (2013)

action-bronson

Eine ruhige, langweilige Autofahrt, im Radio läuft irgend ein Lied, nichts Besonderes. – Doch dann beginnt jemand auf dem Rücksitz zum Lied aus dem Radio zu rappen. Es ist vorbei mit der Ruhe, der Langeweile weicht Gelächter und der Unterhaltungswert der Fahrt steigt.
Action Bronson müsste dieser Jemand sein, der mit einer Leichtigkeit über die von Youtube stammenden Samples rappt.1 Party Supplies, der das Album produziert hat, macht sich nicht die Mühe, die Herkunft seiner Samples zu vertuschen. Eher umgekehrt. So rapt Bronson im Lied Silverado leicht erkennbar über den geloopten Anfang von Elton Johns „Island Girl“, in „Pepe Lopez“ über den Partyhit „Tequilla“ von the Champs,  und  in „Through the eyes of a G“ über den geloopten Beginn von Quincy Jones „Summer in the city“.2 Neben der leichten Erkennbarkeit der Samples, sind es aber vor allem die Reime, die den grossen Unterhaltungswert des Mixtapes ausmachen. Auch wenn die sonst so üblichen Foodporn Referenzen spärlicher ausfallen, so rapt er immer vor allem über das Highwerden, Nutten charmieren und Geld schmuggeln3 Aber nicht nur; die eingestreuten Metaphern, zur rapüblichen Selbststilisierung, sind oft von einer seltenen Absurdität und seine Punchlines kommen oft ohne dramaturgische Klimax aus dem Nichts. Zum Glück kommt dabei auch die Selbstironie nicht zu kurz, wenn er rappt, „why the fu** would i have a bodyguard, when I look like the muthafu**ing bodyguard“.

Action Bronson, der Sohn eines albanischen Immigranten und einer New Yorker Jüdin, dessen Stil oft mit dem von Ghostface Killer verglichen wurde, emanzipiert sich zusehends von diesem Vergleich und manifestiert mit diesem Mixtape seine Eigensinnigkeit. Es ist sein achtes Projekt in den letzten drei Jahren und bei so einem Output muss man mitunter zügig arbeiten. Dies hört man Blue Chips auch an, es ist kein konzeptionell durchdachtes Album. Frei vom Anspruch ein Meisterwerk liefern zu müssen, ist es vielmehr ein Mixtape, dass mit einer eigenwilligen Leichtigkeit daherkommt und mit einer Prise Absurdität bestens unterhält. (Stg)

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=O5KtVd07fcc[/youtube]

Wooden Shjips: Back to Land (ma)

Wooden Shjips

Wooden Shjips

Wooden Shjips ist eine Band aus San Francisco, den USA, die zu den populärsten neuen Bands des Psychedelic Rocks zählt. Die Amerikaner haben ihr letztes Album Back to land im Oktober 2013 veröffentlicht. Es ist das erste Album, das ausserhalb von San Francisco entstanden ist. Der Umzug der Band nach Portland scheint seine Spuren hinterlassen zu haben. Das Sound-Reportoire der Band hat sich verändert.1

Untitled

Das Album: Back to Land

Das Musikalbum überrascht mit acht Songs, die auf der Grundlage von vorwärtstreibenden Schlagzeugsounds aufgebaut sind, sowie mit „verzerrten Fuzz-Gitarren mit langsamem Flanger-Effekt, repititiven Orgel-Linien und Gitarrensoli, die als kurze Einsprengsel wie Erinnerungsfetzen aufblitzen.“2 Back to Land wird von vielen Musikkritikern als perfekter Kompromiss zwischen Drone-Kunst und Hippie-Melodien bezeichnet. Zum ersten Mal trauen sich die vier Amerikaner aus ihrem düsteren Drogensound heraus und präsentieren einprägsamste Melodien.3 Obwohl Psychedelic- und Space Rock weiterhin das Grundgerüst der Songs bilden, erweitert die Gruppe auf dieser Platte ihr musikalisches Spektrum, indem sie sich teilweise an alternativen oder an klassischen Rock annähern.4 Im Vergleich zu früheren Platten wie z.B. West ist der Sound hier um einiges heller, klarer und harmonischer, wie bei dem Titeltracks des Albums Back to Land 5:

.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=o5qddnGj3f0[/youtube]

Obwohl sich der Horizont des Quartetts musikalisch und geografisch deutlich erweitert hat, bleiben Wooden Shjips eine tolle Band, die interessante Musik für die zahlreichen Fans aktuelle psychedelischer Musik machen.[6]


Four Tet: „Beautiful Rewind“ (2013)

four_tet_1000x664-850x532

„No pre order, no youtube trailers, no itunes stream, no spotify, no amazon deal, no charts, no bit coin deal, no last minute rick rubin“1 – mit diesen Worten kündigte Four Tet im July 2013 sein neues Album auf Twitter an.

