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Indogermanisches Seminar

Universität Zürich
Rämistrasse 68
CH-8001 Zürich

Tel. +41 44 634 20 05 stueber@indoger.uzh.ch www.indoger.uzh.ch

Prof. Dr. Karin Stüber

stueber

«WissenschaftlerInnen dürfen sich in der heutigen Zeit nicht darauf verlassen, dass sich die Guten von alleine durchsetzen.»

Professorin | Vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft | Indogermanistin

Laufbahn

1989 – 1995 Studium der Griechischen Sprach- und Literaturwissenschaft, Indogermanistik und Allgemeinen Religionsgeschichte an der UZH
1995 – 1998Dissertation an der National University of Ireland, Maynooth: «The Historical Morphology of n-Stems in Celtic»
2002Habilitation an der UZH: «Die primären s-Stämme des Indogermanischen»
2006 – 2007Dreisemestrige Gastprofessur für Indogermanische Sprachwissenschaft am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien
seit 2007SNF-Förderungsprofessorin am Indogermanischen Seminar der UZH

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Die Freiheit und Flexibilität geisteswissenschaftlicher Forschung betrachte ich als grosses Privileg. Damit meine ich vor allem Freiheit in Bezug auf die Richtung der Forschung: Geisteswissenschaft braucht keine teuren Apparaturen oder komplizierten Versuchsanordnungen; Bücher – heute oft auch elektronisch verfügbar – sind unsere einzigen Arbeitsinstrumente. Das erlaubt es, auch einmal Umwege einzuschlagen, also Fragestellungen nachzugehen, die sich spontan aus der Forschungsarbeit ergeben und die so ursprünglich gar nicht geplant waren.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Die Jahre nach der Habilitation, die in meinem Fall sehr früh (mit 31) erfolgte, würde ich durchaus als Durststrecke bezeichnen, während der es nicht immer einfach war, am Ball zu bleiben. Zwei gescheiterte Bewerbungen für eine SNF-Förderungsprofessur und über zwei Jahre ohne Anstellung wirkten zermürbend und hatten auch negative Auswirkungen auf meine Motivation als Forscherin. Geholfen hat mir, dass ich weiterhin an mich selbst und meine Fähigkeiten glaubte.

Welche Person/welche Institution hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt?

Meine Laufbahn habe ich aus eigenem Antrieb und mit eigener Kraft verfolgt, wobei ich viel der finanziellen und ideellen Unterstützung durch meine Eltern verdanke. Das Indogermanische Seminar der UZH hat mir immer, auch in Zeiten ohne Anstellung, eine Heimat geboten. Durch die regelmässige Zusprache von Lehraufträgen sowie durch das Zurverfügungstellen eines Arbeitsplatzes, später als Privatdozentin sogar eines eigenen Büros, blieb ich jederzeit im Fach integriert.