Prof. Dr. Gesine Krüger
![]() | «Umwege erhöhen die Ortskenntnis.» |
Professorin | Neuere Geschichte, Koloniale und Postkoloniale Geschichte Afrikas | Historikerin
Laufbahn
| 1981 – 1985 | Studium der Geschichte und Politik an der Universität Hannover |
| 1985 – 1986 | Studium der Geschichte und Deutschen Literaturwissenschaft an der University of Cape Town / Südafrika |
| 1995 | Dissertation an der Universität Hannover zum Thema: «Kriegsbewältigung und Geschichtsbewusstsein. Zur Realität, Deutung und Verarbeitung des Deutschen Kolonialkriegs in Namibia 1904 –1907» |
| 1996 – 2002 | Wissenschaftliche Assistentin und Oberassistentin an der Universität Hamburg |
| 2002 | Habilitation an der Universität Hannover: «Die Verbreitung der Schrift in Südafrika. Zur Praxis des Schreibens in alltagsund sozialgeschichtlicher Perspektive, 1830 – 1930» |
| 2002 – 2003 | Gastprofessorin am Max-Planck-Instituts für Geschichte an der Universität Erfurt |
| seit 2003 | Ausserordentliche Professorin für Neuere Geschichte mit einem Schwerpunkt Aussereuropa an der UZH |
| 2007 – 2008 | Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin |
Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?
Obwohl Schreiben eine sehr einsame Tätigkeit sein kann, hatte ich schon während der Schulzeit, als ich mich intensiv mit dem Nationalsozialismus beschäftigte, und erst recht während des Studiums in Südafrika, gemerkt, welche gesellschaftliche Sprengkraft die Geschichte haben kann. Das hat mich fasziniert und zu der Frage geführt, wie funktioniert das? Warum und in welchen Situationen entwickeln Menschen Geschichtsbewusstsein? Was ist überhaupt Geschichte? Das fasziniert mich aus immer neuen Perspektiven.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?
Trotz einer inzwischen nicht mehr tolerierbaren Belastung mit administrativen, organisatorischen und technischen Aufgaben, handelt es sich immer noch um ein sehr privilegiertes Leben. Das Besondere ist sowohl die gelungene Zusammenarbeit mit anderen als auch der gelungene Gedanke oder Satz alleine.
Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben?
Ich halte das Konzept «Vorbild» für problematisch. Vorbildern soll man ja nacheifern, und das wäre der falsche Weg, denn es geht darum, die eigenen Interessen, Fragen und Leidenschaften zu entwickeln. Zudem ändern sich die Rahmenbedingungen einer universitären Laufbahn in jeder Forscherinnengeneration grundlegend. Natürlich habe ich mir Dinge abgeschaut, fand Haltungen bewundernswert oder vorbildlich, und so ist im Laufe der Zeit so etwas wie ein Vorbildpuzzle entstanden.