Das im Oktober erschienene Werk erinnert an einen akustischen Van Gogh mit distinkter musikalischer Textur und psychedelisch luftigem Gefühl. Kieran Hebden und Van Gogh teilen beide die Faszination, verschiedene (Klang)Farben und Beschaffenheiten zu einer schlichten Komposition verschmelzen zu lassen. Mit einer schier grenzenlosen Kreativität mischt Kieran Samples aus verschiedensten Stilrichtungen wie Hip-Hop, Electronica, Techno, Grime, Jazz, Folk und Jungle zu inspirierter House-Musik. Mit selbst eingespielten Schlagzeugsampeln und einfachen Gitarrenharmonien wird diese Platte zu Hebdens ganz persönlicher, pasticheartigen Hommage an die House-Subkultur.

ft_text025lp_beautifulrewind_550pxDie etwas chaotische und urbane Eröffnung durch „Gong“, einer Kollaboration mit Burial, wird durch das mechanische Geklimper und die dampfige Stimmung von „Parallel Jalebi“ etwas beruhigt. „Kool FM“ spielt auf eine legendäre UK-Piraten-Radiostation während der Rave- und Jungle-Ära an und abstrahiert den abgehackten Rhythmus und den kernigen Sound der Masters of Ceremonies der Zeit.2 „Aerial“ präsentiert sich als tanzbare, kreative und psychedelische Mischung zu konstanten Rhythmen, wenn auch die gesprochenen Fetzen soweit verfremdet wurden, dass sie zu einer unfokussierten Geräuschkulisse werden. Im Gegensatz dazu steht „Unicorn“, ein schimmernder Pool aus verschiedenen Melodien, bei dem Hebden als Zauberer von OZ hypnotische Kräfte entfesselt und ein musikalisches Dampfbad erzeugt. Die einzelnen Elemente von „Beautiful Rewind“ sind zu einer Klang-Collage zusammengeschnipselt worden und vereinen sich als eine rastlose, romantische Erinnerung an vergängliche Augenblicke der neueren Popmusikgeschichte – als träumerischen Chillout-Moment für 2013 nur zu empfehlen.

Four Tet: Beautiful Rewind

Tracks: 1. Gong (3:14), 2. Parallel Jalebi (3:53), 3. Our Navigation (3:53), 4. Ba Teaches Yoga (3:19), 5. Kool FM (5:09), 6. Crush (2:25), 7.Buchla (4:11), 8. Aerial (5:56), 9. Ever Never (0:31), 10. Unicorn (3:30), 11. Your Body Feels (4:03)

Label: Text Records

Spieldauer: 40:04

Erschienen: 15. Oktober 2013

(el)


Literaturhinweise:

  1. Battaglia, Andy: http://www.rollingstone.com/music/albumreviews/beautiful-rewind-20131018 (Abgerufen: 15.06.2014).
  2. Gaerig, Andrew: Four Tet – Beautiful Rewind. http://pitchfork.com/reviews/albums/18649-four-tet-beautiful-rewind/ (Abgerufen: 15.06.2014).
  3. Kellman, Andy: Four Tet – Beautiful Rewind.   http://www.allmusic.com/album/beautiful-rewind-mw0002579685 (Abgerufen: 15.06.2014).

Fussnoten:

Review: Pearl Jam „Lightning Bolt“ 2013

Gut Ding hat Weile… nach diesem Motto hat die Grunge-Band Pearl Jam gemeinsam mit dem Produzenten Brendan O’Brien nach über drei Jahren Produktionszeit ihr jüngstes und zehntes Album „Lightning Bolt“ veröffentlicht. Wie ein Blitz ist das neue Werk jedoch nicht eingeschlagen und musste einige Kritik einstecken. In der Überbrückungszeit zwischen den Neuveröffentlichungen gab es Re-releases von alten Werken und Sammelalben, was die Fans freute, nicht jedoch die Musikkritiker.

Pearl Jam, Lightning Bolt, Cover

Lightning Bolt Cover ©Pearl Jam

 

Hier nun einige Gründe, warum es sich dennoch lohnt, das Album ganz durchzuhören:

1. Eddie Vedders Stimme: Nur wenige Männer haben eine solch voluminöse und tiefe Stimme, selbst die Schreie tragen Melodien in sich! Trotz Lautstärke kann der Sänger stimmlich an die Emotionalität seiner Soloprojekte anknüpfen.

2. Gitarrensoli: Saiten klirren, schwingen und singen, wie in alten Zeiten. Trotz einiger Pianoriffs und Synthesizerklänge dominiert die Gitarre: Sie unterstützt das Leiden, den Ärger oder das Glück in der Stimme und übernimmt diese Emotionen oft in einem Solopart, bei ‚Sirens’ sogar im Doppel: elektronisch und klassisch.

3. Abwechslungsreiche Lautstärke: Das Album wirkt von A bis Z durchdacht. Es ist eine ideale Kombination von laut und leise. Mal sind die Songs wild, mal ruhig, mal beides. Laute Drums und harte Griffe in die Saiten werden von samtiger Stimme und klassischer Gitarre abgelöst. Obwohl das Album teils stark an kalifornischen Poprock erinnert mit Sonne, Sommer und Spass, wird es durch depressiven Dauerregen und bombastische Gewitter mit Blitz und Donner aufgelockert.

 

http://www.youtube.com/watch?v=jWQYYavheUA

 

„Lightning Bolt“ kann gut über Kopfhörer, auf voller Lautstärke im Wohnzimmer oder live am Konzert gehört werden. Das Konzept wirkt frisch: kombiniert werden alte Grungeelemente mit kalifornischem Rock, philosophischen Texten und einer tragenden Bassstimme. Pearl Jam hat zwar nichts neu erfunden, dafür Altes auf eine angenehme und clevere Weise aufgefrischt und wieder zusammengefügt.

Pearl Jam „Lightning Bolt“ | Monkeywrench | 2013 | Dauer: 47:14

Review: Katy Perry – PRISM (2013)

Prism_cover

„PRISM“, erschienen am 18. Oktober 2013, ist das vierte und neuste Album der US-amerikanischen Pop-Sängerin Katy Perry.1 Im Gegensatz zu ihrem vorhergehenden Album „Teenage Dream“ (erschienen 2010) wirkt „PRISM“ erwachsener und reifer, die zentralen Themen des Albums sind das Leben in der Gegenwart, Beziehungen und Selbstbestimmung.2 Dies zeigt sich unter anderem auch bereits schon am Cover, welches nicht mehr im quietschbunten Candy-Look daherkommt, sondern Katy Perry von einer natürlicheren Seite zeigt.

„Roar“ ist die erste Single, welche bereits im August vor dem Album veröffentlicht wurde.3 Die poppige Mid-Tempo Nummer ist wohl einer der eingängigsten Tracks auf „PRISM“. Einflüsse verschiedener Rock-Subgenres, wie beispielweise dem Folk Rock, Arena Rock oder Glam Rock, sind auszumachen.4 Im dazugehörigen Musikvideo sind deutliche Retro-Indizien erkennbar, startet es doch schon mit dem Indiana-Jones-Schriftzug und steht ganz im Zeichen eines klassischen Abenteuerfilms.

Neben klassischen Pop-Elementen ist auf „PRISM“ ein starker Einfluss des gegenwärtigen Electropops spürbar, speziell in den Stücken „Walking on Air“ und „This Is How We Do“. Shirley Halperlin beschrieb letzteres als einen „sunny 80s throwback“-Song.5 Dies liegt nicht zuletzt an dem schwedischen Songwriter Klas Åhlund, der auch für seine Zusammenarbeit mit Pop-Grössen wie Robyn oder Madonna bekannt ist. Åhlund wirkte als Co-Writer sowie Produzent an „PRISM“ mit.6Auch in weiteren Songs sind klare Electro-Elemente zu erkennen, wie unter anderem in der 2. Singleauskopplung und Pop-Rock-Ballade „Unconditionally“.

Der poppige respektive Electropop-Stil wirkt nicht eintönig. So bietet „Dark Horse“ (feat. Juicy J) einen Electro-Hip-Hop-Trap-Mix7und „Legendary Lovers“ vereint Einflüsse aus Country und orientalischer Musik8. „PRISM“ kommt mit seinen vielseitigen Bezügen als abwechslungsreiches und durchaus hörenswertes Electropop-Album daher. (bw)

The Avett Brothers – Magpie And The Dandelion

Gemütliche Lagerfeuer-Atmosphäre, eingängige Gespräche unter Freunden und fröhliches Beisammensein: Magpie and the Dandelion, das neue Album der Avett Brothers stahlt Intimität aus. Trotz sieben vorangegangenen Alben scheinen den Folk-Rock-Jungs die Ideen für tolle Songs noch lange nicht auszugehen.

Gerade mal ein gutes Jahr nach ihrem letzten Album The Carpenter veröffentlicht die Folk-Rock-Band The Avett Brothers ihr achtes Album Magpie and the Dandelion. Die Songs dazu entstanden schon während den Aufnahmen des vorangegangenen Albums. Die berechtigte Befürchtung, in diesem Werk könnten sich bloss die gesammelten Mängelexemplare der letzten Studio-Session wiederfinden wird aber glücklicherweise nicht bestätigt. Melancholische Cowboy-Akkorde und Harmoniegesang treffen auf fröhliche Tanzmusik und die Avett Brothers spielen sich direkt in unser Herz.

Das Album startet poppig und fröhlich mit „Open-Ended Life“. Mundharmonika, Banjo, Fiedel und Gitarre lassen es krachen und machen Lust auf mehr. Der Text handelt vom Streben nach verantwortungsfreier Heimatlosigkeit, der Freiheit, alle Zelte abzubrechen und zu reisen. Darauf folgen verschiedene Balladen, allesamt herzzerreissend und tiefgehend. Sie treffen den richtigen Nerv, geben das Gefühl, ein guter Freund teile seine Sorgen, Ängste und Erfahrungen mit. Dabei sticht „Morning Song“ mit seinem epischen Finale aus Chor, Streichern und Klavier hervor. Die dem Album vorausgegangene Single „Another Is Waiting“ unterbricht die Serie der Balladen. Der übermütige Song hat eine rockig eingängige und ausgelassene Melodie und mit dem Harmoniegesang geht die Post ab. „Bring Your Love To Me“ wirkt daneben vergleichsweise seicht und eher langweilig im Klang und wird seiner romantischen Botschaft nicht gerecht. Das wiederum ist bei „Good To You“ durch den gefühlvollen Harmoniegesang absolut gelungen. „Vanity“ überrascht dann wie „Another is Waiting“ im rockigen Kleid. So finden die Avett Brothers in diesem Album die richtige Balance zwischen Melancholie und Ausgelassenheit.

„Taken as a whole, it feels like a calmly loving missive from friends who offer wise counsel, but know well enough to interrogate their own motives along the way.“1

.

Quellen

  1. Stephen Thompson: First Listen. The Avett Brothers, ‚Magpie And The Dandelion‘. www.npr.com. 08.10.2013. http://www.npr.org/2013/10/03/228941827/first-listen-the-avett-brothers-magpie-and-the-dandelion#playlist (Abgerufen: 10.01.2014)

Eminem: The Marshall Mathers LP 2

Cover des Albums

Cover des Albums „The Marshall Mathers LP 2″

Lange geplant und immer wieder verschoben wurde der Erscheinungstermin des neuen, mit Spannung erwarteten Albums des Rappers aus Detroit, an dem nicht weniger als 18 Produzenten beteiligt waren.1 Das Album trägt den selben Titel wie Eminems im Jahre 2000 erschienenes Album, soll jedoch gar kein Sequel desselben sein. Eminem hat diesen Titel nicht gewählt, um dieses Album zu einem Sequel zu machen, sondern aus Nostalgie. So erklärte er dem Rolling Stone: „To me, it’s more about the vibe, and it’s more about the nostalgia.“2

Der erste Track des Albums – „Bad Guy“ – stellt die Verbindung zu seinem früheren Hit „Stan“ her, die Atmosphäre ist aggressiv und geisterhaft, man spürt die Wut des Jungen, den Eminem in diesem Lied verkörpert. Der Chorus wird, wie auch auffällig in einigen der anderen Tracks wie „Survival“, „A**hole“ und „The Monster“, von einer Sängerin gesungen. Doch wer von Eminem nur frühere parodische, rebellische, aggressive kennt, findet auf diesem Album durchaus auch sanftere Töne. In „Stronger than I was“ wird der Rapper sentimentaler, besingt die Trauer die das Ende einer Beziehung bringen kann. Der Track geht unter die Haut, mit den fast schon gepressten Passagen, die Eminem gekonnt halb singt, halb rappt. Ebenfalls aus seinen früheren Mustern ausbrechend ist der Track „Headlights“, in welchem Eminem mit relativ ruhiger Stimme und der Begleitung von Nate Ruess (der Sänger von fun.) eine Versöhnungserklärung an seine Mutter, mit der er seit Jahren verstritten ist, richtet. Die Stimme von Nate Ruess gibt dem Track eine melancholische Note, die, zusammen mit Eminems Rap, eine Entschuldigung mit Nachdruck bildet.

Auf dem Album gibt es einige Tracks, in denen Eminem alte Songs samplet, wie z.B. in „Berzerk“, dem mit Rick Rubins produzierten Song, in welchem er Tracks von den Beastie Boys, Billy Squier und Naughty by Nature einflechtet. Insgesamt 8 Songs des Albums enthalten Samples aus anderen Tracks und in praktisch jedem arbeitet er mit anderen Sängern zusammen (u.a. mit Rihanna in „The Monster“).3

Auch wenn Eminem in seinem Album andere Töne anschlägt und uns Stoff zum Nachdenken gibt, zeigt er, dass der Junge aus Detroit reifer geworden ist, jedoch gibt es immer noch Spuren seines Alter-Egos Slim Shady und das ist auch gut so. Ein Kritikpunkt wäre jedoch, dass die Tracks (meist länger wie vier Minuten) zum Teil zu stark in die Länge gezogen werden. Alles in allem ist Eminem immer noch ein grossartiger Songwriter, kann einen mit seinen schnellen Raps (wie z.B. in „Rap God“) aus den Socken hauen und auch wenn einige behaupten mögen, er sei noch nicht in der heutigen Zeit angekommen, so ist dies vielleicht genau das, was er bezweckt und in seinem Song „Berzerk“ auch besingt: „Let’s take it back to straigt hip-hop and start it from scratch.“

(nana)

Lyrics von: http://rapgenius.com/albums/Eminem/The-marshall-mathers-lp-2 (Abgerufen Januar 2014)

http://juice.de/review-eminem-the-marshall-mathers-lp2/ (Abgerufen am 12. Januar 2014)

http://noisey.vice.com/de/read/die-marshall-mathers-lp-2-ist-das-album-auf-das-alle-eminem-stans-gewartet-haben (Abgerufen am 12. Januar 2014)

http://www.popmatters.com/review/176302-eminem-the-marshall-mathers-lp-2-take-two/ (Abgerufen am: 12. Januar 2014)

http://meinrap.de/2013/11/08/eminem-the-marshall-mathers-lp-2-review/ (Abgerufen am 12. Januar 2014)

http://pitchfork.com/reviews/albums/18733-eminem-the-marshall-mathers-lp-2/ (Abgerufen am 12. Januar 2014)

http://en.wikipedia.org/wiki/The_Marshall_Mathers_LP_2 (Abgerufen: Januar 2014)

Skeletonwitch: Serpents Unleashed (2013)

Mächtig, voller Energie knallt der erste Schlag in die Realität, gefolgt von maschinell anmutenden Gitarrenakkorden, getaktet durch das Schlagzeug. Es betont immer den 1 Schlag des 4/8 Taktes und leitet diesen dadurch ein. Dann ein Gitarrenriff, aus dem eine hauchende Stimme auftaucht. Sie treibt das Lied vorwärts und verleiht ihm durch den monoton krächzenden Sprechgesang eine unverwechselbare Note. Unmelodiös und geisterähnlich, wie aus einem Grab hervor steigend. Mit Triolen webt die Elektrogitarre die Melodie in die Komposition. Beide, Stimme und Gitarre verfolgen den gleichen Rhythmus, schaukeln sich hoch. Dann fundiert die Stimme, während die E-Gitarre zunehmend virtuoser wird und die Tonleiter hoch und runter klettert. Derweil schreitet das Schlagzeug taktgenau weiter und akzentuiert immer wieder mit den Becken.

Es ist eine neue Welt die sich da auftut: „The darker side of life“ krächzt der Leadsänger von Skeletonwitch, Chance Garnette, in das Mikrophon. Die Elektrogitarre spielt unbekümmert ihre Triolen weiter und bildet ein Gegenstück zur Stimme, nur um sich gleich wieder mit ihr zu vereinen.

In der Mitte des Stückes, nach 1 Minute und 10 Sekunden übernimmt der Bass für acht Schläge und gestaltet mit Hilfe des Schlagzeuges einen Takt, der wie ein Herzschlag anmutet. „My soul…“ sprengt plötzlich die Stimme hinein. Sie singt sich krächzend aus und verschwindet mehr und mehr bis sie verstummt. Zurück bleiben nur noch Herzschläge.

Schliesslich kehrt das Muster zurück, mächtig. In sich stimmig schmettern die Instrumente Töne, die sich zu perfekt konstruierter Musik zusammen fügen.

Erstaunlich: Solide Musik mutet da an. Was sich auf den ersten Moment wie ein Durcheinander anhört, ist in Wirklichkeit ein minutiös durchdachtes Werk. Im Interview wird es von seinem Sänger liebevoll Baby genannt.[1]

 

 


[1] Skeletonwitch: The Making of „Serpents Unleashed“ (part 2): http://www.youtube.com/watch?v=iYyn9FhHg1Y (Abgerufen 4.1.2014).

Arcade Fire – Reflektor

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7E0fVfectDo[/youtube]

Mit „Reflektor“, dem vierten Album der kanadischen Band Arcade Fire, hat die Band ein zugängliches Doppel-Album kreiert, das ungefähr gleich viele Unterschiede wie Gemeinsamkeiten mit ihrem bisherigen Schaffen aufweist.

Eine entscheidende ungewohnte Nuance erhält das Album zunächst durch die Zusammenarbeit mit dem Produzenten James Murphy, dem Frontmann von LCD-Soundsystem, der seine Handschrift in der besonderen Rhythmik der Discobeats erkennen lässt, was einigen Tracks des Albums einen potenziellen Platz auf der Tanzfläche ermöglicht1. Eine weitere hörbare Inspiration für „Reflektor“ scheint eine Reise von Frontpaar Régine Chassagne und Win Butler nach Haiti gewesen zu sein, woher die Familie von Chassagne stammt2. Die Erfahrung mit der Musik einer anderen Kultur, führte dazu, dass sich diese exotischen Elemente auf eine ganz eigene Art und Weise in die Musik integrierten3, was beispielsweise in Awful Sound ansatzweise durch die verwendeten Trommeln zu hören ist.

Der einst opulente Auftritt der Band, der in „The Suburbs“ noch von epischen Orgel- und Bläserarrangements gekennzeichnet war, weicht nun durch diese Modifikationen treibenden elektronischen Arpeggi und Synthesizern4. Dies führt jedoch nach wie vor keineswegs dazu, dass Arcade Fire ihrer Eigenart beraubt werden.

Thematisch dreht sich das Werk um den titelgebenden Begriff „Reflektor“. Die Band erfasst in diesem Album den Geist einer Generation, in der aufgrund ihrer komplexen Umwelt der Grad zwischen Wirklichkeit und Sinnestäuschung oft verschwommen bleibt. Das Album verliert sich mit Phrasen wie „it’s just a reflection of a reflection“ in den Weiten und führt dann auf einem teils beschwerlichen Weg zurück in die Wirklichkeit und zu einem in sich geschlossenen Ende.

Sky Ferreira: Night Time, My Time

Wenn man Sky Ferreira von einer der sieben Todsünden definitiv freisprechen kann, dann ist es jene der Trägheit. Die 21-Jährige arbeitet nämlich sowohl als Singer-Songwriterin, als auch als Model und Schauspielerin.1 Sie hat bereits 400 Songs aufgenommen, jedoch wurden bloss etwa 25 offiziell veröffentlicht und 12 davon sind nun auf ihrem Debütalbum „Night Time, My Time“ zu finden.2 Sky hat sich bei den meisten Stücken für ein bereits vielbesungenes Thema entschieden: die Liebe.

Das Album beginnt mit „Boys“, ein Track mit stampfendem Beat, bebenden Gitarren und simplen Lyrics. „Boys, they’re a dime a dozen“, verkündet Sky Ferreira neckisch und spielt dabei auf ein früheres Demo von ihr mit demselben Titel an. Obwohl das Lied mit seinem industriellen Sound ein wenig unfreundlich anmutet, so ist der grundlegende Unterton doch süss.

„You’re Not The One“ handelt von einer unerfüllten Liebe. „I’m still thinking about how much I need you, but you really want somebody else”, singt Sky Ferreira, begleitet von einer rauen Gitarre und simplen Schlagzeug. „Guess you’re not the one”, meint Sky im Refrain zu erkennen, doch ein Funken Hoffnung scheint zu bleiben.

[youtube width=“560″ height=“315″]http://www.youtube.com/watch?v=IFCZP1Nz3Ds[/youtube]

Im eher nachdenklichen, selbstkritischen Song „I Blame Myself“  findet sich minimaler Elektropop. Der kindlich anmutende Synthesizer und die sirupartigen Beats lassen erahnen, dass Ferreira hier zu ihrem früheren Ich spricht und ihre Vergangenheit reflektiert.3 Im Refrain lässt sie dann mutig verlauten: „I blame myself for my reputation“.

Sky Ferreiras Debütalbum war definitiv keine leichte Geburt: Mehrmals wurde ein Release Datum  angekündigt und dann wieder verschoben4, Sky’s Record Label Capitol Records verweigerte die weitere Finanzierung und schliesslich wurde beinahe das ganze Album innerhalb von nur zwei Wochen fertiggestellt5. „Night Time, My Time“ enthält Elemente vom Psychedelic Rock der 70er, Spuren von Grunge aus den frühen 90ern, experimentelle Geräusche und auch 80er New Wave.6 Eine eher unkonventionelle Mischung für ein Album, das von einem Major Label wie Capitol Records produziert wurde. Sky Ferreira hat schlussendlich trotz all der Hindernisse ihren Willen durchgesetzt. Oder anders gesagt: „Night Time, My Time is the defiant middle finger in the air from an underdog that breaks all the rules in all the right ways.”7

 (dm)


Kasabian – Kasabian (2004)

Kasabian (2004)

Anfangs der 00er-Jahre stellt sich die britische Rockband Kasabian mit ihrem gleichnamigen  Debütalbum der Welt vor und erntet grosse Begeisterung dafür.

Den Hauptgrund für den Erfolg stellt der Eröffnungstitel „Club Foot“ dar, wecher adrenalingeladen und elektrisierend wirkt. Es ist ein temporeicher Rocksong mit elektronischen Elementen und einer prägnanten, schweren Basslinie. Aus diesem Grunde eignet er sich hervorragend als Begleitmusik in den Bereichen der Sport- und Medienwelt. „Club Foot“ wurde in diversen Videospielen, Fernsehserien, Filmen und als Titelmusik zu einer Fussballsendung auf dem englischen Pay-TV Sender Sky Sports verwendet.1

Ein derart wuchtiger erster Titel steigert gleichzeitig die Erwartungen für die restlichen Songs des Albums. Diese werden bis zu einem gewissen Grad auch erfüllt, jedoch überzeugt das Gesamtpaket nicht auf der ganzen Linie.2

Bemerkenswert ist die Art und Weise, wie Kasabian verschiedene Musikstile mit der traditionellen Orientierung des Britpop kombiniert und damit einen einzigartigen Sound kreiert. Ihr alternativer Rock ist geprägt von elektronischen und psychedelischen Einflüssen. Zudem verleihen sie einigen Songs, zum Beispiel „L.S.F.“ oder „Processed Beats“, Elemente aus dem Dance- und Hip Hop-Bereich.

Mit ihrem Debütalbum reiht sich Kasabian in die Traditionslinie der grossen Britpop-Bands ein und treibt das Genre mit ihrem innovativen Stil vorwärts in eine moderne Richtung.

(gi)

Rezension: Death Grips – Government Plates

Das Trio Death Grips aus Sacramento, bestehend aus Rapper Stefan Burnett, Schlagzeuger Zach Hill und Produzent Andy Morin1, hat mit „Government Plates“ im November 2013 ihr drittes Studioalbum innerhalb von nur 18 Monaten veröffentlicht. Nach ihrem Debüt „The Money Store“, dem durchs Band positive Kritik beschieden war2, begann die Band ihre Musik als Skandal zu inszenieren. Es folgten Konzertabsagen, ein selbst-veröffentlichtes zweites Album mit Penis-Cover („No Love Deep Web“) trotz eines laufenden Vertrags mit dem Label Epic, der Rausschmiss bei Epic, öffentliche Gehässigkeiten gegen das Label.

deathgrips

Vielleicht mit Recht mutmasst Spin-Rezensent Grayson Currin, dass brave Death Grips inzwischen noch immer einen Vertrag bei Epic hätten, aber ihnen ständig die Kündigung drohte weil ihre Musik nicht besonders gut zu vermarkten („not especially marketable“) sei.3. Durch die Inszenierung als Skandal aber, wurde auch ihrem dritten Album Government Plates grosse Aufmerksamkeit zuteil.

Und die Musik?

„Music without a past about a present with no future“ sei es, schreibt Pitchfork-Rezensent Ian Cohen4, Musik ohne narrativen Kontext, ohne Referenzen, ohne Ideal. „Fuck your idols suck my dick“ singt die Band selbst zur Bestätigung in „Two Heavens“. Und tatsächlich fällt es schwer, die merkwürdig zerstückelten Tracks, einzuordnen. Es sind Collagen aus nervös-radikalem Rap, amorphen Klangfetzen und dissonantem Noise, die manchmal geradezu hässlich und hörerfeindlich anmuten5. Darin aber liegt auch der Reiz dieser einzigartigen neuen Musik, die sich allen Vorbildern und Genrezuweisungen bisher erfolgreich zu entziehen versucht.


MellowHigh – MellowHigh

MellowHigh - MellowHighAlbum CoverWas geschieht wenn sich Domo Genesis zu den „MellowHype“ Mitglieder Hodgy Beats und Left Brain gesellt? Es entsteht ein Hiphop-Trio namens „MellowHigh[1] und dessen gleichnamiges Album. Am 31. Oktober 2013 veröffentlichten die drei Mitglieder des OddFuture-Kollektivs[2] aus Kalifornien ihr erstes gemeinsames Projekt.

Domo berichtet in der Mitte des ersten Songs, wie unglaublich dies alles ist: „This shit is amazing, i can’t believe it. It’s like unbelievably amazing.“[3] Er gibt schliesslich an und in diesen Zeilen ist auch zu erkennen, dass das Album ohne grosse Erwartungen aufgenommen wurde.[4] Das Ergebnis ist trotz oder vielleicht gerade wegen den geringen Erwartungen gut geworden. Das nicht vorhandene Konzept von MellowHigh hätte vor wenigen Jahren noch nicht gefruchtet. Erst das durch die Jahre gestiegene Selbstbewusstsein der Interpreten und deren Erfahrungen ermöglichen es ihnen, Spontanität in ihren Werken benutzen zu können – und nicht zu „müssen“.[5] Die Zuversicht ist vor allem in der Wahl der Beats von Left Brain zu erkennen.[6] So fächert „Goon’n“ das sphärische Klangspektrum des Albums langsam auf und in „Nobody“ ertönen recht unheimliche und fast hypnotisierende Klänge. „Roofless“ ist – anders als „Air“ – weniger von der klanglichen als von der rhythmische Ebene mit Schlagwerk geprägt.

Schliesslich haben „OddFuture“ auch mit der neuen Konstellation „MellowHigh“ ihr Ziel, interessante Musik zu schaffen, erreicht. Die Interpreten treiben sich in dieser neuen Zusammenstellung gegenseitig an und bringen durch ihre Erfahrungen erschreckend vertraute, aber gute Musik hervor.[7]

(YS)


[1] Wikipedia: MellowHigh http://en.wikipedia.org/wiki/MellowHigh_(album) (Abgerufen 9. Januar 2014)

[2] Wikipedia: OddFuture http://en.wikipedia.org/wiki/Odd_Future (Abgerufen 8. Januar 2014)

[3] Kearse, Stephen: Albumreview. Mellowhigh – Mellowhigh. Respect. 12.11.2013 http://respect-mag.com/album-review-mellowhigh-mellowhigh/ (Abgerufen 8. Januar 2014)

[4] Kearse, Stephen: Albumreview. Mellowhigh – Mellowhigh. Respect. 12.11.2013 http://respect-mag.com/album-review-mellowhigh-mellowhigh/ (Abgerufen 8. Januar 2014)

[5] Kearse, Stephen: Albumreview. Mellowhigh – Mellowhigh. Respect. 12.11.2013 http://respect-mag.com/album-review-mellowhigh-mellowhigh/ (Abgerufen 8. Januar 2014)

[6] Kearse, Stephen: Albumreview. Mellowhigh – Mellowhigh. Respect. 12.11.2013 http://respect-mag.com/album-review-mellowhigh-mellowhigh/ (Abgerufen 8. Januar 2014)

Rezension: Lorde – Pure Heroine

LORDE – PURE HEROINE

Liest man ohne jegliche Vorkenntnisse den Titel des Albums und den Namen der Interpretin, würde man wohl nicht davon ausgehen, dass sich dahinter ein gerade einmal 17-jähriges Mädchen versteckt. Erklingen dann die ersten Töne des Songs „Tennis Court“ findet man noch weniger Gründe dafür anzunehmen, dass die Sängerin wirklich noch ein Mädchen ist.

Lorde, die in Neuseeland unter dem Namen Ella Yelich-O’Connor geborene Sängerin, ist wohl eine der ungewöhnlichsten Newcomerinnen des Jahres 2013. Ihre poppigen, von Elektro und Rap angehauchten Songs, die mit ihrer rauchigen, fast schon lustlos klingenden Stimme gesungen sind, erinnern direkt an Lana Del Rey, ohne dass sie deswegen ein Abklatsch wäre. Bekannt wurde sie übers Internet mit dem Song „Royals“. Ein einfacher Beat und ihre spezielle Stimme lassen dieses Lied direkt ins Ohr gehen.

Schon allein die Tatsache, dass die junge Frau alle Songs auf dem Album selbst geschrieben hat, beweist ihr großes Potenzial. Lorde will eine Botschaft vermitteln.
Achtet man auf die Texte, so offenbaren sich für ein so junges Mädchen sehr ernste gesellschaftskritische Töne.
Sie singt Lorde vor allem über die neue Pop-Generation – sich selbst eingeschlossen -, die nach Ruhm und Anerkennung strebt und deren Träume doch zu häufig zerplatzen. Doch gleichzeitig distanziert sich die Sängerin vom Mainstream und betont mehrmals, dass sie einfach nur gelangweilt sei.

„Don’t you think that it’s boring how people talk
Making smart with their words again, well I’m bored“
lauten die ersten Zeilen des Albums.

Es ist mutig von einer 17-jährigen, solche „Wahrheiten“ so unverblümt auszudrücken und dahinter zu stehen. Die nüchternen und teilweise sehr kalten Klänge des Albums werden zu Grundbausteinen für Erzählungen aus Lordes Teenagerzeit.
Sie steht musikalisch auf der gegenüberliegenden Seite von Teenstars wie Justin Bieber. So erzählt der Song „White Teeth Teens“ von Jugendlichen, die mit ihren weißen Zähnen für Perfektion in der medialen Öffentlichkeit stehen und einfach nur glatt gebügelt sind. So möchte Lorde nicht sein und das kaufen ihr ihre Fans in jeder Sekunde ab.

Dennoch ist zu vermerken, dass man in jedem Song des Albums ähnliche musikalische sowie lyrische Komponenten entdeckt. Trotz dem sehr reifen und rebellischen Unterton, welcher sich durch das gesamte Werk zieht, bleibt ein teilweise oberflächlicher und fader Nachgeschmack.

(Lh)

Rezension zum Album „Moon Landing“ von James Blunt

Cover: http://media.exlibris.ch/covers/0825/6464/1931/9/0825646419319xxl.jpg

Melancholie, Texte über Liebe, Schmerz und Hoffnung das ist die Musik von James Blunt. Auch sein viertes am 18. Oktober 2013 erschienenes Studioalbum „Moon Landing“ passt in eine Reihe solcher Alben über Herzschmerz und Liebe.

Der Albumtitel „ Moon Landing“ lässt auf etwas eher Exploratives hoffen, ein Vordringen in unbekannte Gebiete. Doch mehr als eine Reise in eine unbekannte Welt ist Moon Landing eher eine Reise in die eigene Vergangenheit, des Singer/Songwriters. Das Album hat viele Parallelen zu seinem Debütalbum „Back to Bedlam“. „Moon Landing“ führt zurück zu den Wurzeln von James Blunt, und zwar, wie er selber sagt, an einen Punkt, wo ihm die Musik Kraft gab, seine Emotionen auf ganz pure und aufrichtige Art auszudrücken.1

Den Titel hat er nach eigenen Angaben gewählt, weil eine Mondlandung für ihn wie die erste Liebe ist. Also so unfassbar, wenn wir es erlebt haben, gleichzeitig aber auch traurig, weil wir dieses Gefühl auf diese Art und Weise nie wieder erleben können.2

Beim Hören dieses Albums hat man das Gefühl, James Blunt möchte auch nach 17 Millionen Platten immer noch versuchen, die Menschen mit seinen Texten und seiner Musik zu berühren und zu zeigen, wie ehrlich er es meint. Der ehemalige Soldat macht Musik für die Seele.

Auch wenn auf dem ganzen Album klassische Instrumente wie Gitarre oder Klavier dominieren, wagt sich James Blunt im Lied Postcards, das durch die Klänge einer Ukulele begleitet wird, an für ihn etwas eher Experimentelles. Mit der ersten Singleauskopplung „Bonfire heart“ riskiert Blunt nicht viel. Es ist der altbekannte und bei den Fans auch schon sehr beliebte Sound.

Im Grossen und Ganzen enthält das Album wenig wirklich Neues, es ist der gewohnte gefühlvolle Sound, den wir von James Blunt kennen. Fans werden dieses Album genau deswegen lieben. (jl)